Cozy Minimalism: mit wenigen Dingen gemütlich wohnen – 7 Ideen

23. Juli 2017

 

Wohnen mit wenigen Dingen fände ich für mich eine wunderbare Sache. Wie ihr wisst, habe ich mich, inspiriert durch Minimalismus und Mari Kondos Buch, auf eine große Reise begeben, bei der ich einerseits extrem aussortieren und andererseits anders (das heißt vor allem weniger) kaufen möchte. Gleichzeitig ziehen wir im Herbst in ein Haus ein. Ich freue mich totaaal über diese Gelegenheit eines Wohn-Neustarts, bei dem ich meinen Wunsch nach einem einfacheren Wohn-Leben umsetzen kann! Es soll sich vieles ändern… was, das versuche ich derzeit noch genauer herauszufinden, aber über eine Sache mache ich mir besonders Gedanken:

Wie schaffe ich es, mit wenigen Dingen gemütlich zu wohnen?

Ich meine: kennt ihr diese Architektur-Reportagen aus Wohnzeitschriften, wo man nach der Präsentation der Außenfassade die Gestaltung des Innenraums zeigt und dann nur diese völlig leergefegten Räume sieht? Ein langer Flur mit einer Bodenvase. Ein offener Wohn-Essbereich mit einer Salz- und einer Pfeffermühle auf der Kücheninsel und einer Obstschale auf dem Esstisch. Ich fand diese Bilder immer schrecklich. So tot. Aber auf eine Art und Weise waren sie eben auch minimalistisch. Ich möchte aber nicht, dass es in unserem Haus so steril aussieht. Also bin ich gerade dabei, mir Ideen zu überlegen, wie es bei uns mit wenigen Dingen schön, gemütlich und einladend aussieht. Cozy Minimalism eben.

 

1. Lieber eine große Sache statt vieler kleiner Kleckerdinge wählen
Wenn man beginnt, Minimalismus für sich zu entdecken, lernt man auch, leeren Raum wert zu schätzen. Dabei muss jeder für sich die richtige Balance finden. Wie ich oben schon schrieb: ich möchte es nicht ganz leer und steril haben. Meine Idee ist, die vielen kleinen Dinge mit wenigen großen zu ersetzen. Ich sage nur: Statement Pieces.
Beispiele: Statt drei kleiner Vasen eine große, statt vieler Pflänzchen eine große Palme, statt drei Stühlen am Esstisch lieber eine lange Bank. Die „raumfüllende Wirkung“ ist die gleiche. Man hat aber weniger rumzuräumen, kann sich bei den Pflanzen pflegemäßig auf einen Kandidaten konzentrieren und die Optik einer Bank mit vier Beinen ist viel ruhiger als die zwölfbeinige Stuhl-Gang.

 

 

2. Mit echten Sachen einrichten
Achtung, nun wird’s esoterisch. ;) Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass für mich Dinge aus künstlichen Materialien in ihrer „Ausstrahlung“ zu wenig Raum einnehmen. Die positive Wirkung auf den Raum ist eher gering, manchmal sogar negativ, so dass ich früher versucht habe, durch Masse fehlende Klasse zu ersetzen. Also mit viel Deko eine schönere und „wärmere“ Wirkung zu erzielen. Das funktioniert natürlich, aber wenn man in Zukunft auf viel Deko verzichten möchten, muss man andere Wege finden. Ich möchte daher unser Haus mit (noch) mehr natürlichen Materialien einrichten.
Beispiele: Statt Spanplatten-Möbel massives Holz. Statt neuer mehr alte Möbel mit Geschichte. Statt synthetischer Stoffe Naturmaterialien wie Leinen, Wolle oder Baumwolle.
Ich erhoffe mir, dass wenige dieser natürlichen „Zutaten“ ausreichen werden, um unser neues Zuhause super wohnlich zu machen!

Mein Vorbild hierfür ist Rebekka, deren Instagram-Account silentandcalm eine wunderbare Inspiration für das Wohnen mit ganz wenigen, aber echten Dinge ist. Und findet ihr, es fehlt bei ihr etwas? Ich finde, nein! Es sieht sooo gemütlich und einfach wunderschön bei ihr aus!

 

 

 

3. Mit lebendigen Sachen einrichten
Wie praktisch, dass Pflanzen gerade modern sind. ;) Ein einzelnes, großes Exemplar kann nämlich meiner Meinung nach ein halbes Zimmer mit Leben füllen und somit eine Menge „toter“ Dekorationsteile ersetzen. Dasselbe gilt für Schnittblumen. Gut, ganz lebendig sind sie ja nun nicht mehr. :/ Aber ich finde, dass ein einfacher, größerer Blumenstrauß oder einige grüne Zweige weitere Dekorationsteile oft überflüssig machen.
Beispiele: Siehe mein Bild aus unserem Flur unten, den neuerdings eine üppige Fischschwanzpalme ziert. Oder: Statt gewöhnlicher Weihnachtsdeko kann man das Zuhause lieber mit natürlichen Materialien wie Lärchenzweigen schmücken (hier geht es zu meinem Blogpost zu natürlicher Weihnachtsdekoration).

 

 

4. Leeren Raum mit Bildern füllen
Eine weitere Idee von mir ist, Stellen, die einem doch zu leer erscheinen, mit einem Bild zu schmücken. Ich finde, das ist eine gute Alternative zu üppiger Deko, da Bilder an der Wand wenig Arbeit machen: sie stören beim Staubwischen nicht, fangen auch selber kaum Staub, verrücken nicht und können viel Kleinkram ersetzen. Wer Tipp 1 beherzigen möchte, greift auch hier lieber zu einem einzigen, größeren Exemplar statt zu vielen Bilderchen.
Beispiele: Statt eine Kommode mit viel Deko vollzustellen, lieber ein Bild drüber hängen. Statt eine Wand mit einem Regal zu zieren, das man wieder mit Dingen füllt, auch hier lieber ein Poster, Foto oder Gemälde wählen.

 

5. Gebrauchsgegenstände als Deko benutzen
Wenn man seine Menge an Deko-Teilen gering halten möchte, ist es ganz praktisch, wenn Gebrauchsgegenstände hübsch anzusehen sind. Dann kann man diese in (wenigen) offenen Regalen ausstellen und ohne rein dekorative Dinge wie Vasen, Kerzen und Co. eine wohnliche Wirkung erzielen.
Beispiele: Eine Schürze aus Leinen, ein stylisches Kehrset und ein schicker Staubwedel hängen an Haken an unserem Küchenbuffet und sind ein schöner Hingucker.

 

 

6. Die richtigen Dinge besitzen
Ach herrje… welche Dinge aus meinem Besitz mir wirklich wichtig sind und ich daher behalten möchte, versuche ich seit Monaten Stück für Stück heraus zu finden. Mittlerweile habe ich dabei schon unglaublich viel gelernt und weiß, dass ich in Zukunft viel klüger einkaufen kann (hier findet ihr meinen Blogpost zum Thema Fehlkäufe vermeiden). Denn es ist ja offensichtlich: wenn man mit möglichst wenigen Dingen wohnen möchte, muss die Trefferquote in Bezug auf Praktikabilität, Qualität und Ästhetik extrem hoch sein! Aber wenn man es schafft, sich mit den richtigen Dingen zu umgeben (und dieses „richtig“ kann und soll für jeden etwas anderes bedeuten!), dann kann man auf viel Brimborium verzichten, das nur irgendwelche Lücken füllen soll.
Beispiele: Der absolute Lieblingskerzenständer statt eines Tischs voller kleiner Teelichthalter. Eine schöne, hochwertige Bettwäsche statt einer Armada an Dekokissen. Ein hübscher, warmer, robuster Wintermantel statt drei Mäntel für jede Gelegenheit (uuuaaah, hat da jemand ne Idee?!).

 

Minimalistisches Schlafzimmer

 

Und wenn ich mich an den paar Dingen, mit denen ich mein Zuhause einrichte, irgendwann sattgesehen habe? Dann kommt hier Tipp Nummer

 

7. mal eben flott umdekorieren
Wenn das ganze Wohnszenario mit zig Dekoteilen, Möbelstücken und Gebrauchsgegenständen zu komplex ist, ist es ziemlich aufwendig, mal eben umzudekorieren. Man räumt ein Teil von A nach B, zwei andere Teile müssen dafür nach C umziehen. Für die Sachen, die auf C standen, findet man irgendwie keinen passenden Platz. Grübelgrübel, räumräum… Ok, manchen macht das total Spaß, aber ab einer gewissen Grenze fand ich es doch ziemlich anstrengend. Wenn man aber nur ein paar wenige, ausgesuchte Sachen hat, kann man in recht kurzer Zeit einen Raum umdekorieren. Ich habe dann viel mehr Lust, mit einer kurzen Umräumaktion frischen Wind in unser Zuhause zu bringen, damit Langeweile bei der Einrichtung keine Chance hat.
Beispiel: Frische Blumen in die Vase auf dem Esstisch, zwei Kerzenständer miteinander vertauschen, ein Bild von A nach B hängen. Fertig. Ich hoff’s zumindest. ;)

Was meint ihr, schaffe ich es, mit meinen Ideen ein minimalistisches Zuhause mit wenigen Dingen zu haben, das trotzdem warm, gemütlich und lebendig wirkt? Habt ihr noch weitere Tipps und Erfahrungen für mich? Ich bin nach wie vor auf Ideensuche!

Liebste Grüße
Karina

Möbel zu verkaufen :)

19. Juli 2017

Ihr Lieben, unser Umzug ins Haus rückt näher (2 Monate nur noch!) und bevor es losgeht, möchten wir uns von drei Möbelstücken trennen, die wir zwar nach wie vor super schön finden, aber im neuen Zuhause stilistisch oder platzmäßig leider nicht mehr passen. Bevor ich sie bei Ebay reinstelle, wollte ich einfach mal hier auf meinem Blog anfragen, ob jemand Interesse hat. Irgendwie scheint ihr meinen Stil ja zu mögen, also müssten dem ein oder anderen doch bestimmt diese Möbel gefallen. ;)

 

Unser geliebtes Daybed! Da ich im Haus gerne ein ganz normales Bett für Gäste hätte, muss ich dem Schlafsofa leider Tschüss sagen. Es ist von Knoll und natürlich Vintage. Der Velours-Bezug und das Polster sind soweit ich weiß noch Original und beides ist noch gut erhalten. Maße: Länge wie auf dem oberen Bild 210 cm, ausgezogen wie auf dem unteren 250 cm, die Liegefläche ist dabei 200 cm lang und 80 cm tief. Gesamttiefe 82 cm, Höhe 81 cm.
Der Preis für dieses Bett ist recht hoch, da es schon Sammlerwert hat. Mit diesem praktischen und sehr hübschen Beistelltischchen am rechten Ende findet man es sogar fast gar nicht. Ich steige hier also mal mit 890 Euro ein und freue mich auf Angebote. :)

 

VERKAUFT
Ach, leider ist in unserer neuen Küche kein Platz hierfür: unser cooles Vintage Buffet. Die Maße sind: Höhe 175 cm, Tiefe 36 cm, Breite 78 cm. Leider hat es Wasserflecken auf der unteren Ablage, die sich aber nicht allzu schwer entfernen lassen müssten. Klar kann man auch einfach etwas drauf stellen. ;)  180 Euro VHB.

 

 

Die Konsole von IKEA Stockholm in Farbe Eiche ist bis auf unauffällige Kratzer am rechten Bein gut erhalten. Die Maße sind Länge 150 cm, Höhe 70 cm, Tiefe 38 cm. Neupreis war 199 Euro, ich verkaufe es für 125 Euro VHB.

Verschicken kann ich die Möbel leider nicht, daher kann ich nur Selbstabholung anbieten oder evtl. noch Abholung durch eine Möbelspedition. Wer Interesse hat, kann sich die Sachen natürlich gerne mal ansehen. :) Schreibt mir einfach einen Kommentar oder eine Email an karina@ohwhataroom.de!

Liebste Grüße
Karina

 

Zimmerschau: eklektischer Mix bei Modebloggerin Sue Giers

6. Juli 2017

 

… und schon kommt eine weitere Zimmerschau (nachdem ich euch kürzlich erst das Zuhause meiner Freundin und Strickdesignerin Doro gezeigt habe)! Ich habe nach einer längeren Elternzeit-Pause mal wieder eine schöne Homestory für houzz, die große Online-Plattform fürs Wohnen und Einrichten, fotografiert. Ich war bei Sue Giers, Modebloggerin bei SoSue und Einkäuferin für die Hamburger Boutique Linette. Ihre große Altbauwohnung bewohnt sie zusammen mit ihren drei Kindern und zahlreichen wunderschönen Möbel- und Dekorationshighlights aus verschiedenen Epochen und Stilen. Mich hat ihr eklektischer und farbenfroher Mix sehr begeistert. Meine liebsten Bilder aus der großen Homestory seht ihr nun hier!

 

 

 

 

 

Neugierig auf mehr? Alle Fotos sowie ein spannendes Interview, das meine Kollegin Kerstin mit Sue geführt hat, findet ihr hier bei houzz.

Na, gebt’s zu, hier hättet ihr auch gerne mal Fotograf gespielt, oder? :D Mir hat das Projekt jedenfalls riesen Spaß gemacht und es war mir eine Freude, so viel Stil und Schönheit ablichten zu dürften.

Liebste Grüße
Karina

 

Wie ich es schaffe, weniger zu kaufen und Fehlkäufe zu vermeiden – 11 Tipps

18. Juni 2017

 

Auf meinem Weg zu einem minimalistischeren Wohnstil bin ich nicht nur dabei, Sachen nach und nach auszusortieren, sondern vor allem auch mein Kaufverhalten zu verändern. Mit welchen Tricks ich es bisher geschafft habe, weniger zu kaufen und Fehlkäufe zu vermeiden, das möchte ich euch heute mal erzählen. Ich hoffe, es sind auch ein paar Tipps für euch dabei! Manche kennt ihr sicher schon, ich habe sie aber trotzdem hier mit aufgenommen, wenn sie für mich sehr gut funktionieren. Andere Tipps sind aus meiner eigenen Erfahrung heraus entstanden. Inklusive ist hier und da auch mal wieder eine Reise in meine tiefenpsychologischen Kaufsucht-Abgründe. ;) Also, los geht’s!

 

Achtung bei Trendkäufen!
Trends sind kurzlebig, das wissen wir alle. Das ist ja auch deren Sinn und völlig in Ordnung. Aber ich möchte in Zukunft noch mehr darauf achten, keine oder noch weniger Trendkäufe zu tätigen. Zwei, drei Teile pro Trend sollen für mich das Maximum sein. Und vor allem: keine großen Stücke wie zum Beispiel Möbel kaufen. Eine Vase darf auch nur mal ein, zwei Jahre ein Lieblingsstück sein. Aber ein Esstisch sollte schon länger halten, oder? Beispiel: Ich habe viele Dekoteile aus Kupfer, aber ich mag nur noch sehr wenige davon wie die säulenförmige Vase. Hätte ich mir zum Beispiel vor ein paar Jahren einen Couchtisch aus Kupfer gegönnt – ach du je. Deswegen wird es auch keinen mit Marmorplatte geben (auch, wenn ich so was im Moment sooo schick fände.)

 

Achtung bei „einmaligen Gelegenheiten“ und „wenn ich schon mal da bin“-Situationen!
Hier tappe ich nach wie vor öfter mal in die Shoppingfalle und kaufe eher unnütze Dinge. Und zwar in Situationen, in denen ich denke: „Ich bin doch so selten hier, jetzt muss ich auch was kaufen.“. Beispiele sind unsere gelegentlichen Trips nach Kopenhagen oder Bummeln in netten, günstigen Shops wie Tiger und Søstrene Grene, wo ich nicht so oft hinkomme. Einfach nur das Bummeln genießen, wieder aus dem Laden gehen und nichts kaufen – das fällt mir oft noch schwer.
Das selbe gilt für Onlineshops. Ich habe sehr oft meinen Warenkorb mit mehr Dingen befüllt, als ich eigentlich kaufen wollte, einfach, weil ich ja eh schon was bestelle und „sich die Versandkosten dann noch eher lohnen“. Auweia…

 

Achtung bei Souvenirs!
Dass Deko-Mitbringsel aus eher exotischen Ländern bei mir zuhause meist ziemlich fehl am Platze wirkten, habe ich schon ziemlich früh bemerkt. Trotzdem bin ich in der Vergangenheit in ähnliche Shoppingfallen getappt. Zum Beispiel haben wir mal Urlaub in einem im Shabby Chic gestylten Bed and Breakfast mit angeschlossenem Shop gemacht. Es war wirklich zauberhaft dort! Aber die Deko-Teile, die ich mir da gekauft habe, weil ich mich vom dem Flair habe mitreißen lassen, waren nicht lange meine Lieblinge… Also: bleibt im Urlaub auf dem Boden der Tatsachen und überlegt euch genau, ob ihr euch gerade nur von der speziellen Atmosphäre einlullen lasst und ob die Sachen, die ihr shoppen möchtet, wirklich, wirklich EUER Stil sind.

 

Foto: Jenny Mustard

Foto: Jenny Mustard

Minimalismus zum coolen Lifestyle erklären
Statt sensationell schönen und nach dem aktuellen Trend eingerichteten Wohnungen aus Pinterest nachzueifern, habe ich für mich einen neuen Lifestyle als das ultimativ coole erklärt: Minimalismus. Ich hatte nämlich oft das Bedürfnis, bei den toll durchgestylten Wohnungen mithalten zu müssen, um mich „angesagt“ zu fühlen. Wenn ihr auch shoppt, um einem bestimmten Lifestyle hinterherzujagen, sucht euch doch einen, der das Shoppen sehr zurückhaltend sieht. Wie wäre es mit Minimalismus? ;) Eines meiner coolen wenig-shoppen-Vorbilder ist zum Beispiel Jenny Mustard, deren herrlich spärlich eingerichtetes Zuhause ihr oben auf den Bildern seht. Wenn ich also mal wieder einem Kauf widerstanden habe, fühle ich mich neuerdings immer seeehr coooool.

 

Test: einen Monat lang keine Kleidung und keine Deko kaufen
Das habe ich mal gemacht, einfach nur um zu testen, ob ich dann wirklich mehr Zeit habe. Ergebnis: ja, hatte ich. Diese Erfahrung motiviert mich nach wie vor, zurückhaltender zu shoppen.

 

Gefährliche Shops identifizieren
Bei mir gibt es ein paar (Online-)Shops, in denen ich in der Vergangenheit öfter mal Sachen gekauft habe, die sich später dann als eher kurzlebige Lieblinge oder sogar Fehlkäufe herausgestellt haben. Diese Shops sind entweder sehr günstig oder stehen für einen Lifestyle, von dem ich glaube, dass ich ihn mit einem Kauf in mein Leben holen müsste. Dazu zählen zum Beispiel Bolia oder H&M Home. Hat man diese Bösewichte identifiziert, kann man sie meiden oder sich wenigstens beim Shoppen fragen, ob man dieses oder jenes Teil wirklich haben will oder sich mal wieder von niedrigen Preisen oder einem tollen Image beeinflussen lässt.

 

Newsletter abbestellen
Den Tipp liest man immer wieder. Warum habe ich es so lange trotzdem nicht gemacht? Naja, ich hatte Angst, etwas zu verpassen. Seit ich mir aber einen Ruck gegeben habe und jetzt doch die letzten Newsletter von Onlineshops abbestellt habe, muss ich sagen: richtige Entscheidung. Ich hatte ja oft gar nicht mal etwas gekauft nach dem Klick auf die Links in der Email. Aber gerade deswegen kann ich gut auf die Newsletter verzichten, denn bei meinem Minimalismus-Weg ist es mir auch ganz wichtig, möglichst wenig Zeit online zu verbringen.

 

Vorsicht bei Sale-Aktionen und Rabatten
Das ist ebenfalls ein altbekannter Tipp. Aber natürlich bin auch ich ständig in die Rabatt-Falle getappt und habe mir Sachen gekauft, die ich nicht brauche und die ich nicht wirklich, wirklich toll fand. Vor wenigen Monaten erst habe ich in einem Einrichtungsladen extra mehr Teile gekauft, weil man ab einer bestimmten Einkaufssumme 25% Rabatt bekam. Oh-oh…

 

Wünsche aufschreiben und erst mal abwarten
Auch dieser unter Minimalisten weit verbreitete Tipp hat mir geholfen, Spontankäufe zu vermeiden. Bei Gebrauchsgegenständen, die ich glaubte zu benötigen, hat sich oftmals herausgestellt, dass sich einfach meine Gewohnheiten verändern und sie mittlerweile überflüssig wären. Bei Dingen, die ich einfach super schön fand, hat sich mein Geschmack oder der Trend dann doch schneller als erwartet verändert. Was bin ich froh, mir damals doch nicht den teuren Eames House Bird gekauft zu haben…

 

 

Finde deinen eigenen Stil
Puh, ganz schön schwierig. Auch ich interessiere mich für Wohntrends und werde nach wie vor von ihnen beeinflusst. Aber seit ich minimalistischer wohnen und leben möchte, habe ich es mir zur großen Aufgabe gemacht, meinen ureigenen Wohnstil zu finden. Dabei versuche ich herauszufinden, welche Teile mich schon viele, viele Jahre begleiten und glücklich machen und was deren Eigenschaften sind. Tatsächlich sind es zum Beispiel die Farben schwarz-weiß und blau sowie schöne Hölzer und sehr schlichte Midcentury Teile. Beispiele sind unser String-Regal, mein praktischer und schöner Nachttisch sowie – das ist jetzt ein klein wenig makaber – ein paar Käfer und Falter in kleinen schwarz-weißen würfelförmigen Kästen. Letztere habe ich zu Teenager-Zeiten von der Mutter meiner besten Freundin, einer Kunstlehrerin, geschenkt bekommen und ich finde sie immer noch schön.
Wenn man sich bewusst macht, was einen bereits viele Jahre begleitet, kann man daraus Richtlinien für zukünftige Käufe ableiten und sich vor Fehlkäufen schützen.

 

Nicht gekauft = ausgemistet
Haha, das ist mein ganz spezieller Trick, mit dem ich mich bereits mehrfach überlistet habe, um einem Kauf zu widerstehen.
Ich miste jetzt ja seit einigen Monaten Stück für Stück aus und kenne inzwischen sehr gut das schöne Gefühl, ein weiteres Teil, das man nicht mehr wirklich braucht, losgeworden zu sein. Wenn ich dann in letzter Zeit etwas nettes in einem Geschäft gesehen habe, von dem ich überlegte, es zu kaufen, ich aber wusste, das es mich eigentlich nicht wirklich begeistert, habe ich es so gemacht: Ich habe innerlich nein zu dem Teil gesagt und mir dabei einfach vorgestellt, ich hätte das Ding gerade aus meinem Besitz aussortiert. So habe ich jetzt statt des negativen Gefühls des Verlusts, das ich früher beim Nicht-Kaufen hatte, ein super gutes Aussortiert-Gefühl. :)

 

Waren ein paar Tipps für euch dabei? Oder habt ihr noch mehr Ideen, wie man zurückhaltender und gezielter shoppen kann? Ich bin gespannt!

Liebste Grüße
Karina

 

 

Zimmerschau bei Strickdesignerin Doro: lässiger Mix aus alt und neu

10. Juni 2017

 

Juchu, endlich mal wieder eine Zimmerschau! Das ist eigentlich meine Lieblingskategorie meines Blogs, aber es ist leider zu selten, dass ich dazu komme, tolle Wohnungen für euch zu fotografieren und hier zu zeigen. Als ich neulich aber bei meiner Freundin Doro in Würzburg zu Besuch war, hatte ich die Gelegenheit dazu. Und heute kann ich euch ihr wunderhübsches Zuhause zeigen, das vor allem durch eine tolle Mischung aus alten und neuen Styles sowie ein paar DIYs seinen sehr individuellen Look bekommt.
Doro kenne ich noch aus Berliner Modestudenten-Tagen und während ich irgendwann im Interior gelandet bin, arbeitet sie seit einigen Jahren für ihr Strick- und Wolllabel Wooltwist, das ich euch an anderer Stelle auch schon mal vorgestellt habe. Aber nun auf zur Zimmerschau!

Doro wohnt mit ihrem Freund Flo und ihrem bald einjährigen Sohn Matteo im Erdgeschoss eines schönen Neubaus in Würzburg mit direktem Gartenzugang aus fast allen Zimmern. Als ich da war, war allerbestes Wetter und es war wirklich herrlich, von überall her raus gehen zu können. Durch die bodentiefen Fenster war es auch wunderbar hell in der Wohnung.
Wie bei Neubauten meist üblich, bildet ein großer Wohn-Essbereich mit offener Küche das Herz des Zuhauses. Gegessen wird bei Doro, die übrigens eine super Köchin ist, an einem uralten Tisch (ein toller Glücksfund vom Sperrmüll!) mit lässigem Vintage Stuhlmix. Die Bank ist ein Upcycling-Projekt aus einem alten Ikea Pax Schrank und die sensationelle Lampe ein DIY aus einem Ast und drei einfachen schwarzen Lampenfassungen mit XXL-Glühbirnen.

Statt mit kurzlebigen Trendobjekten dekoriert Doro lieber mit Pflanzen, Kerzen oder zweckmäßigen Dingen aus schönen Materialien. So findet man zum Beispiel eine kleine Sammlung schöner, individueller Keramik in ihrem Küchenschrank.

 

Wie ich ist Doro glückliche Besitzerin des Kivik Sofas von Ikea, das bei ihr eine große gemütliche Sitzecke für die kleine Familie und ihre zwei Katzen Anouk und Levi bildet. Der weiße Diamond-Chair, die spacige Pendelleuchte von House Doctor und der Couchtisch von Ferm Living bilden mit ihren filigranen Drahtgestellen eine tolle Einheit aus alt und neu.

 

Doro arbeitet, so gut es mit Baby eben geht, für ihr Label Wooltwist von zu Hause aus. Daher hat sie sich ein besonders hübsches und inspirierendes Homeoffice geschaffen, in dem die Utensilien für ihren Job nicht nur Arbeitsmaterial, sondern auch Deko sind. Zwischen Türmen aus dicken Garnrollen, Moodboards und Strickproben bearbeitet sie die Bestellungen ihrer Webshop-Kunden und entwickelt neue Ideen für ihre Strickgarne und modernen Stricksets.

 

In dem niedrigen Schrank mit den vielen kleinen Schubladen und den Messinggriffen finden alle Garnrollen und sonstigen Arbeitsutensilien Platz. Er ist eigentlich ein 08/15 Möbelstück aus dem Baumarkt. Doro ahnte aber gleich, da kann man mehr draus machen und hat ihn kurzerhand in einem schönen lichtgrauen Farbton gestrichen. Der hübsche Grobstrickpulli aus Merinowolle ist der „Softy“ Sweater aus Doros Shop und kann als Strickset bestellt werden. :)

 

Das Malm Bett im Schlafzimmer wird für den kleinen Matteo mit einem Beistellbett kombiniert, so dass hier die ganze Familie Platz zum Schlafen hat. Ich weiß noch, wie gut mir das altbekannte Bett von Ikea in Doros Zuhause gefiel. In dem Raum kam seine eigentlich sehr schöne minimalistische Form super zur Geltung. Dazu weiße Bettwäsche, eine gemütliche graue Strickdecke und an jeder Seite des Bettes eine ganz einfache messingfarbene Leuchte – fertig ist ein Raum, in dem man wunderbar zur Ruhe kommen kann.

 

 

In Matteos Babyzimmer steht eine zauberhafte Wiege mit einem sogenannten Moses Korb, die ein glücklicher Ebay-Fund war. Der knuffige Pinguin, der sich im Korb versteckt und der große weiße Stern am Boden sind zwei Ideen aus Doros Buch „Knooking – Häkeln im Stricklook“. Auch die riesige Holztruhe erzählt eine schöne Geschichte: sie stand früher mal bei einem Müller und war eine Mehlkiste,  beherbergt heute aber das Bettzeug für Doros und Flos Gäste.

 

Und Doro hat nicht nur ein Händchen für schöne Inneneinrichtung, auch ihre Terrasse, die rund um die Wohnung verläuft, hat sie mit vielen großen und kleinen Kübelpflanzen super schön dekoriert. Ich quetsche Doro schon jetzt ab und zu mit Fragen rund um das Thema Gärtnern aus, denn auch wir sind ja bald (uuuaaah!) Bewohner eines Hauses mit Garten. Aber demnächst kann Doro mir auch ganz direkt mit Tipps zur Seite stehen, denn die kleine Familie wird bald nach Hamburg ziehen. Ich freu mich so! Und dann wird es auch ganz bestimmt wieder eine Homestory aus Doros neuem Zuhause hier oben im hohen Norden geben.

Liebste Grüße
Karina

 

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