Frohe Ostern!

15. April 2017

 

Ihr Lieben, ich wünsche euch frohe Ostern und ein paar wunderschöne freie Tage mit eurer Familie und euren Freunden!

Hier auf meinem Blog ist es im Moment oft ein bisschen ruhig (What?! Es gab nicht EIN einziges
Oster-DIY?!) und ich danke euch, dass ihr mir dennoch die Treue haltet. Aber aus eigener Erfahrung weiß ich auch, dass man als Leser auch gar nicht so viele Blogposts zu lesen schafft wie man gerne möchte. Also ist es vielleicht auch nicht so schlimm. ;)

Obwohl hier content-mäßig in letzter Zeit weniger los war, gibt es doch etwas neues, was die Optik meines Blogs angeht. Euch ist es bestimmt schon aufgefallen, dass das rosa hier an der rechten und linken Seite durch weiß ersetzt wurde. Fühlt sich für mich mittlerweile einfach passender an. :) Ich freue mich sehr über die kleine, aber wie ich finde sehr wirkungsvolle Veränderung! Und ich hoffe, ihr mögt es auch.

Schöne Feiertage und liebste Grüße
Karina

 

Buchtipp: Einfach Leben von Lina Jachmann

9. April 2017

 

Ich möchte heute allen, die sich für das Thema Minimalismus interessieren, ein neu erschienenes Buch ans Herz legen: Einfach Leben: Der Guide für einen minimalistischen Lebensstil* von Lina Jachmann. Ich hatte es kurz vor seiner Veröffentlichung als Tipp in einer Zeitschrift entdeckt und manchmal weiß man ja schon, wenn man das Cover eines Buches sieht, dass der Inhalt einem mindestens ebenso gut gefällt wie das Äußere. Bei Einfach leben war dies so. Sobald das Buch raus war, habe ich es mir also schnell bestellt und hatte es aus lauter Freude am Lesen fast ebenso schnell durch. Meine Erwartungen wurden zum Glück erfüllt: es ist ein sehr gelungenes Buch rund um alle Themen, die minimalistisches Leben betreffen.

Lina Jachmann hat ihren Guide in die Kapitel Wohnen, Mode, Körper und Lifestyle gegliedert. Für mich persönlich hätte der Wohn-Teil natürlich auch gleich mal die Hälfte des Buches ausmachen können, aber Lina Jachmann war es, denke ich, ein Anliegen, eine breite Palette an Themen zu beschreiben, in die Minimalismus hineinreichen kann.
Im Kapitel Wohnen erklärt uns Lina unter anderem, warum es so befreiend ist, mit weniger Dingen zu wohnen (darüber lese ich gerne immer und immer wieder), wir bekommen Tipps zum Ausmisten und einem Kram-freieren Kinderzimmer, aber auch zu einem einfacheren Arbeiten im (Home-)Office. Dazu gibt es ein paar Homestories, von denen mich vor allem die von Jenny Mustard (sie hat auch einen tollen YouTube-Kanal!) und Joachim Klöckner inspiriert haben. Letzterer lebt mit nur 50 Dingen und ich kenne ihn auch schon aus dieser Doku. Ein sympathischer Mann!
Da ein Schwerpunkt aus Linas Buch das Thema Nachhaltigkeit ist (hier habe ich übrigens sicher noch Nachholbedarf!), gibt es auch Tipps für plastikfreie Küchentools und chemiefreie DIY-Reinigungsmittel.

Für viele – auch für mich – fängt das Ausmisten mit dem Kleiderschrank an. In Einfach Leben findet ihr im Kapitel Mode unter anderem einen Guide für die Erstellung einer Capsule Wardrobe, das inspirierende Porträt der Youtuberin Minimal Mimi sowie Tipps zu Slow Fashion-Labels und -Blogs.

Seit ich vor vier Jahren auf Rohkost-Ernährung umgestiegen bin, hat sich mein Kosmetik-Pool nach und nach fast von alleine minimalisiert. Manches wollte ich nicht mehr benutzen, manches vertrug ich plötzlich nicht mehr und für anderes hatte ich irgendwann einfach keinen Bedarf mehr. Statt Duschgel und Shampoo benutze ich zum Beispiel nur Wascherde (diese Lavaerde von Logona*). Das Thema natürliche und einfache Körperpflege finde ich daher super interessant und in Linas Buch konnte ich weitere schöne Anregungen hierfür finden.

Im letzten Kapitel Lifestyle wird zum Beispiel das Thema Zero-Waste vorgestellt, wir lernen, wie man aus schnöden Kastanien sein eigenes Waschmittel zaubert und erfahren mehr über den Trend Unverpacktes Einkaufen. Da es mich selber seit geraumer Zeit immer mehr aufs Land zieht, fand ich auch das Interview mit Anna und Marcus sehr schön, in dem sie von ihrem spontanen Umzug von Berlin aufs Brandenburger Land und ihrem jetzt sehr einfachen und sehr erfüllenden Leben erzählen.

 

Ganz ehrlich: innerhalb von drei Wochen habe ich das Buch schon ein zweites Mal durchgelesen. Es hat mir einfach Freude gemacht und wie erwartet sind beim zweiten Mal auch noch mehr Tipps und Ideen bei mir hängen geblieben.
Ich kann jedenfalls sagen: Einfach Leben sieht nicht nur außen und innen sehr hübsch aus, sein Inhalt hat mich weiter zu meinem Ziel, ein wenig minimalistischer zu leben, vorangetrieben. Und die zahlreichen Tipps zu Minimalismus-Blogs und -Youtubekanälen haben mir einen weiteren Schubs gegeben. Meinen Schreibtisch miste ich zum Beispiel derzeit zum DRITTEN Mal aus (und, ja, ich finde schon wieder eine Menge, das gehen darf) und dekorieren tue ich jetzt lieber mit dem Strohhut meines Mannes als mit dem x-ten Kerzenständer. ;)

Ich hoffe, euch mit dem Buch einen spannenden Lese-Tipp gegeben zu haben!

Liebste Grüße
Karina

 

 

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Mein täglicher Frühjahrsputz – mit dem Saugroboter VR200 von Vorwerk

6. April 2017

Werbung: Beitrag entstanden in Zusammenarbeit mit Vorwerk

Neben dem Entrümpeln hat mich jetzt zu Beginn des neuen Jahres auch mal wieder die Lust auf einen gründlichen Frühjahrsputz befallen. Geht es euch auch so? Ich finde es auch echt richtig gut, dass man ausnahmsweise mal total motiviert ist, endlich mal wieder den Boden zu wischen, die Fenster zu putzen oder auch auf den schwerer erreichbaren Regalen Staub zu wischen. Die Frühlingssonne fördert bei mir auch ganz schön viele vernachlässigte Ecken zutage, auweia… :D

Jede Wohnung hat ja so ihre Tücken und Eigenheiten. Bei uns ist es zum Beispiel weniger das Staubwischen (das geht einigermaßen einfach, denn allzu viel stand hier ja noch nie herum). Unsere Herausforderung ist eher die große Fläche des Bodens. Wir wohnen auf 140 qm und da dauert gründliches Saugen etwa eine halbe Stunde und Wischen eine Stunde. Und seit Levi da ist, wird es hier natürlich noch schneller krümelig durch heruntergefallenes Essen, Sand vom Spielplatz etc. Alle zwei, drei Tage saugen ist daher schon angesagt.
Als ich vor einiger Zeit dann die Anfrage von Vorwerk bekam, deren Saugroboter Kobold VR200 zu testen, konnte ich daher verständlicherweise nicht nein sagen. Ich wollte so ein Teil unbedingt mal bei uns ausprobieren. Hier kommt also mein Bericht nach einigen Wochen des Testens!

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Der Kobold ist ein ganz schicker Zeitgenosse. Pures Design in weiß, schwarz und mit ein paar grünen Details. Das passte ja schon mal gut hierher! Sein Zuhause, die Ladestation, hat dann im Gästezimmer seinen Platz gefunden. Um die Station herum muss nämlich genug Raum sein, damit der Roboter diese ungehindert verlassen und später wieder anfahren kann. Daher kann man sie leider nicht in die letzte ungenutzte Ecke im Abstellkämmerchen quetschen. Aber dank der netten Optik des Geräts war das für mich auch kein Problem.
Auf der Oberseite des Kobolds findet man das einfache Bedienfeld mit einer Statusanzeige und den Startknopf. Von oben kommt man auch an den kleinen Staubbehälter ran. Er lässt sich leicht ein- und ausbauen, man entleert ihn einfach in den Mülleimer oder saugt ihn mit dem Staubsauger aus und verwendet ihn immer wieder.

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Man kann mit dem Saugroboter auf zwei verschiedene Arten reinigen lassen. Einmal nimmt er sich die ganze Wohnung vor oder er reinigt nur ein Quadrat von 2 x 2 m („SPOT-Reinigung“). Letzteres könnte man zum Beispiel nutzen, wenn beim Nachhausekommen im Flur nur an einer Stelle ne Menge Sand verteilt wurde (passiert hier häufiger…). Ich habe aber fast immer die Funktion der ganzen Wohnung genutzt. Mit einer Akkuladung schafft der Kobold ca. 120 qm. Ich musste daher immer in zwei Schritten saugen lassen.

Und wie war der Kleine in der Praxis? Insgesamt kann ich sagen: gut! Hier kommt meine Liste der vielen positiven und wenigen negativen Punkte:

POSITIVES
– Fast alle Ecken werden erreicht. Das wirklich tolle ist, dass der Roboter auch dort saugt, wo ich oft zu faul bin mit dem Staubsauger hinzulangen. Unter größeren Möbelstücken zum Beispiel wie unserem Sideboard im Wohnzimmer, wo der Fernseher drauf steht. Was super klappt, da der Kobold VR200 nur 9 cm hoch ist.
– Bei Gebrauch etwa alle zwei Tage bekommt man eine sehr schöne „Grundsauberkeit“ in die Räume, die mindestens immer so gut ist, dass man nie denkt: oha, ich müsste mal wieder dringend staubsaugen. Das entspannt. :)
– Er hat Power. Wenn er über etwas rüber rauscht, ist es auch weg.
– Den Staub auszuleeren geht leicht und schnell. Ist auch immer schön zu sehen, was nun aus der Wohnung verschwindet. Ein bisschen „ausmisten für jeden Tag“ sozusagen. :D
– Unkomplizierte, leicht verständliche Bedienung mit wenigen sinnvollen Funktionen.
– Der herumfahrende Roboter hat vor allem für Kleinkinder einen enormen Unterhaltungswert. Für Erwachsene aber auch! Die ersten Male bin ich dem herumflitzenden Kobold mit Levi auf dem Arm immer ganz neugierig hinterher gelaufen.

NEGATIVES
– Es wäre schön, wenn er noch etwas leiser wäre.
– Einfach Kobold anschalten und abhauen geht leider nicht. Man muss die Wohnung etwas vorbereiten, vor allem, wenn man nach einiger Zeit die „Stolperfallen“ des Roboters kennt. An den Fransen unseres Wohnzimmerteppichs ist er zum Beispiel immer hängen geblieben. Die muss ich also vorher nach unten einschlagen. Oder: stehen die Stühle sehr dicht am Esstisch, so dass der Roboter nicht dazwischenpasst, sollte man sie vom Tisch etwas abrücken.
Für Bereiche, die der Kobold nicht befahren soll, gibt es übrigens eine 4 m lange Magnetstreifenrolle, die man als Barriere auslegen kann. Darüber kann der Roboter nicht fahren.

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Hier noch ein paar Extratipps von mir:
– Um sicher zu gehen, dass der Kobold nichts weggesaugt hat, das kein Müll ist (Legostein, der klassische Ohrring), sollte man beim Ausleeren des kleinen Staubbehälters schnell dessen Inhalt checken. Das geht aber sehr easy.
– Anfangs hatte ich etwas Probleme, da der Saugroboter sich nicht so systematisch durch die Räume bewegt hat, wie versprochen. Manches hat er doppelt bearbeitet, manches gar nicht. Nach einem Telefonat mit dem sehr netten Kundenservice habe ich den Tipp bekommen, möglichst die Wohnung zu verlassen oder sich eine Weile z.B. mit einem Buch aufs Sofa zurückzuziehen, da es den Roboter irritiert, wenn man sich ständig in seiner Nähe bewegt (also kein neugieriges Hinterherlatschen mehr). Gesagt, getan, Levi und ich lassen in Zukunft sehr gerne den Kobold schuften, während wir auf dem Bett gemütlich ein Buch anschauen. :)

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Übrigens: nicht nur ich finde den Kobold richtig „gut“. Bei Stiftung Warentest ist er erst im Februar dieses Jahres als Testsieger ausgezeichnet worden. In einem Test mit fünf Mitstreitern hat er als einziger das Qualitätsurteil „Gut“ erhalten. Glückwunsch!
Unseren 08/15 Staubsauger werde ich übrigens trotz immer noch laufenden Groß-Entrümpelns behalten. Für die Sandhäufchen im Flur, die schnell mal weggesaugt werden müssen. Ihr wisst schon, siehe oben.

Liebste Grüße
Karina

 

minimalistischer wohnen – das sind meine Ziele

10. März 2017

Wow, mein letzter Blogpost über meine Beweggründe, minimalistischer wohnen zu wollen, hat bei euch ja riesen Interesse geweckt! So viele spannende Kommentare und der große Tenor dabei war: ja, hier auch! Das finde ich echt interessant. Ob es wirklich in den nächsten Jahren zu einer Trendwende im Bereich des Konsums kommt? Ich sehe es ja tatsächlich gerade überall: Minimalismus, Entrümpeln, bewussterer Konsum etc. ist aktuell in aller Munde: Modeblogger stellen ihre Capsule-Wardrobe vor, die Gratis-Zeitschrift in der Drogerie gibt Tipps zum Ausmisten, reduziertes skandinavisches Design ist eh schon lange angesagt und immer mehr Menschen lassen sich von „echten“ Minimalisten zur Vereinfachung ihres Lebens inspirieren.

Vase mit Heidelbeere

Diese „echten“ Minimalisten leben mit sehr, sehr wenigen Dingen (bekannt ist z.B. die 100 Things Challenge) und konsumieren nur noch sehr reduziert, dafür bereichern sie ihr Leben mit Erlebnissen und Beziehungen zu anderen Menschen. Ich habe zwar gerade erst angefangen, mein Konsumverhalten zu verändern, aber langfristig könnte ich es mir echt vorstellen, gaaanz einfach zu leben. In so einem Tiny House zum Beispiel! Da müsste dann natürlich die ganze Familie an einem Strang ziehen. Mein Liebster ist allerdings noch nicht so für dieses Thema zu begeistern (man muss ihm aber zugute halten, dass er dafür auch nie so kaufverrückt war wie ich!). Ok, also erst mal kein Tiny House. Ich habe dafür aber andere, „bescheidenere“ Ziele, die ich erreichen will, indem ich minimalistischer wohne und lebe. Die erzähle ich euch heute!

Vase mit Heidelbeere

Kurzfristige Ziele (in den nächsten Wochen)

  • So viel es geht aussortieren. Ich stelle im Moment zum Beispiel fast jeden Tag einen Karton mit ein paar Sachen zum Verschenken an die Straße.
  • Weniger konsumieren. Das bezieht sich vor allem auf alles rund ums Wohnen, aber auch auf Kleidung. Ich möchte weniger kaufen, dafür sollen die Sachen hochwertiger sein und mir länger Freude machen.
  • Herausfinden, was ich wirklich liebe. Wenn ich möchte, dass ich die Dinge, die ich kaufe, nicht nur ein paar Monate lang mag, muss mir klar werden, was abseits der Trends eigentlich mein wirklich wahrer eigener (Wohn)Stil ist. Dieser Punkt ist meiner Meinung nach essentiell, aber leider gar nicht so einfach!!!
  • Nein sagen lernen zu Käufen, Projekten, Verpflichtungen. Nein, ich muss jetzt nicht den achten Kerzenständer kaufen. Nein, das DIY fange ich jetzt nicht auch noch an. Nein, diese Kooperation passt zeitlich einfach nicht mehr in meinen Blogplan.

Vase mit Heidelbeere

Mittelfristige Ziele (in den nächsten Monaten/paar Jahren)

  • Hier wohnt nur noch das, was mich glücklich macht. Ich möchte bald nur noch von Dingen umgeben sein, die ich liebe, die mich glücklich machen, die ich brauche und die ich regelmäßig benutze.
  • Weniger besitzen. Um weniger (Haus-)Arbeit zu haben. Denn wie ich es schon in ähnlicher Weise in meinem letzten Blogpost beschrieb: weniger Kram braucht weniger Stauraum braucht weniger Möbel braucht kleinere Räume braucht nur ein kleines Zuhause. Und dadurch:
  • Mehr Zeit haben für die schönen, erfüllenden Sachen im Leben. Meine Familie, meine Freunde, meine Leidenschaften. Und in dieser freien Zeit den Moment voll genießen können, weil keine nervige To-Do-Liste im Hinterkopf umherschwabert.
  • Mehr Harmonie: Wie bei manch anderen Paaren gibt es auch hier öfter Diskussionen über Hausarbeit. Ich hoffe, wenn hier bald weniger zu tun anfällt, werde ich entspannter und netter und räume ohne meine üblichen zickigen Kommentare die Socken des Mannes einfach selber weg. :)

Vase mit Heidelbeere

Langfristige Ziele (die nächsten Jahre)

  • Vielleicht doch ein Tiny House? ;)

Was sind eure Ziele beim Minimalisieren? Ich bin gespannt und freue mich wieder auf spannende Kommentare!

Liebste Grüße
Karina

 

 

Vase von habitat, ganz frisch gekauft (mistemistemiste)

Hoppla, hier gibt es nun leere Schubladen! Minimalistischer wohnen – meine ganz persönlichen Gründe

3. März 2017

Ich glaube, dies wird ein ziemlich persönlicher Post. Denn wenn ich euch heute davon erzähle, warum ich mich in letzter Zeit viel mit Minimalismus beschäftigt habe, muss ich euch ja auch berichten, was mich dazu bewegt, mein bisheriges Konsumverhalten und überhaupt meine bisherigen Prioritäten im Alltag zu hinterfragen. Und somit auch Fehler und Schwächen einzugestehen! Aber ich denke, das werdet ihr verkraften. Also los!

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Vor allem jetzt zu Anfang des neuen Jahres ist mir aufgefallen, wie sehr das Thema Entrümpeln in den Social Media und auf Blogs eine Rolle gespielt hat. Sich mit dem Abschied vom letzten Jahr von Altem zu lösen hat ja eine lange Tradition. Aber dieses Mal ist mir in den ganzen Äußerungen irgendwie aufgefallen, dass langsam mehr dahinter steckt. Eine grundsätzliche Unzufriedenheit mit dem „zu viel“. Eine Sättigung von dem immer neuen. Ein Infragestellen des bisherigen Kaufverhaltens. Auch oder vor allem von Leuten, die wie ich sehr großen Wert darauf legen, sich mit (vielen!) schönen Dinge zu umgeben. Aber kein Wunder, dass mir das Thema so sehr ins Auge sprang, denn ich selber habe schon Ende letzten Jahres begonnen, mich mit dem Thema Minimalismus zu beschäftigen. Und seitdem ist hier einiges passiert…

Also wie kam es dazu, dass ich merkte, dass hier konsummäßig irgendwas schief läuft? Es lag eigentlich an zwei Dingen. Ich empfand ständig
1. Zeitmangel.
2. einen gewissen Druck „mithalten“ zu wollen.

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1. Zeitmangel
Ich denke mal, über zu viel Zeit können sich die wenigsten beklagen. Es gibt ja auch im Alltag ne Menge zu tun: der Job, die Kinder, der Haushalt, die Steuererklärung,… ihr wisst schon. Wenn es einem aber irgendwie immer zu viel ist, macht es Sinn, mal zu schauen, WAS GENAU man da eigentlich immer zu tun hat. Das hab ich getan und ich stellte fest: der Großteil drehte sich um DINGE. Und oft waren es die, die ich neu gekauft hatte oder kaufen wollte.

1.1 Zeitmangel wegen neuer Dinge
Meine Leidenschaft ist Wohnen. Deshalb möchte ich schön wohnen. Also wollte ich, dass sich in meinem Zuhause gewisse Dinge befinden. Und die mussten erst mal herangeschafft werden. Es hat aber eine Weile gedauert, bis mir bewusst wurde, wie viel Zeit ich eigentlich in die Beschaffung dieser Accessoires, Möbel, Wohntextilien etc. steckte! Recherche im Internet, das Shoppen selber mit Auswahl der Farbe, Menge, die Adresseingabe etc. (Dabei hab ich übrigens oft „wo ich grad dabei war“ gleich ein paar zusätzliche Sachen in dem Shop xy bestellt, die ich ursprünglich gar nicht haben wollte.). Dann zuhause aufs Paket warten oder zur Post/zum Nachbarn latschen, wenn ich doch nicht da war. Auspacken, entscheiden, ob ich’s tatsächlich behalte (Das zog sich gern mal über mehrere Tage hin. Für mich ein ständiger to-do-Punkt im Hinterkopf.). Was ich behielt: Etiketten ab, evtl. reinigen und dann meist recht lange überlegen: wo kommt das eigentlich hin? Ein paar Dekovarianten ausprobieren, was anderes dafür wegstellen,… Ein Teil meiner Bestellungen ging oft zurück: also wieder einpacken, Rücksendeschein ausfüllen, zur Post gehen,… aaaaahhhh! Merkt ihr was? Es macht echt Arbeit, neue Sachen zu kaufen!

1.2 Zeitmangel wegen alter Dinge
… also die, die man bereits besitzt. Alle Dinge, die man sein Eigen nennt, müssen regelmäßig aufgeräumt, geputzt, gewaschen, gebügelt, abgestaubt, repariert, umdekoriert, zusammengefaltet, getrocknet, zurück gestellt, zurecht gerückt, aufgehoben, verstaut, entsorgt und so weiter und so fort werden. Mir wurde klar: einen Großteil meiner Zeit verbringe ich damit, Kram zu verwalten. Hallo? Nein! Das soll nicht der Inhalt meines Lebens sein!
Mal zwei Beispiele:
1. Meine Schreibtischschubladen waren zwar aufgeräumt, aber ziemlich voll. Als mein Söhnchen gerade seine Ausräum-Phase hatte, war schnell der ganze Boden übersät mit allerlei Büroaccessoires. Ich habe ihn machen lassen, er hatte großen Spaß dabei! Aber trotzdem: was für eine Arbeit, alles wieder halbwegs ordentlich zurück zu räumen! Heute habe ich nur noch halb so viele Sachen in meinem Schreibtisch und das Zurückräumen geht viiiel flotter!
2. Ist euch schon mal diese Gleichung aufgefallen: mehr Dinge brauchen mehr Platz, das braucht mehr Stauraum, das braucht mehr Möbel, die haben mehr Abstellfläche, die benötigt mehr schicke Deko, die macht mehr Arbeit,… Als mir das klar geworden ist, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Hilfe, ich habe so wenig Zeit, weil ich zu viel KRAM habe!

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2. der Druck mithalten zu wollen
Ich mag meine Wohnung. Und ich weiß, ihr mögt sie auch, denn sonst wärt ihr ja nicht hier auf meinem Blog. :) Aber wisst ihr was: mit einigen Bereichen meines Zuhauses bin ich oft ganz schön unzufrieden. Wir sind vor vier Jahren hier eingezogen und in vier Jahren tut sich viel, was Trends angeht und die eigene Persönlichkeit und somit der Geschmack können sich auch ganz schön verändern. Ihr könnt euch aber sicher vorstellen, dass es ziemlich unmöglich und eigentlich auch unbezahlbar ist, viereinhalb Zimmer immer up to date zu halten?! Es macht riesen Spaß, auf Instagram und auf Blogs all die wunderschönen Wohnungen zu bestaunen und Ideen zu sammeln. Aber manchmal dachte ich auch: „Hilfe, kann ich da je mithalten? Ich will aber!!!“ Da war ich oft ganz schön unzufrieden und zweifelte enorm an meinen Fähigkeiten als „Wohnexpertin“. Denn das Wohnen ist ja mein Hobby, meine Leidenschaft, meine Kompetenz, meine Visitenkarte. Wenn ich da versage, was kann ich dann eigentlich? Klingt ganz schön heftig, aber ich hab euch ja gewarnt, es wird ein sehr ehrlicher Post. ;)
Ich hatte jedenfalls ständig das Bedürfnis, Dinge zu kaufen, die mich näher an meine Idealvorstellung eines  schönen Zuhauses heranbringen würden. Das war anstrengend, zeitintensiv (siehe oben) und natürlich ging es auch ziemlich ins Geld.

Dann aber, als ich übers Entrümpeln auf das Thema Minimalismus kam, habe ich entschieden: „Stopp, ich schaff das doch eh nicht, jetzt steige ich erst mal für eine Weile aus. Ich werde jetzt erst einmal nichts neues kaufen, denn die Trends sind eh immer zu schnell, als dass ich sie einholen kann. Ich möchte jetzt erst einmal schauen, was mir im Leben wichtig ist und meine Prioritäten abchecken. Und herausfinden, wo wohnmäßig meine Reise in Zukunft hingehen soll.“

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Als ich dann Anfang des Jahres angefangen habe, sehr radikal auszumisten, hat mir das riesen Spaß gemacht. Und ich erkannte etwas, das mir so auch nie dermaßen klar war: Immer, wenn ich etwas Neues kaufen wollte, wollte ich damit einen Schritt näher an meine Vorstellung meines idealen Zuhauses kommen. Mein Ziel war es, nur von schönen Dingen umgeben zu sein. Wenn man ausmistet, erzielt man aber genau den gleichen Effekt! Anstatt immer neue tolle Sachen hinzuzuholen, kann ich doch auch einfach alles weggeben, was ich nicht brauche, benutze und liebe! Denn ich HABE ja bereits ne Menge schöner Dinge. So bleibt am Ende nur das übrig, was mich richtig glücklich macht! Das Ergebnis ist also genau das gleiche! Juchu! 

Ja, und so bin ich hier seit einigen Wochen kräftig dabei, ein Zimmer nach dem anderen durchzustöbern, Sachen auszusortieren und wegzugeben. Und es tut mir sehr, sehr gut. Wie ihr seht, gibt es hier bereits ganze leere Schubladen (!), was sogar nach und nach den Zweck ganzer Möbelstücke in Frage stellt (hoppla!).

In den nächsten Wochen werde ich noch mehr zu dem Thema minimalistischeres wohnen und leben posten. Was meine Ziele sind (das muss ich selber erst einmal herausfinden), wie ich in Zukunft anders konsumieren möchte und was ich eigentlich mit den vielen aussortierten Dingen tue.

Wenn ihr euch auch mit dem Thema Minimalismus beschäftigen wollt, findet ihr unter diesem Post noch eine kleine Sammlung Videos, Blogs und Bücher, die mich besonders inspiriert haben.

Liebste Grüße
Karina

 

 

 Magic Cleaning von Marie Kondo
Dieses Buch ist bereits ein Klassiker. Hat mich ordentlich zum Entrümpeln motiviert!

A rich life with less stuff
Die sehr bekannten The Minimalists geben einen inspirierenden Einblick in ihren
Weg zum Minimalismus.

Mein Minimalismus
Spannende Doku rund um minimalistisch lebende Menschen.

Joshua Becker: The More of Less
Vortrag und Diskussion mit Joshua Becker über sein minimalistisches Leben mit Familie.

Life is easy
Jon Jandai erzählt in einem Vortrag seine wunderbar einfache Sicht aufs Leben.
Ich liebe dieses Video!

Apfelmädchen und MalMini
Nur zwei von sehr vielen interessanten Blogs über Minimalismus…

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