Minimalismus-Update: was sich bisher getan hat – 12 Erkenntnisse und Fakten

7. Oktober 2017

 

Nach einem dreiviertel Jahr des Minimalisierens und kurz vor meinem Wohn-Neustart in unserem Waldhaus möchte ich euch mit einem bunten Erkenntnisse-und-Fakten-Mix berichten, was sich bisher so getan hat!

 

 

Wieviel habe ich bisher eigentlich ausgemistet?
Etwa die Hälfte unserer Möbel kommt nicht mit ins Haus und nein, ich habe nicht vor, alles mit neuen Stücken zu ersetzen. Zusätzlich habe ich wohl etwa einen Mini-Container an Kleinkram aussortiert. Oder anders geschätzt waren es wohl 20 Umzugskartons voll, die wir nicht ins Waldhaus schleppen müssen.
Das komische ist: ich habe vorher schon öfter mal im normalen Rahmen aussortiert und dachte, all die verbliebenen Dingen hätten eine Berechtigung, sich in meinem Besitz zu befinden. Dann kam der Minimalismus und damit die Erkenntnis, dass ich vieles eben doch nicht brauche. Würde jetzt jemand mit dem Inhalt dieser 20 Kartons vor meiner Tür stehen und mir eine Million Euro bieten, wenn ich sie wieder in unsere Schränke sortiere – NEVER! Ich bin sehr froh, dass all das weg ist.

 

Wo ist das Zeug hin?
Keine Sorge, ich habe nicht alles à la KonMari weggeschmissen. Das meiste habe ich via Ebay verschenkt oder an die Straße gestellt, ich war ein Mal auf dem Flohmarkt und die Möbel gingen an unsere Nachmieter oder an Bekannte. Zum Beispiel haben wir die Kommode mit Levis Kleidung abgegeben, da ich inzwischen genug Platz in meinem Kleiderschrank habe, um dort auch seine Sachen unterzubringen. Was übrigens sehr praktisch ist! Derzeit steht an der Stelle der Kommode unsere Gästeliege, da sich im Gästezimmer bereits die Umzugskartons stapeln (uäääh…).

 

 

Was habe ich denn so aussortiert?
Hier meine Hitliste: Ganz klassisch habe ich SEHR viel Kleidung aussortiert. Dann folgen Deko-Accessoires, Bücher, Bastel-, Schreib- und Nähsachen, Unterlagen/Dokumente, Kabel- und Elektrokram und Kosmetik/Schminke.

 

Es ist tatsächlich sehr aufwendig, das Zeug loszuwerden.
Ich hatte die letzten Monate wirklich Freude am Aussortieren. Aber es ist echt ganz schön aufwendig, das Zeug loszuwerden. Wegschmeißen geht natürlich am schnellsten, aber das halte ich für absolut unverantwortlich und dafür waren die meisten Sachen wirklich zu schade. Wie oben bereits erwähnt, habe ich sehr viel verschenkt. Dabei war an die Straße stellen natürlich am einfachsten, denn selbst via Ebay muss das Verschenken „gemanagt“ werden (Termin zum Abholen ausmachen etc.). Mein Rat an euch: überlegt es euch dreimal, ob ihr all eure Sachen wirklich verKAUFEN wollt. Ich habe durchs Verschenken insgesamt vielleicht auf 150 Euro verzichtet, aber damit viele Stunden Zeit gewonnen.

 

 

Ordnungs- und Aufbewahrungsutensilien sind riesengroßer Quatsch!
… und Tipps und Strategien zum Ordnunghalten auch. Behalte nur die Dinge, die du wirklich benutzt und man braucht das alles nicht. Meiner Meinung nach gibt es kaum einen Bereich im Zuhause, der so viele Dinge enthalten muss, das man sie umständlich sortieren müsste. Ausnahmen sind vielleicht einige besondere Bereiche wie Werkzeuge oder wenn man ein spezielles Hobby hat, zum Beispiel wenn man wirklich viel näht oder bastelt. Aber selbst ich mache gerne mal DIYs, nähe hin und wieder und heimwerken tue ich gerne und regelmäßig. Trotzdem habe ich meine Dinge in diesen Bereichen so sehr reduziert, dass ganze Schränke und Boxen leer und somit überflüssig wurden. Ich habe mittlerweile einen BERG an Aufbewahrungsutensilien angesammelt, die leer wurden.

 

Huch, ich bin doch ein Fashion-Victim!
Hä. Irgendwie musste ich in den letzten Monaten feststellen, dass ich zwar echt wenig neue Deko geshoppt habe, dafür aber in meinem Kleiderschrank einiges los war. Bei Mode kann ich mich überraschenderweise schlechter zurückhalten als bei Interior. Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen, dass ich unterm Strich durchs Aussortieren wirklich viiiel weniger Sachen in meinem Schrank habe als vorher und es eher ein Update als ein Aufstocken des Bestands war (auch dank des schönen Buches „Das Kleiderschrank-Projekt“ von Anuschka Rees). Und viele Sachen hatten einen Austausch wirklich nötig, weil sie inzwischen einfach lumpig aussahen.

 

 

Langfristig erfreue ich mich mehr an Dingen, die ich auch benutze.
Das war eine recht interessante Erkenntnis, die ich vor Kurzem hatte. Reine Dekogegenstände machen mir nur kurze Zeit bewusst Freude. Besteht die Qualität eines Gegenstandes einzig und allein in seiner schönen Optik, gewöhne ich mich irgendwann an ihn und wertschätze ihn nicht mehr. Ich sehe sozusagen an ihm vorbei.
Wenn stattdessen aber meine Gebrauchsgegenstände von besonderer Qualität sind, das heißt für mich: schön sind, sie gut funktionieren und sich vielleicht sogar gut anfühlen, ist das tatsächlich auch eine Bereicherung meines Alltags.

 

Carmen Elaine – meine neue Lieblings-Minimalismus-YouTuberin.
Seit einigen Monaten gibt es einen YouTube Kanal von einer Minimalistin, deren Videos mir sehr gut gefallen, da sie auch viel und überaus klug von den psychologischen Gründen fürs Viel-Kaufen und Nicht-Loslassen-Können spricht. Diese Einsichten haben mir beim Minimalisieren noch mal einen kleinen Schubs gegeben. Zu meinen Favoriten zählen zum Beispiel ihre drei Videos zu „Minimalism for Beginners“ sowie ihr shopping hack.

 

Ich habe neue Wohn-Vorbilder.
Nach wie vor finde ich viele Arten des Wohnens schön und interessant. Richtige Stil-Vorbilder sind Wohnungen mit „normaler“ Menge an Möbeln und Deko (und das ist so ziemlich das meiste, was man auf Pinterest und Co. findet) aber nicht mehr. Ich sehe hauptsächlich die Arbeit dahinter. Die Arbeit, die es macht, so zu dekorieren, alles auch mal umzudekorieren und sauber zu halten. Das klingt erst mal irgendwie traurig und spießig, aber in Wirklichkeit ist es für mich sehr befreiend. Um es mal konkret auszudrücken: ein Wohn-Vorbild mit 20 Dingen ist leichter zu erreichen als eines mit 100. Ohne Minimalismus hätte ich jetzt wahrscheinlich den Anspruch, ein bis ins Details stylisch dekoriertes neues Haus zu haben, was mich sehr unter Druck setzen würde. Stattdessen gehe ich einigermaßen entspannt und mit Freude ans Einrichten unseres Hauses mit möglichst wenigen Dingen.

 

 

Die stylischen Pinterest-Kinderzimmer gibt es so nicht.
Vor allem die werdenden und frisch gebackenen Mamas unter euch kennen sie sicher alle: die schicken Kinderzimmer mit stylischen, auf dem frisch gemachten Bettchen arrangierten Kissen, coolen Spielsachen, die in Reih und Glied auf dem String-Pocket-Regal stehen, tollen Häkel-Kuscheltieren, die brav auf vintage Stühlchen sitzen und in die Kamera schauen und einem Regal mit hübschen, grafisch gemusterten Körben, in denen fein sortiert die Spielsachen auf ihren Einsatz warten. Liebe Leute: so etwas existiert nicht. Wer glaubt, solche Kinderzimmer gäbe es tatsächlich (ich meine länger als fünf Minuten nachdem das Foto für den Blog/Instagram/Pinterest geknipst wurde), kann genau so gut an den Weihnachtsmann glauben (das gilt übrigens auch für unsere schicke Spielecke im Wohnzimmer). Die Kissen liegen kreuz und quer in dem zerwühlten Bett, Spielsachen und Kuscheltiere liegen dort herum, wo gerade gespielt wurde (und das nicht mal unbedingt im Kinderzimmer) und finden irgendwie nur schwerlich wieder von alleine zurück in die stylischen Körbe. Und wisst ihr was? Das ist ganz normal.
Soll ein Kinderzimmer hübsch und ordentlich sein, hilft nur Zurückhaltung bei der Menge der Dinge, die ihren Weg hinein finden, sei es Deko oder Spielzeug. Dass weniger Zeug auch für die Kinder besser ist, darüber gibt es hinreichend Infos im Netz zu finden (ein schöner Blogbeitrag dazu ist zum Beispiel dieser hier von Birgit).
Und was hat diese Erkenntnis mit mir zu tun? Tja, ganz aktuell hab ich nämlich bisher keinen Plan, wie Levis Zimmer im Haus aussehen soll, eben weil ich mir über unsere wirklichen Kinderzimmer-Bedürfnisse erst mal klar werden muss.

 

Es liegt noch ein seeehr weiter Weg vor mir.
Auch wenn ich hier immer so schlau daherrede, denkt bloß nicht, es läuft alles glatt und vorbildlich mit meinem Minimalisieren. Ich bin nach wie vor eine absolute Amateurin und habe sicher noch einen langen Weg vor mir. Aber schon jetzt kann ich sagen:

 

Ich bin glücklicher als früher!
Und das hat auch ein wenig etwas mit meinem Interesse am Minimalismus zu tun. Ich habe in den letzten Monaten angefangen, die nicht-materiellen Dinge mehr wert zu schätzen und wirklich für das dankbar zu sein, was ich habe: Ich und all meine Lieben sind gesund und leben in Sicherheit und diesen Luxus besitzen sehr viele Menschen heutzutage leider nicht. Wenn ich abends und morgens das kleine Menschlein betrachte, das neben mir liegt, überschwemmt mich jedes Mal eine Welle tiefen Glücks und tiefer Dankbarkeit. Und auch die vielen kleinen besonderen Momente am Tage nehme ich heute bewusster wahr. Danke, lieber Minimalismus für dieses Geschenk! :)

 

Und das war doch ein schöner Abschlusssatz. Ach ne, ich wollte heute unbedingt noch Bescheid geben, dass ich mich nun wohl für eine Weile verabschieden muss, denn nächste Woche geht unsere Renovierung los und Ende des Monats steht auch schon der Umzugswagen vor der Tür. Da hab ich erst mal andere Pflichten und Freuden. :) Irgendwann im November geht es dann hier weiter!

Bis dahin liebste Grüße
Karina

 

Einfach glücklich sein mit meinem neuen Lieblingsmagazin hygge. Und 5 Jahresabos für euch!

17. September 2017

 

Hygge. Dieses dänische Wort ist gerade ist aller Munde. Warum, ist eigentlich leicht zu erklären. In unserer westlichen Welt besteht derzeit eben ein großes Bedürfnis nach einer Rückbesinnung zu einem einfacheren Alltag, der uns ohne viel Brimborium glücklich macht. In den letzten Jahrzehnten wurde uns vor allem eingeredet, dass es darum geht, dieses und jenes zu haben. Nun merken wir langsam: viel toller ist es eigentlich, dieses und jenes zu erleben. Dabei geht es meiner Meinung nach nicht darum, wie viel wir erleben oder dass es immer sensationelle Dinge sein müssen. Das wie ist entscheidender. Und am schönsten ist es, besondere Erlebnisse mit anderen zu teilen (in echt, nicht bei Facebook). Ob bei einem entspannten Spaghetti-Abend mit den besten Freunden zu Hause, einem Wald- und Wiesenspaziergang, einem hübschen DIY-Projekt oder einer Vorlesestunden mit den Kindern – es gibt so viele einfach schöne, hyggelige Sachen zu erleben.
Und darum geht es im neuen Magazin HYGGE: einfach glücklich sein. Ich habe schon jeden einzelnen Artikel der ersten Ausgabe sehr genossen und seit dem 13. September ist das zweite Heft raus, das ich euch genauso ans Herz legen möchte.

Jedes Heft ist in die vier Themen aufgeteilt, um die es bei dem hygge-Lebensgefühl, das die Dänen so sehr lieben, geht: Zusammen sein, verwöhnt werden (hier gibt es unter anderem schöne, bodenständige Rezeptideen), zuhause sein und draußen sein.
Ich weiß nicht, ich für meinen Teil muss sagen: ich liebe diese Mischung und sie trifft genau das, was mich im Moment so besonders interessiert. Und was ich vor allem mag, ist die insgesamt sehr ruhige und entspannte Aufmachung des ganzen Magazins, die genau das bewirkt, was HYGGE vermitteln will: mach mal langsam. Inhaltlich und optisch liegt es damit irgenwie genau zwischen den gerade sehr angesagten „glücklich sein“-Heften wie FLOW und HAPPINEZ und der ebenfalls sehr erfolgreichen LANDLUST. Nur ist HYGGE im Gegensatz zu ersteren, für mich etwas über-designten Zeitschiften, viel ruhiger gestaltet und natürlich viel moderner als die LANDLUST. Wie gesagt: für mich perfekt.

 

Bei einem der schönsten Artikel der aktuellen Ausgabe geht es um Makramee. Ich mag den Trend sehr, habe mich aber erst nicht selber dran versucht. Da ich gerade immer noch am Ausmisten bin und gleichzeitig unseren Umzug ins Haus vorbereite, machte es in letzter Zeit einfach nicht viel Sinn, etwas neues fürs Heim zu basteln. Bis ich irgendwann merkte, dass mir zwar nicht unbedingt das haben des fertigen DIYs fehlt, sondern das machen des selbigen. Dann lag die neue HYGGE in Briefkasten und ich habe mir kurzentschlossen eine Blumenampel aus einem Lederband geknotet. Ich habe zwei sehr glückliche Stunden verbracht. :)

 

 

Ein weiterer Volltreffer war für mich auch der „Einfach raus“-Artikel. Es kam mit der Umstellung auf Rohkost und dann noch mehr mit Levi, dass ich mich hier in der Stadt einfach nicht mehr wohl fühle. Ich habe in den letzten zwei, drei Jahren einen sehr starken Wunsch nach Natur und eben „einfach raus“ gehen entwickelt. In dem Artikel in der HYGGE werden verschiedene Menschen in einem kurzen Porträt vorgestellt, denen es ähnlich geht. Zum Beispiel eine Familie, die raus aus der Stadt und rein in eine Waldhütte in Schweden zieht.

 

Haha, und das da sind Levi und ich wie wir einmal „einfach raus“ in den Wald gegangen waren. Ach so, das da auf dem Foto ist NICHT unser neues Haus, von dem ich hier immer quatsche. Unseres ist schon ein bisschen komfortabler. ;)

So,  und für alle, die nun auch Lust auf mehr hygge in ihrem Alltag haben, gibt es nun noch eine super tolle Verlosung: Ich habe fünf Jahresabos an euch zu vergeben! Berichtet mir einfach bis Mittwoch 20.09. kurz in einem Kommentar, was für euch zu einem richtigen schönen hygge-Moment dazugehört. Per Los werde ich fünf GewinnerInnen ziehen. Weitere Infos zum Gewinnspiel findet ihr unten. Ich drücke die Daumen!

Liebste Grüße
Karina

 

Das Gewinnspiel ist beendet und die fünf glücklichen Gewinnerinnen sind benachrichtigt. Lieben Dank für eure Teilnahme und die viiielen,
super tollen Kommentare!!!

 

Hier noch mal die Teilnahmebedingungen für das Gewinnspiel:

Hinterlasst bis Mittwoch 20.09.2017 um 23:59 unter diesem Post einen Kommentar. Das Los entscheidet dann (fünf Nummerm werden zufällig via random.org ermittelt).

Jede natürliche Person kann teilnehmen, auch anonyme Leser.
Wenn der Gewinner gezogen ist, kontaktiere ich ihn zur Übermittlung der
Adresse für die Zustellung der Zeitschriften.
Falls ihr noch nicht 18 seid, fragt vor der Teilnahme bitte eure Eltern um Erlaubnis.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Ein skizzierter Einblick in unser Waldhaus

2. September 2017

 

 

Ich hatte neulich Lust, meine Vorstellung von unserem zukünftigen Wohnzimmer im neuen Haus zu zeichnen und um euch mal einen Vorgeschmack darauf zu geben, zeige ich sie euch hier und erzähle ein wenig etwas dazu…

Ende Oktober ziehen wir ein. Im Moment wohnt noch eine sehr liebe Familie dort, die demnächst wegen Familienzuwachs schweren Herzens in ein größeres Haus umzieht (unseres hat überschaubare 145 qm Wohnfläche, was nur wenig größer als unsere jetzige Wohnung ist, was mich irgendwie beruhigt…). Wir haben das unglaubliche Glück, dass dieses Haus (es ist aus den späten 20ern) erst vor wenigen Jahren kernsaniert wurde. Somit kümmern wir uns derzeit hauptsächlich nur um die Organisation einiger Malerarbeiten, um alles ein wenig „aufzufrischen“. Andererseits sind dadurch aber auch viele Details bereits festgelegt, denn nicht mal ich wage Dinge, die erst vor ein paar Jahren eingebaut wurden, wieder komplett zu verändern. Aber auch hier hatten wir Glück: die Noch-Eigentümer haben einen super Geschmack! Ein paar Beispiele: im Erdgeschoss haben wir weißen Betonboden, die Bäder sind weiß gefliest, es gibt zwei hervorragend gearbeitete Einbauschränke, die neue Treppe ist in ihrer Geradlinigkeit eine echte Schönheit und wir haben einen gemauerten Küchenblock, der mit etwas weißer Farbe mein persönliches Träumchen wird.

Aber nun zum Wohnzimmer. Also eigentlich ist es ein Wohn-Essbereich mit offener Küche, wie er heute in Neubauten überall zu finden ist. Was da ist: eine große Fensterfront zum Garten hinaus, offen gelegte Stahlträger, entlang der rechten Wand eine lange Bank vom Tischler, besagter gemauerter Küchenblock und statt einer klassischen Einbauküche haben wir deckenhohe Schiebetüren vor einer Wand voller offener Küchenschränke.

Nun bemühe ich mich ja um einen minimalistischeren Wohnstil. Und wie ihr auf dem Bild sehen könnt, plane ich in diesem Raum derzeit nur, unser Sofa, einen Esstisch mit Stühlen und irgendwas für das TV-Gedöns des Liebsten als Möbel einziehen zu lassen. Barhocker? Das steht noch nicht ganz fest, wenn aber irgendwann Bedarf ist, gerne! Ach so, meine große Fischschwanzpalme hat auch schon einen Platz. :)

Für Gemütlichkeit (Stichwort Cozy Minimalism) wünsche ich mir üppige Leinenvorhänge und einen eher robusten Teppich beim Sofa. Vielleicht wäre Jute mal etwas. Auf dem weißen Boden könnte das super aussehen! Der Esstisch wird ein dunkler Altholztisch werden, den wir bei einem wirklich sensationellen Antiquitätenhändler nahe Hamburg bestellt haben. Das warme dunkle Holz zusammen mit dem eher kühlen, hellen Fußboden, das wird hübsch!
Und apropos Leinen: ich möchte die Bankauflage mit traumschönem handgewebten Bauernleinen beziehen, den ich auf dem Wochenmarkt gefunden habe. Ein ganz toller alter Ballen Stoff, herrlich rustikal.

So, heute gab es eher viel Text und wenig Bilder, aber so wird mal eure Phantasie angeregt, was unser Häuschen angeht, haha!

Liebste Grüße
Karina

 

Lieblingsshop: Zeitlos schöne und nachhaltige Produkte von Granit

17. August 2017

 

Haha, endlich mal wieder ein Shoppingtipp nach all dem Minimalismus-Kram. ;) Aber ich konnte wirklich nicht widerstehen, euch hier mal den (Online-) Shop Granit vorzustellen, den ihr vielleicht schon kennt, vielleicht aber auch nicht.
Wegen des Umzugs recherchiere ich gerade recht viel nach Dingen, die wir demnächst im Haus benötigen, denn dort ist vieles ganz anders als in unserer Wohnung (zwei Bäder statt eines, Garten, ein offener Wohn-Essbereich,…). Trotz sehr zurückhaltendem Shopping von nur wirklich wichtigen Dingen (ok, FAST…) wird da doch noch einiges zusammen kommen. Da ich bei meiner Suche eine ganze Weile Granit komischerweise nicht wirklich auf dem Schirm hatte und dann bei einem spontanen Besuch ihres Ladens hier in Hamburg von ihren vielen, vielfältigen, wunderschönen und auch nachhaltig produzierten Produkte mal wieder sooo begeistert war, kommt nun hier dieser Blogpost – für diejenigen unter euch, die Granit noch nicht kennen oder so wie ich unter den tausend anderen Shops, die es so gibt, ein wenig vergessen haben.

 

 

Zunächst mal zum Konzept: Granit kommt aus Schweden und hat ein kleines, aber feines Sortiment wunderschöner Produkte aus acht Produktbereichen (unter anderem Aufbewahrung, Einrichtung, Küche, Garten,…). Das Unternehmen legt großen Wert auf qualitativ hochwertiges, zeitlos funktionales Design aus Naturmaterialien wie Korb, Stein und Holz in neutralen Farben, so dass man sehr lange Freude an den Gegenständen hat. Nachhaltigkeit spielt ebenfalls eine große Rolle: ein Großteil der Produkte wird in Schweden bzw. Europa hergestellt. Das erklärte Ziel ist eine zirkuläre Wirtschaft und die Wiederverwertung aller Rohstoffe.

Angefangen hat das Unternehmen mit Aufbewahrungslösungen, mittlerweile ist das Sortiment aber umfangreicher geworden. Nichtsdestotrotz liebe ich aber vor allem ihre einfachen Accessoires zum Verstauen und Ordnen wie die diversen schönen Körbe und Boxen. Und von ihren S-Haken aus Eisen habe ich mittlerweile schon eine Mini-Kollektion, die sich noch vergrößern könnte, wenn ich im Haus meinen Vorsatz umsetze, im Wohn-Essbereich die Gebrauchsutensilien offen aufzubewahren und somit als Deko zu nutzen. Ich habe die Haken in schwarz und mag vor allem, dass sie so stabil und schwer sind.

 

 

Sehr clever finde ich auch diese magnetischen Haken. Die muss ich unbedingt im Hinterkopf behalten, falls ich sowas in der Küche, im Bad oder in der Garage gebrauchen kann. Man kann sich mit den magnetischen Haken eventuell einige Bohrlöcher ersparen oder Dinge z.B. direkt am Kühlschrank aufhängen. Äußerst praktisch!

 

 

 

Diese super schlichte, sehr hübsche Lampe mit weißem Betonsockel und rundem Glasschirm ist einer meiner großen Favoriten in Granits Einrichtungs-Sortiment. Viel einfacher kann man eine Tischlampe eigentlich nicht gestalten, wodurch sie durch und durch den Ansprüchen eines jeden Minimalisten entsprechen müsste. ;)

Granit hat vieles für uns Urban-Jungle-Liebhaber zu bieten. Neben echten Pflanzen gibt es eine tolle Auswahl an sehr schönen Blumentöpfen in diversen Grautönen und robusten Materialien sowie die gerade allseits beliebten Ampeln in Makramee Technik.

 

 

 

 

 

Es gibt sogar ein paar Möbel bei Granit! Ich habe dort z.B. einen sehr coolen Sitzsack gesehen und aktuell gibt es eine limitierte Kollektion mit für die Küche entworfenen Möbeln aus Esche mit Lederdetails. Die Sitzfläche dieser Bank ist mit Leder umwickelt, das wie bei allen anderen Teilen der Serie aus dem schwedischen Tärnsjö stammt. Die Gerberei dort ist die weltweit einzige Öko-zertifizierte Gerberei!

 

 

Ähnlich ambitioniert in Sachen Nachhaltigkeit ist die Hautpflege-Serie, deren Produkte alle in Schweden hergestellt werden, deren Inhaltsstoffe aus kontrolliert ökologischer Produktion stammen und ohne synthetische Duft- und Farbstoffe, Silikonöle, Parabene usw. auskommen. Klaro sehen die Produkte im Badezimmer auch noch wunderbar aus.

 

 

 

Und, was mir wieder große Freude macht, siehe mein Vorsatz der dekorativen Gebrauchsgegenstände: es gibt bei Granit zahlreiche Haushaltsutensilien, die man keinesfalls im Abstellkämmerchen verstecken muss. Von schicken Putzeimern, über hübsche Wischlappen bis zu Flaschen für die obligatorischen selbst gemixten Putzmittelchen – alles dabei!

 

 

Nun muss ich eurer Euphorie leider einen kleinen Dämpfer verschaffen, denn wie ihr vielleicht bereits ahnt, gibt es Granit in Deutschland bisher nur in wenigen Städten: die Hamburger, Berliner und Kölner dürften sich zu den glücklichen zählen. Aber es gibt mittlerweile einen Onlineshop auf deutsch, der allerdings derzeit noch ein wenig „in der Mache“ zu sein scheint, denn nicht alle Produkte sind verfügbar. Vielleicht ein Grund mehr, der schönsten Stadt der Welt mal einen Besuch abzustatten? Granit findet ihr hier in Hamburg in der Poststraße Nähe Gänsemarkt. :)

Liebste Grüße
Karina

 

 

Bilder via Granit.com

Zimmerschau: Traumhaft schön und doch minimalistisch wohnen mit Rebekka

29. Juli 2017

 

Mit unserem Umzug ins Haus möchte ich meine Ideen vom Wohnen mit wenigen Dingen rigoros in die Tat umsetzen. Mein Zuhause war immer schon ziemlich aufgeräumt, aber einerseits doch voller Dinge und andererseits war die Ordnung hier und da nur oberflächlich. Deswegen ist das alles jetzt schon irgendwie Neuland für mich, weshalb ich versuche, für meine neue Vorstellung des Wohnens Vorbilder zu finden. Rebekka alias silentandcalm ist für mich so ein Vorbild. Ich habe in meinem letzten Blogpost schon zwei Bilder aus ihrem Zuhause gezeigt, heute kommt eine volle Homestory mit einem Interview rund ums Thema Cozy Minimalism. Weil ich ihr Zuhause einfach LIEBE! Und ich unbedingt herausfinden wollte, wie sie das eigentlich macht, dass es so ruhig und doch sooo gemütlich bei ihr aussieht.

 

 

Erst einmal: wo wohnst du, mit wem wohnst du dort und wie groß ist dein Zuhause?

Liebe Karina, erst einmal herzlichen Dank für all die schönen Komplimente. Es ehrt und berührt mich sehr, wie du meine Art zu Leben siehst.

Ich weiß, dass ein Leben mit wenigen Dingen und wenig Deko nicht dem Geschmack aller einrichtungsinteressierten Menschen entspricht. Manche Menschen fühlen sich eher mit vielen Dingen wohl, mich machen zu viele Gegenstände in meinem Lebensraum einfach nervös.

Die Gestaltung des Wohnraums ist für mich eine sehr private Sache. Deshalb freut es mich wirklich von Herzen, dass du mir deine Zeit schenkst und dass dich mein Stil berührt hat.

Ich lebe mit meinem Mann und unserem zehnjährigen Sohn in Basel. Uns stehen 110 Quadratmeter zur Verfügung: 90 m² verteilt auf vier Zimmer und ein Atelierraum mit weiteren 20 m². Es ist nicht nur unsere Familienwohnung, sondern auch die erste gemeinsame Wohnung von meinem Mann und mir.

 

 

Du wohnst ja mit so wunderbar wenigen Dingen, ich finde deine Wohnung aber trotzdem totaaal gemütlich und überhaupt nicht „clean“. Was ist dein Rezept dafür? Und wie würdest du deinen Wohnstil generell beschreiben?

Ich kenne mich zu wenig mit einrichtungsspezifischen Begriffen aus, um meinem Wohnstil einen Namen zu geben. Ich mag einfach natürliche Materialien und Dinge, die schon eine Geschichte haben. Vielleicht nennt sich mein Wohnstil natural living oder so ähnlich.

Mein Rezept dafür? Ich folge einfach meinem Herzen. In viele Dinge habe ich mich irgendwie verliebt (klingt jetzt sehr esoterisch, ich weiss, aber das ist – wenn es eines gibt – mein Geheimnis). Ich liebe es, in einer ruhigen, reizarmen Umgebung zu leben und mich mit Dingen zu umgeben, die sich einfach gut anfühlen.

 

 

 

Definierst du dich überhaupt als Minimalistin beim Wohnen? 

Hinter dem Wunsch nach Minimalismus stehen viele Kräfte. Wahrscheinlich geht es darum, sich selbst irgendwie einordnen zu können. Wir haben so viele Möglichkeiten, und die Welt steht uns vermeintlich offen. Dennoch fühlt sich das Leben oft nach einer Suche an.

Beruhigend ist jedoch, dass diese Suche menschlich ist :). Unter Minimalisten werde ich wohl nicht als Minimalistin gelten. Aber ich habe auch nicht den Anspruch, so gesehen zu werden.

Ich bin wohl eher Ästhetin als Minimalistin.

 

 

 

Ist das Wohnen mit wenigen Dingen eine bewusste Entscheidung von dir nach einem längeren Weg durch den Shoppingwahn (so wie bei mir, haha) oder steckte das einfach schon immer in deiner „Wohnseele“?

Ich mag es sehr, mich mit schönen Dingen zu umgeben. Viele der Sachen, die ich am meisten liebe, habe ich entweder gefunden, vom Flohmarkt oder selbst gemacht. Vielleicht bin ich einfach etwas wählerisch :).

Aber ich lebe mit einem echten Minimalisten – im materiellen Sinne – zusammen (er würde sich jedoch nie als solchen bezeichnen). Mein Mann wirkt bestimmt auch regulierend (das klingt jetzt echt schlimm, entschuldige Hannes, aber mir tut es wirklich gut). Er mag unsere Wohnung und meinen Stil, aber er kauft sich selbst kaum je etwas.

Was ich an ihm jedoch sehr bewundere und liebe ist seine Schaffenskraft. Er ist künstlerisch sehr begabt und sein Luxus ist es, dass er sich dafür Zeit nehmen kann. Ich mag das sehr, weil dabei so viel Schönes entsteht.

Er beruhigt mich.

 

 

Für mich ist es eine Herausforderung, in Zukunft mit nur ganz wenigen Dingen zu wohnen, denn jedes Teil muss dann ja ein „Volltreffer“ sein und genau meinem Geschmack und dem gewünschten Zweck entsprechen. Wie wählst du deine wenigen Einrichtungsstücke aus?

Die Einrichtung und unser Habe sind über die Jahre gewachsen. Für mich ist es am schönsten, wenn sich Dinge einfügen. Wenn ich etwas kaufe, dann folge ich einfach meiner Intuition. Mit Farben bin ich sehr zurückhaltend. Für mich ist es am einfachsten, wenn ich bei meiner Farbpalette bleibe. Obschon man ja in meinem Fall nicht wirklich von Farben sprechen kann :) . Ich mag abgegraute Töne und Schaumolweiß (höhö).

Bei Gebrauchsgegenständen ist mir die Langlebigkeit wichtig. Es stört mich, wenn Dinge, trotz guter Pflege, schnell kaputt gehen und die Reparatur dann mehr kostet als eine Neuanschaffung.

 

 

Was ist mit dem bekannten „Krempel“ und allgemeinen Gebrauchsgegenständen? Hast du davon auch nur ganz wenig oder bewahrst du all das nur sehr gut versteckt auf? 

Natürlich besitze ich auch Krempel. Der gehört irgendwie dazu. Nicht alles ist sinnhaft und zweckbestimmt. Ich besitze viele Dinge, die ich schön finde, die ich aber nicht wirklich brauche. Aber auch Dinge, von denen ich gar nicht mehr wusste, dass ich sie besitze. Da ich meine Tage jedoch nicht nur mit Räumen und Ordnen verbringen möchte, habe ich sie einfach akzeptiert.

 

Und wo ist dieser Krempel? Ich seh nämlich nix. ;)

Also wir besitzen: 1 Truhe, 1 Sideboard, 1 kleine Kommode, 1 Schrank im Kinderzimmer, 1 kleinen Schrank in der Küche, zwei Regale halbhoch, zwei Kommoden für Kleider und ein Schuhregal vor der Haustür. Darin befindet sich: Dinge, die wir brauchen und solche, die wohl unter die Kategorie Krempel fallen. Dazu kommt: Ein Keller mit Regalen. Darauf befinden sich 5 Kisten mit Flohmarktkram und saisonale Dinge wie Skier, Weihnachtskugeln etc. Im Atelier haben wir 1 Regal mit 4 Kisten. Darin befinden sich Spielsachen, die Max nicht bespielt und solche, die er gerne aufbewahren möchte. Im Kinderzimmer habe ich verschließbare, alte Körbe unter das Bett gestellt. Darin befinden sich alle aktuellen Spielsachen.

Inventur unseres Besitzes :-)))) Am schönsten fände ich jedoch Wandschränke.

Vor einigen Jahren gab es auf BBC eine Sendung, da ging es darum, ganze Häuser auszuräumen. Das ganze Inventar wurde auf einer Plane ausgebreitet. Der Anblick des gesamten Besitzes war für alle überwältigend. Im Anschluss kehrten nur noch jene Dinge ins Haus zurück, die den Bewohnern wirklich wichtig waren. Alle anderen Sachen wurden verkauft oder entsorgt. Der Effekt dieser Räumung war beeindruckend: Plötzlich wirkten die Räume befreit und harmonisch. Und das einzig, weil sie nur noch mit Gegenständen bestückt waren, die den Menschen etwas bedeuteten.

Ich fände es selbst auch unheimlich spannend, einmal unseren gesamten Besitz auf einer Fläche ausgebreitet zu sehen. Das wäre bestimmt beeindruckend. Also, sollte uns jemand den Wohnraum aus- und im Anschluss wieder einräumen wollen, bitte einfach melden :).

Da die Wahrscheinlichkeit, dass das passieren wird, sehr gering ist, werde ich auch in Zukunft ab und an am Flohmarkt mitmachen. So geht die Geschichte in einer anderen, neuen Umgebung für die Dinge weiter. Von den unverkauften Sachen wandert immer ein großer Teil direkt in einen Secondhandshop. Vermisst habe ich noch nie etwas.

 

 

Bist du eigentlich eher eine Viel-Ausmisterin oder eine Wenig-Käuferin?

Gibt es auch eine Mischform? Ich kaufe zum Beispiel selten Möbel oder sperrige Sachen, auch bei Dekoartikeln bin ich zurückhaltend. Am wohlsten fühle ich mich in aufgeräumten Zimmern.

Das Thema Ausmisten ist aber trotzdem ein Dauerbrenner. Deshalb nun ein kurzer Exkurs zum Leben mit offenem Kleiderschrank.

Ich liebe meine Kleider. Ich achte mich darauf, dass sie aus schönen Materialien und zeitlos sind. Ich pflege sie gut und (Achtung Esoterik!) es verbindet mich etwas mit ihnen.

Es fällt mir unheimlich schwer, mich von Stücken, in denen ich mich wohl fühle, zu trennen. Da ich ja nicht einfach wild drauf los kaufe, sondern mit Bedacht auswähle und die Kleider pflege, besteht eigentlich auch kein Grund, mich von ihnen zu trennen.

Dennoch sind sie auch ein Stressfaktor, weil sie so viel Raum einnehmen und dem Zimmer immer eine etwas chaotische Note verleihen.

Nun könnte ich ja einfach einen großen, geschlossenen Schrank kaufen, aber dann hätte ich einen großen Schrank und das Luxusproblem wäre zwar nicht mehr sichtbar, würde aber noch immer bestehen. So viel zu dem Problem eines wohlstandsverwöhnten Menschen. Und nun zur Lösung: Ich akzeptiere es einfach. Denn anscheinend gibt es für mich keine andere Lösung.

In allen anderen Bereichen fällt mir das Loslassen leicht. Ausmisten geschieht da eher nebenher: Ich habe immer eine Tüte oder Kiste in der Wohnung, da wandern die Dinge rein, die ich nicht mehr haben möchte. Für diese Sachen suche ich dann ein neues Zuhause. Ich verschenke gerne, oder mache auch regelmäßig Flohmarkt.

 

 

Sogar das Zimmer von eurem Sohn (siehe Bild oben) sieht so herrlich ruhig und aufgeräumt aus. Schaffst du es wirklich, auch mit Kind halbwegs krempelfrei zu bleiben? 

Absolut nicht! Unser Sohn ist – wohl wie der Großteil aller Kinder – ein Sammler. Ich möchte ihm das auch nicht nehmen. Manche Menschen fühlen sich einfach wohler, wenn sie von vielen Dingen umgeben sind. Ich behaupte, dass es in der kindlichen Natur liegt, den eigenen Besitz möglichst sichtbar aufzubewahren. Jedes Ding scheint noch von enormem Wert zu sein und die kindliche Ästhetik unterscheidet sich nach meiner Erfahrung doch sehr von jener der Erwachsenen.

Mir ist die Entwicklung zu einer freien Persönlichkeit wichtiger als mein ballastfreies Leben. Mein Sohn soll sein Zimmer möglichst frei gestalten können. Ich bin sehr gespannt, in welche Richtung er sich entwickeln wird. Vielleicht ist er später eher der Nestbautyp, der sich mit ganz vielen Dingen umgibt :).

 

 

Hast du abschließend noch ein paar ultimative Tipps für uns für eine ruhige Gestaltung des Wohnraums?

1. Sich ein Farbkonzept überlegen. Möglichst neutrale Farben wählen. Beim Kauf neuer Stücke unbedingt bei den Farben bleiben. Ich persönlich rate auch davon ab, farbige Möbel zu kaufen, die nicht überstreichbar sind. Lieber selbst mal den Farbtopf zur Hand nehmen.

2. Viel weiss braucht als Kontrast natürliche Stoffe. Vollholzstühle oder Leinen, Wolle etc. schaffen eine wohnliche Atmosphäre.

3. Jedem Ding einen festen Ort geben. Wie schon Oma sagte: Jedes Ding an seinen Ort, erspart viel Müh und manch böses Wort.

4. Mit kleinen Kindern: Spielsachen werden am Abend wieder gemeinsam verräumt. In manchen Bereichen wird nicht gespielt. Mit großen Kindern: Spielsachen bleiben im eigenen Zimmer und werden nicht quer im gemeinsamen Wohnraum verstreut. Das klappt bei uns ganz gut. Das Zimmer sieht dafür manchmal aus: O la la… :-D

5. Kein wildes Potpourri bei Bett-, Frottee- und Küchenwäsche. Klingt jetzt vielleicht etwas pingelig, schafft aber viel Ruhe.

6. Shampooflaschen umfüllen, oder gleich Seifen kaufen.

7. Warten können. Meist besitzen wir so viel, dass es kaum Dinge gibt, die wir wirklich benötigen. Wenn ich also bereits einen Besen besitze, muss ich mich nicht stressen, damit ich gleich am nächsten Tag DEN perfekten Ersatz finde. Bis jetzt habe ich immer einen schönen Ersatz gefunden. Und am meisten Freude habe ich, wenn ich ungeplant DEN Besen finde. Kommt immer alles gut :-))).

8. Mit Kindern: Tabuzonen einrichten: Ich mache unheimlich gerne Geschenke. Ich habe eine Schublade mit Bändern, Klebestreifen, Leim und Schere. Die gehört nur mir. Niemand nimmt daraus meine Schere und meinen Klebestreifen. Ich habe dies so organisiert, weil ich mich einfach nicht erst eine Stunde auf die Suche machen wollte. Es klappt gut.

9. Ach ja: Lieber Matt als Glanz!

 

 

Liebe Rebekka, ganz vielen Dank für die vielen, inspirierenden Antworten!

Ich hoffe, euch hat die heutige Zimmerschau gefallen und die Bilder sowie Rebekkas Worte konnten diejenigen unter euch zu neuen Ideen anregen, die so wie ich auf der Suche nach einem aufgeräumten und doch liebevoll eingerichteten Zuhause sind!

Liebste Grüße
Karina

 

 

Alle Fotos von Rebekka alias silentandcalm

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