Cozy Minimalism: mit wenigen Dingen gemütlich wohnen – 7 Ideen

23. Juli 2017

 

Wohnen mit wenigen Dingen fände ich für mich eine wunderbare Sache. Wie ihr wisst, habe ich mich, inspiriert durch Minimalismus und Mari Kondos Buch, auf eine große Reise begeben, bei der ich einerseits extrem aussortieren und andererseits anders (das heißt vor allem weniger) kaufen möchte. Gleichzeitig ziehen wir im Herbst in ein Haus ein. Ich freue mich totaaal über diese Gelegenheit eines Wohn-Neustarts, bei dem ich meinen Wunsch nach einem einfacheren Wohn-Leben umsetzen kann! Es soll sich vieles ändern… was, das versuche ich derzeit noch genauer herauszufinden, aber über eine Sache mache ich mir besonders Gedanken:

Wie schaffe ich es, mit wenigen Dingen gemütlich zu wohnen?

Ich meine: kennt ihr diese Architektur-Reportagen aus Wohnzeitschriften, wo man nach der Präsentation der Außenfassade die Gestaltung des Innenraums zeigt und dann nur diese völlig leergefegten Räume sieht? Ein langer Flur mit einer Bodenvase. Ein offener Wohn-Essbereich mit einer Salz- und einer Pfeffermühle auf der Kücheninsel und einer Obstschale auf dem Esstisch. Ich fand diese Bilder immer schrecklich. So tot. Aber auf eine Art und Weise waren sie eben auch minimalistisch. Ich möchte aber nicht, dass es in unserem Haus so steril aussieht. Also bin ich gerade dabei, mir Ideen zu überlegen, wie es bei uns mit wenigen Dingen schön, gemütlich und einladend aussieht. Cozy Minimalism eben.

 

1. Lieber eine große Sache statt vieler kleiner Kleckerdinge wählen
Wenn man beginnt, Minimalismus für sich zu entdecken, lernt man auch, leeren Raum wert zu schätzen. Dabei muss jeder für sich die richtige Balance finden. Wie ich oben schon schrieb: ich möchte es nicht ganz leer und steril haben. Meine Idee ist, die vielen kleinen Dinge mit wenigen großen zu ersetzen. Ich sage nur: Statement Pieces.
Beispiele: Statt drei kleiner Vasen eine große, statt vieler Pflänzchen eine große Palme, statt drei Stühlen am Esstisch lieber eine lange Bank. Die „raumfüllende Wirkung“ ist die gleiche. Man hat aber weniger rumzuräumen, kann sich bei den Pflanzen pflegemäßig auf einen Kandidaten konzentrieren und die Optik einer Bank mit vier Beinen ist viel ruhiger als die zwölfbeinige Stuhl-Gang.

 

 

2. Mit echten Sachen einrichten
Achtung, nun wird’s esoterisch. ;) Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass für mich Dinge aus künstlichen Materialien in ihrer „Ausstrahlung“ zu wenig Raum einnehmen. Die positive Wirkung auf den Raum ist eher gering, manchmal sogar negativ, so dass ich früher versucht habe, durch Masse fehlende Klasse zu ersetzen. Also mit viel Deko eine schönere und „wärmere“ Wirkung zu erzielen. Das funktioniert natürlich, aber wenn man in Zukunft auf viel Deko verzichten möchten, muss man andere Wege finden. Ich möchte daher unser Haus mit (noch) mehr natürlichen Materialien einrichten.
Beispiele: Statt Spanplatten-Möbel massives Holz. Statt neuer mehr alte Möbel mit Geschichte. Statt synthetischer Stoffe Naturmaterialien wie Leinen, Wolle oder Baumwolle.
Ich erhoffe mir, dass wenige dieser natürlichen „Zutaten“ ausreichen werden, um unser neues Zuhause super wohnlich zu machen!

Mein Vorbild hierfür ist Rebekka, deren Instagram-Account silentandcalm eine wunderbare Inspiration für das Wohnen mit ganz wenigen, aber echten Dinge ist. Und findet ihr, es fehlt bei ihr etwas? Ich finde, nein! Es sieht sooo gemütlich und einfach wunderschön bei ihr aus!

 

 

 

3. Mit lebendigen Sachen einrichten
Wie praktisch, dass Pflanzen gerade modern sind. ;) Ein einzelnes, großes Exemplar kann nämlich meiner Meinung nach ein halbes Zimmer mit Leben füllen und somit eine Menge „toter“ Dekorationsteile ersetzen. Dasselbe gilt für Schnittblumen. Gut, ganz lebendig sind sie ja nun nicht mehr. :/ Aber ich finde, dass ein einfacher, größerer Blumenstrauß oder einige grüne Zweige weitere Dekorationsteile oft überflüssig machen.
Beispiele: Siehe mein Bild aus unserem Flur unten, den neuerdings eine üppige Fischschwanzpalme ziert. Oder: Statt gewöhnlicher Weihnachtsdeko kann man das Zuhause lieber mit natürlichen Materialien wie Lärchenzweigen schmücken (hier geht es zu meinem Blogpost zu natürlicher Weihnachtsdekoration).

 

 

4. Leeren Raum mit Bildern füllen
Eine weitere Idee von mir ist, Stellen, die einem doch zu leer erscheinen, mit einem Bild zu schmücken. Ich finde, das ist eine gute Alternative zu üppiger Deko, da Bilder an der Wand wenig Arbeit machen: sie stören beim Staubwischen nicht, fangen auch selber kaum Staub, verrücken nicht und können viel Kleinkram ersetzen. Wer Tipp 1 beherzigen möchte, greift auch hier lieber zu einem einzigen, größeren Exemplar statt zu vielen Bilderchen.
Beispiele: Statt eine Kommode mit viel Deko vollzustellen, lieber ein Bild drüber hängen. Statt eine Wand mit einem Regal zu zieren, das man wieder mit Dingen füllt, auch hier lieber ein Poster, Foto oder Gemälde wählen.

 

5. Gebrauchsgegenstände als Deko benutzen
Wenn man seine Menge an Deko-Teilen gering halten möchte, ist es ganz praktisch, wenn Gebrauchsgegenstände hübsch anzusehen sind. Dann kann man diese in (wenigen) offenen Regalen ausstellen und ohne rein dekorative Dinge wie Vasen, Kerzen und Co. eine wohnliche Wirkung erzielen.
Beispiele: Eine Schürze aus Leinen, ein stylisches Kehrset und ein schicker Staubwedel hängen an Haken an unserem Küchenbuffet und sind ein schöner Hingucker.

 

 

6. Die richtigen Dinge besitzen
Ach herrje… welche Dinge aus meinem Besitz mir wirklich wichtig sind und ich daher behalten möchte, versuche ich seit Monaten Stück für Stück heraus zu finden. Mittlerweile habe ich dabei schon unglaublich viel gelernt und weiß, dass ich in Zukunft viel klüger einkaufen kann (hier findet ihr meinen Blogpost zum Thema Fehlkäufe vermeiden). Denn es ist ja offensichtlich: wenn man mit möglichst wenigen Dingen wohnen möchte, muss die Trefferquote in Bezug auf Praktikabilität, Qualität und Ästhetik extrem hoch sein! Aber wenn man es schafft, sich mit den richtigen Dingen zu umgeben (und dieses „richtig“ kann und soll für jeden etwas anderes bedeuten!), dann kann man auf viel Brimborium verzichten, das nur irgendwelche Lücken füllen soll.
Beispiele: Der absolute Lieblingskerzenständer statt eines Tischs voller kleiner Teelichthalter. Eine schöne, hochwertige Bettwäsche statt einer Armada an Dekokissen. Ein hübscher, warmer, robuster Wintermantel statt drei Mäntel für jede Gelegenheit (uuuaaah, hat da jemand ne Idee?!).

 

Minimalistisches Schlafzimmer

 

Und wenn ich mich an den paar Dingen, mit denen ich mein Zuhause einrichte, irgendwann sattgesehen habe? Dann kommt hier Tipp Nummer

 

7. mal eben flott umdekorieren
Wenn das ganze Wohnszenario mit zig Dekoteilen, Möbelstücken und Gebrauchsgegenständen zu komplex ist, ist es ziemlich aufwendig, mal eben umzudekorieren. Man räumt ein Teil von A nach B, zwei andere Teile müssen dafür nach C umziehen. Für die Sachen, die auf C standen, findet man irgendwie keinen passenden Platz. Grübelgrübel, räumräum… Ok, manchen macht das total Spaß, aber ab einer gewissen Grenze fand ich es doch ziemlich anstrengend. Wenn man aber nur ein paar wenige, ausgesuchte Sachen hat, kann man in recht kurzer Zeit einen Raum umdekorieren. Ich habe dann viel mehr Lust, mit einer kurzen Umräumaktion frischen Wind in unser Zuhause zu bringen, damit Langeweile bei der Einrichtung keine Chance hat.
Beispiel: Frische Blumen in die Vase auf dem Esstisch, zwei Kerzenständer miteinander vertauschen, ein Bild von A nach B hängen. Fertig. Ich hoff’s zumindest. ;)

Was meint ihr, schaffe ich es, mit meinen Ideen ein minimalistisches Zuhause mit wenigen Dingen zu haben, das trotzdem warm, gemütlich und lebendig wirkt? Habt ihr noch weitere Tipps und Erfahrungen für mich? Ich bin nach wie vor auf Ideensuche!

Liebste Grüße
Karina

13 comments

  • kerstin

    Ich bin mir sicher du schaffst das, du hast ein tolles Händchen für Deko und auch wenn es weniger wird, es wird sicher trotzdem sehr schön. Ich bin auch immer noch am ausmisten. Das Wohnzimmer ist der einzige Raum, mit dem ich in Sachen Minimalismus schon total im Reinen bin, Alles andere ist mir immer noch zu viel und zu komplex zum Sauber machen. Am schlimmsten ist es nach wie vor im Arbeitszimmer.

    Ich bin sehr gespannt auf euer Haus! Liebe grüße, kerstin

    • karina

      Hallo Kerstin,
      beruhigend zu hören, dass du auch noch nicht mit dem Aussortieren fertig bist. Ich finde, man braucht da auch immer etwas Ruhe für und die hat man mit Kindern ja nicht so oft. :D Ich werde sicher noch so ein,zwei Jahre brauchen, bis ich fertig bin. Warum auch nicht? Ich finde, es macht auch Spaß. :)
      LG Karina

  • ursula

    Hallo,

    ein Tipp von mir wenn ihr ins neue Haus zieht nimm keine Kompomisse mit. Ganz ehrlich hier steht noch ein Kompromiss inzwischen 30 Jahre noch rum – aber nicht mehr lange :) und geh auch keine ein lieber eine leere Wand als ein Teil das dich dann doch ärgert.

    Auch wenn es schade um das Teil ist es bringt nix es stört nur.

    Meine Männer bauen gerade die Kommode von IKEA zusammen für den Flur.

    Ansonsten bin ich. Einiges ist komplex aber es wird.

    LG
    Ursula
    PS: Ich wünsch Dir viel Freude mit dem neuen Haus einrichten

    • karina

      Hallo Ursula,
      ich glaube, was Möbel angeht, nehme ich wirklich nur meine Lieblinge mit. Es kommt auch echt nicht viel mit. Find ich super! Und allzuviel neues soll auch nicht gekauft werden. Wir brauchen ja zB nicht mehr viel Stauraum durchs Ausmisten und weil wir zwei kleine Einbauschränke dort haben.
      LG Karina

  • Sandra von SARAS Dekolust

    Liebe Karina,
    sehr interessiert habe ich mir deine Tipps gelesen und glaube, dass du so sicher auf dem richtigen Weg bist. Vieles handhabe ich auch so und mein Weg zum Minimalismus passt mir so ganz gut. Sicher, es gibt immer noch einige Kleinigkeiten, die nicht nötig wären. Aber solange ich Freude daran habe dürfen sie bleiben.
    Gehe nur weiter so mit Bedacht ans Einrichten des neuen Hauses heran und es wird toll werden.
    Alles Liebe, Sandra

    • karina

      Hallo Sandra,
      das finde ich ganz wichtig: nicht zu sehr auf eine bestimmt Menge fixiert zu sein. Wenn einem Dinge Freude bereiten, sollte man sie behalten! Ich habe zB eher viele Bastelsachen. Auch, aber nicht nur für mich. Vieles kommt jetzt ja mit Levi zum Einsatz. Vor allem dann ist es schön, wenn ich mit ihm mal spontan etwas basteln kann!
      LG Karina

  • Marion Stukenbrock

    Liebe Karina. ich bin schon so gespannt auf euer neues Haus, das mir der Gedanke an den nahenden Herbst garnicht mehr schwer fällt, Liebe Grüsse

  • Susann

    Liebe Karina,

    wiedermal ein tolles Thema! Nach dem Lesen war bei mir gleich eine Runde Deko-Detox angesagt ;) Die richtige Balance zwischen reduziert-sachlich und vielteilig-gemütlich finde ich auch sehr, sehr schwierig, bei mir kippt das immer noch mal etwas in die eine, dann wieder in die andere Richtung. Mein Lieblingsbuch zu dem Thema ist The Kinfolk Home, da sind so schöne Wohnungen / Häuser drin, daran musste ich auch bei Rebekkas Account gleich denken.

    Von deinen Tipps haben sich in unserer Wohnung einige schon bestens bewährt, z.B. großzügig denken (drei Sonnenblumen bringen einen ganzen Raum zum Leuchten), wenige, aber massive Möbel und Naturmaterialen. Wir haben z.B. in allen Räumen lange Vorhänge oder Raffrollos aus ungefärbtem Naturleinen, das sieht unglaublich schön aus, wenn die Sonne darauf fällt und die Textur mit der unregelmäßigen Knotenbildung zu erkennen ist.

    Andere Tipps fallen mir auch nicht ein, höchstens kleine Ergänzungen: Bei großen, freien Flächen sind die Oberflächen und ihre Struktur wichtig – eine Zementfliese beispielsweise sieht viel natürlicher aus als eine glatte Keramikfliese. Natürliche statt künstliche Farben – ein gebrochenes Weiß wirkt auf einer großer Fläche wärmer als ein Reinweiß. Keine Materialimitate wie Kunstbelage, die Holz nachahmen, das ist einfach nicht stimmig. Zurückhaltung bei Dekor und Mustern. Und – ihr zieht ja raus aus der Stadt: die Natur mitspielen lassen. Also Wind, der bei offenem Fenster in den Vorhängen spielt. Oder der Geruch von Heu oder frisch gemähtem Gras. Das Flackern und Prasseln von Feuer im Kamin usw.

    Ich bin sehr gespannt, wie es bei euch in ein paar Monaten aussehen wird. Bei uns ist lustigerweise auch plötzlich das Thema Hauskauf riesengroß geworden – allerdings wohnen wir schon in dem Haus. Mal schauen, ob es klappt. Falls ja, wird es bei uns ab 2018 auch einige große Veränderungen geben.

    Liebe Grüße
    Susann

    • karina

      Liebe Susann,
      deine Extra-Tipps finde ich ganz, ganz toll!!! Ich bin zB mittlerweile auch völlig gegen Materialimitate und versuche diese soweit möglich zu vermeiden. Wunderbar auch dein Tipp, die Natur einzubeziehen. Das wünsche ich mir sehr in dem neuen Haus. Rundherum ist Naturschutzgebiet, Wald, Wiesen,…
      Wie schön, deine Idee mit dem Wind, dem Kamin,… ach, da geht mir gleich das Herz auf, ehrlich!
      LG Karina

  • maritim einrichten

    Pflanzen in der Wohnung sind für mich auch mega wichtig! Nicht nur, weil es gut aussieht, es macht ein besseres Raumklima und sorgt für mehr „Wohlfühl-Feeling“ – zumindest bei mir :)

  • Kathrin

    Ich bewundere wie viel du schon umsetzen konntest, ich hatte mir ja auch vorgenommen alles minimalistischer zu gestalten, bin aber leider bis jetzt nur bei dem Punkt nicht mehr immer weiter dazu kaufen erfolgreich, ich überlege mir inzwischen auch genau was ich wirklich brauche, versuche mit den schönen Gebrauchsgegenständen zu dekorieren und mit Bildern ist hier sowieso alles gefüllt. Es hapert aber gewaltig beim ausmisten und wegräumen, weil einmal die Zeit fehlt und ich mich auch schwer trennen kann, da muss ich noch dran arbeiten. Deine Posts zu diesem Thema spornen mich auf jeden Fall immer an.
    Viele Grüße Kathrin

    • karina

      Hallo Kathrin,
      ich finde das weniger kaufen schwieriger als das ausmisten, deswegen finde ich, dass du schon einen wichtigen Schritt geschafft hast! Ich will noch einen Post mit Ausmist-Tipps machen, vielleicht hilft dir das ja noch mal weiter! :)
      LG Karina

  • oh what a room:Granit - oh what a room

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