Entries Tagged as 'Minimalismus'

Eine Tour durch unsere Badezimmer – mit meinen geliebten schwarzen + weißen Armaturen

4. Mai 2018

 

Werbung: Beitrag entstanden in Zusammenarbeit mit Tap Trading Hannover Sylt*

 

So, langsam sollte es mal mit der versprochenen Hometour durch unser frisch bezogenes Waldhaus losgehen, oder? Bevor ich demnächst die große Rundumschau mache, gibt es heute schon ein kleines Schmankerl. Ich zeige euch unsere zwei Badezimmer!
Bei den beiden Räumen war es mir wichtig, meine Ideen zum minimalistischen Wohnen umzusetzen. Ich habe in den letzten Monaten bereits viel an Kosmetika ausgemistet, so dass wir in beiden Bädern mit wenig Stauraum auskommen. Da bleibt zum Beispiel mehr Platz zum Singen und Tanzen unter der Dusche! :) Und natürlich wollte ich mit möglichst wenig Stehrumchens zwei super schöne und einladende Badezimmer gestalten. Schließlich muss vor allem im Bad oft geputzt werden und ich kann es wirklich bestätigen: die vielen „clear surfaces“ machen mein Hausfrauenleben um einiges leichter. ;)

Umso genauer muss nun aber jede Anschaffung überlegt werden. Mit wenigen Dingen große Effekte zu erzielen ist, um es mal auf den Punkt zu bringen, manchmal echt sauschwer. Grüppchenbildung und wenige große statt vieler kleiner Dinge sind da einige meiner Tricks, für die ihr gleich ein paar Beispiele finden werdet. Und ich habe mir einen groooßen Wunsch erfüllt und für das Duschbad geniale schwarze Armaturen einbauen lassen. Das hatte einen riesen Effekt auf den ganzen Look. Aber nun mehr zu all dem!

 

 

Willkommen also zur kleinen Badezimmer-Tour!

Ich zeige euch als erstes unser Duschbad mit meinen sehr geliebten neuen schwarzen Armaturen. Dazu erst mal eine kleine Geschichte. Ich bin ja wie wohl manch anderer hier großer Pinterest-Fan und habe dort schon seit längerem eine Badezimmer-Pinnwand mit recht vielen schwarzen Armaturen, die sich nach und nach als mein absoluter Traum für unser zukünftiges Haus, wann immer es kommen möge, herauskristallisierten. Als das Haus dann kam, allerdings mit klassischem Chrom in den Bädern, ging ich erst mal auf die Suche nach coolen schwarzen Wasserhähnen und Duschen. Hoppla! Was Karina sich so wünscht, ist entweder unerschwinglich oder nicht existent. Das erlebe ich leider öfter und hat mich früher dazu bewogen, selber nähen zu lernen. ;) Nach etwas längerer Onlinerecherche habe ich dann aber zum Glück doch noch den Shop Tap-Trading Hannover Sylt gefunden, der wirklich super schöne Armaturen in allen erdenklichen Oberflächen anbietet – auch in matt schwarz und zu erschwinglichen Preisen.

 

 

Tap-Trading wurde 1995 in Hannover gegründet und seit dem Jahr 2000 vertreibt das Unternehmen als Tap-Trading Hannover Sylt als einer der ersten hochwertige, exklusive Armaturen für designinteressierte Menschen – wie mich. ;) Der eigene Online-Shop entstand 2015, wo Tap-Trading seitdem ein sehr umfangreiches Sortiment aus den Bereichen Bad, Badgestaltung, Sanitär- und Wohnaccessoires anbietet. Es gibt zwei Linien: Nostalgie und Design. Man findet also von modern über klassisch bis zum romantischeren Nostalgie-Look alles, was das Herz begehrt.

Ich habe mir dort zuallererst die Waschtischarmatur aus der Serie „Oxo“ mit hohem Auslauf ausgesucht, da ich so eine große geschwungene Form als Wasserhahn schon immer toll fand. Sie ist richtig schön auffällig und gibt dem ganzen Waschtisch einen sehr coolen, modernen Look und ist zu dem vielen weiß natürlich ein toller Kontrast!

 

 

 

 

Dann musste natürlich auch eines un-be-dingt her: eine schwarze Duscharmatur! Am liebsten hätte ich ja eine Rainshower-mäßige mit großer Kopfbrause gehabt, aber da wir in der Dusche eine Schräge haben, war das platzmäßig leider absolut nicht drin. Zum Glück gab es bei Tap-Trading noch die Variante mit Stabhandbrause und mit diesem Mini-Kompromiss bin ich nun total happy! Jeden Morgen denke ich nun beim Betreten der Dusche: hach, wie schön. Ich finde, die schwarze Armatur sieht einfach super cool aus zu den hellgrauen XXL-Fliesen in der Dusche.

 

 

 

Hier und da habe ich bezüglich der schwarzen Armaturen schon mal Fragen wegen des Putzaufwandes bekommen. Generell finde ich, dass man nicht mehr Kalkflecken als auf Chrom-Armaturen sieht. Meinem Gefühl nach ist eher das Gegenteil der Fall. Den Wasserhahn putze ich also ganz normal alle 1-3 Tage. Die Dusche wische ich allerdings jedes Mal mit meinem Handtuch trocken, was nicht zwingend nötig wäre, aber weil ich sie so liebe, tue ich ihr den Gefallen. ;) Zur Lieferung der Armaturen kam auch eine Pflegeanleitung mit. Das wichtigste hieraus: bitte keine Scheuermittel und -schwämme und keine Reiniger auf Essigbasis benutzen. Aber dies wird eigentlich bei allen Armaturen so empfohlen, damit die Oberfläche lange schön bleibt.

 

 

Nun kommen hier noch ein paar konkrete Beispiele, wie ich in diesem Bad versucht habe, mit wenigen Dingen viel Effekt zu erzielen.

Erstens wie gesagt die Armaturen. Sie sind kein zusätzlicher Gegenstand, der überflüssigen Platz wegnimmt und „müssen ja eh sein“. Ich habe mir meine Traum-Armaturen gegönnt und damit bereits einen tollen Effekt erzielt.

Dann setze ich wo es geht auf wenige große Gegenstände: Einen üppigen Zickzackstrauch statt vieler kleiner Pflänzchen. Ein großes Bild statt einer Galerie mit Miniformaten. Bilder sind überhaupt gut in Bädern. Sie müssen zum Putzen nicht beiseite geräumt werden und bringen viel Effekt mit! Auf der Fensterbank steht eine Gruppe gleicher Körbchen statt eines wilden Mixes.

Ach ja, die Aufbewahrung! Man kann ja eine Menge Geld für Badmöbel ausgeben. Da ich zunächst unter dem bereits eingebauten Waschtisch passende Unterschränke mit Schubladen haben wollte, habe ich mal ein Angebot von einem Tischler angefragt. Wir wären schnell bei tausend Euro gewesen. Ich fand das schon echt viel, aber als mein Mann dann meinte: ich bezahl doch nicht tausend Euro, um mein Deo irgendwo reinzustellen, dachte ich: Mein Gott, stimmt! Ich habe in letzter Zeit wie gesagt viel Kosmetika und Co. aussortiert, mein Liebster hat eh nicht viel und da war es einfach nicht nötig, einen großen Schubladenschrank anfertigen zu lassen. Ich habe dann einfach eine weiße Platte unter den Waschtisch montiert, weiße Holzkästen rein gestellt und fertig! In den Kästen findet unsere komplette Körperpflege, sowie Handtücher, Haartrockner,… einfach ALLES seinen Platz. In der Klappe rechts finden sich die Putzmittel und- schwämme. Diese Lösung funktioniert also super für uns! Minimalismus olé!

 

 

So, nun zu unserem Wannenbad, das hauptsächlich von den beiden Männern hier benutzt wird. Hier war beim Kauf des Hauses schon einiges schönes vorhanden. Wanne, Waschbecken, Toilette, Heizung, Boden und Fliesen blieben, wie übrigens auch im Duschbad, wie sie waren. Aber auch hier wollte ich gerne neue Armaturen. Zunächst dachte ich an die schwarzen wie im ersten Bad. Aber das hätte irgendwie nicht zu dem Boden aus geweißter Eiche gepasst, der in diesem Raum (aus einem mir völlig schleierhaften Grunde) recht dunkel und rötlich wirkt. Also entscheid ich mich fürs genaue Gegenteil: weiß!

 

 

 

 

Der weiße Wasserhahn und die weiße Badewannenarmatur, ebenfalls aus der Serie „oxo“, sehen herrlich frisch aus und nehmen sich gleichzeitig vor den weißen Wänden bzw. Wandfliesen zurück. Hier durfte daher sogar ein wenig Farbe einziehen, so dass sich auf dem weißen Metallregal tatsächlich ein paar Braun- und Blautöne finden lassen. ;) Da wie gesagt hauptsächlich mein Mann und Levi das Bad nutzen (ich bade quasi nie), hab ich das Regal speziell für meinen Liebsten hergerichtet: sein geliebtes Hamam-Tuch, eine herrlich duftendes Badeöl, eine Kerze, … Levis Badespielsachen sind in der weißen Kunststoff-Box untergebracht, auf der das Zickzack-Bäumchen neben der Wanne steht. So ist es hier alles immer ziemlich aufgeräumt.

 

 

 

 

 

Zum Abschluss noch einen Tipp, falls ihr euch auch so hübsche Armaturen fernab vom Sanitär-Standard aussuchen möchtet. Ich habe leider tatsächlich etwas Mühe gehabt, einen Klempner zu finden, der mir diese Armaturen installiert. Immer wollten sie nur die Waren aus ihrem eigenen Sortiment einbauen. Begründet wurde dies damit, dass sie auf andere Artikel keine Gewährleistung geben können. Das hat mich sehr geärgert, zumal ich hier wirklich super hochwertige Ware liegen hatte. Letztendlich habe ich aber doch noch Erfolg gehabt, also lasst euch nicht unterkriegen. Eigentlich ist ein Klempner ja schließlich ein Dienstleister, der von euch bezahlt wird und der nicht unbedingt nur am Verkauf seiner Produkte interessiert sein sollte. Naja, SOLLTE. ;)

Ich hoffe, euch hat der Einblick in unsere Badezimmer und vor allem die Wahl meiner Armaturen gefallen. Und vielleicht konntet ihr ja auch ein paar Ideen für eure eigenen Bäder mitnehmen.

Liebste Grüße
Karina

 

 

* Die Zusammenarbeit mit Tap-Trading entstand auf meine Idee hin, nachdem ich so happy war, diese tollen Armaturen entdeckt zu haben und ich sie euch hier gerne ausführlich vorstellen wollte.
Danke noch mal an Herrn Büttner für die sehr nette Zusammenarbeit!

 

Mein Minimalismus: mein ganz persönlicher Weg, minimalistische Ideen umzusetzen

4. März 2018

 

Was bedeutet es für mich persönlich, minimalistischer leben zu wollen und wie setze ich es bisher konkret um? Darüber möchte ich euch heute etwas erzählen. Denn eigentlich, wenn ich ganz ehrlich bin: ich würde mich selber niemals als Minimalistin bezeichnen. Dafür bin ich noch zu weit weg von dem, was ich mir selber so drunter vorstelle. Viele Blogger und YouTuber, die sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigen, meinen immer wieder: es gibt nicht DEN Minimalismus, nicht die EINE Art und Weise zu leben, wenn man Minimalist ist. Und dem stimme ich durchaus zu! Nur wie gesagt: ich stehe noch zu sehr am Anfang meiner Reise. Aber ich weiß immerhin schon recht genau, wo ich jetzt stehe und wo diese Reise hingehen soll.

Was für mich persönlich Minimalismus bedeutet, darüber gab es sogar vor einiger Zeit einen Radiobeitrag im NDR. Ja, cool, oder? Die haben mich zu dem Thema interviewt und nicht nur hier auf dem Blog könnte ich dazu ewig quatschen, auch während des Gesprächs mit der Redakteurin sprudelte es nur so aus mir heraus. :D Unter diesem Link könnt ihr euch den Beitrag online anhören, in dem übrigens nicht nur ich zu Wort komme, sondern untern anderem auch Schirin vom Blog Schmasonnen.

 

 

Zunächst einmal, eher zum Spaß, ein paar typische Minimalisten-Merkmale, die auf mich NICHT zutreffen:

Ich esse nicht vegan.

Ich bin kein zero waster und werde wohl auch nie einer werden (aber ich gebe mein bestes, weniger Plastikmüll zu produzieren!).

Ich würde niemals alles zurücklassen und monate- oder jahrelang reisen, weil ich dann all das, was mir Freude macht, nicht tun kann: all die kreativen Sachen wie handwerken, herumdekorieren, DIYs und mir den Kopf über neue Wohnlösungen zu zerbrechen. Außerdem würde ich dann meine Familie (Mama, Papa, Oma, Bruder,…) und meine engen Freunden ja ewig nicht sehen.

Es wird nie dazu kommen, dass ich auf nur 25 m² wohne und von allem nur ein Exemplar besitze. Denn 1. geht das ja nicht mit Kind und Mann und 2. ich bin und bleibe interior addicted.

 

ABER WAS IST DENN NUN MEIN MINIMALISMUS? 

 

 

Ich kaufe nur noch, was ich brauche und mein Leben wirklich nachhaltig bereichert

Früher habe ich oft spontan etwas gekauft, das ich einfach schick fand. Das traf vor allem auf Deko und Kleidung zu. Heute suche ich nur noch gezielt nach Dingen, die ich brauche (davon gibt es seit dem Umzug derzeit auch genug, haha) und suche mir davon das schönste aus. Ich schaffe es mittlerweile, tolle Dinge einfach im Laden zu bewundern und sie nicht mehr auch besitzen zu müssen. Hm, ja, ok, es klappt nicht immer, aber wirklich allermeistens. So kommt es, dass ich inzwischen nur noch Sachen mit Funktion kaufe und nur solche, die hier im Haus noch fehlen wie Handtuchhalter, ein Gästebett oder ein Schrank für Levis Spielzeug. Auch bei Kleidung fülle ich nur noch Lücken auf. Hosen kaufe ich grade nur dann, wenn eine kaputt geht. Und sollten sich meine vier T-Shirts im Sommer als ausreichend herausstellen, wird es wohl auch kein fünftes geben. All das lief bei mir früher ganz anders. Für mich also ein großer Schritt in die richtige Richtung.

 

 

Interior ist mir immer noch super wichtig

Manch ein Minimalist hat eine total leere Wohnung. Das wäre nix für mich. Denn dann kann ich das, was mir echt Spaß macht, nicht mehr tun: mich tagein, tagaus mit Interior zu beschäftigen, unser Haus einzurichten und hier und da immer mal wieder etwas umzudekorieren. Beim Minimalismus geht es ja darum, auch mehr Zeit für die Interessen zu haben, die einem wirklich wichtig sind und das wäre bei mir: Wohnen. Und wenn ich dafür nun mal gewisse Dinge als „Werkzeug“ brauche, dürfen sie auch liebend gern bleiben und so habe ich immer noch an die fünfzehn Vasen.
Außerdem bin ich was Wohnen angeht keine „ich kaufe gar nix mehr“-Minimalistin, sondern eher von der Sorte, bei der man sich genau überlegt, was man noch liebt und es nach dem Aussortieren AB UND ZU auch mal durch etwas neues, schöneres ersetzt. Das gilt natürlich nur für benötigte Dinge wie zum Beispiel unser vintage Gästebett, das mir einfach nicht mehr gefallen hat und das wir durch eine einfache, große, auf dem Boden liegende Matratze ersetzt haben.
Also nein, ich werde nicht ALLEM Materiellen entsagen und auch in Zukunft immer mal wieder etwas neues kaufen. Wie gesagt: forever Interiorista. ;)

Daher hatte auch Freude daran, mit Wayfair ein Moodboard meiner Lieblingsstyles aus deren Onlineshop zusammen zu stellen. Eine kleine Übersicht über meine derzeitige Vorstellung eines minimalistischen, aber gemütlichen Wohnstils. :)

 

Teppich rund Betten weiß Couchtische Marmor
Handgewebter Teppich 

Ich mag cleanes Design, aber nur in Kombi mit gemütlichen Highlights. Dieser Teppich ist aus Jute und macht jeden Wohnraum schön cosy.

Metallbett Pure

Ein herrlich schlichtes Bett, dessen Design auf das absolut nötige reduziert ist. Im Schlafzimmer braucht man schließlich Ruhe.

Couchtisch Manitoba

Marmor hat bewiesen, dass es nicht nur ein kurzlebiges Trendmaterial ist. Dieser Couchtisch wird einem daher sicher lange Freude bereiten.

Korb aus Bambus Sessel aus Rattan Lampenschirm aus Papier
Korb Titus aus Bambus

Hübsche Körbe sind ein Muss in jedem Zuhause. Wenn schönes gleichzeitig praktisch ist, kann man sich überflüssige Deko sparen.

Einzelsessel mit Auflage 

Rattan ist Trend und dieser Sessel sieht dazu einfach noch urgemütlich aus.

Lampenschirm aus Papier

Ich stehe gerade sehr auf Papierlampen. Sie passen zu jeder Einrichtung und da sie günstig sind, kann man sich auch easy ein großes imposantes Stück leisten.

 

Deko ja, aber weniger ist nun echt mehr

Ok, es wird also nicht all mein Zeugs dem Flohmarkt zum Opfer fallen. Aber ich habe, seit ich mich für Minimalismus interessiere, viel weniger herumstehen. Gegen kleinteilige Deko bin ich regelrecht allergisch geworden. Und jedes Teil, was ein Styling nicht wesentlich verschönert, wird wieder weggenommen. Die ganze Dekoration ist daher weniger komplex, was wiederum das Umdekorieren zu einer wahren Freude macht. Es geht so leicht. Stelle ich ein, zwei Stücke um, sieht alles schon ganz anders aus! Das radikale Ausmisten hat mir meine Freude am Dekorieren eigentlich erst wieder zurückgegeben. Juhu!

 

 

Willkommen „clear surfaces“!

Zum Beispiel ist unsere große eingebaute Bank am Esstisch frei von Deko. Die Vorbesitzer des Hauses hatten da drauf auch ein paar Vasen stehen oder große Bilder. Es ist ja auch zu verführerisch, dort ein paar Lieblingsstücke auszustellen. Ich habe es aber mit einer ganz leeren Oberfläche versucht. Naja, was heißt, leer? Levi hat dort nun genug Platz, mit seinen Bauklötze zu bauen, was doch viel netter ist als Mamas Stehrumchens. ;)
Bei den leeren Flächen, die nicht von Levi genutzt werden, genieße ich ganz einfach die optische Ruhe und dass mein Blick wenigstens in einigen Ecken an nichts hängen bleibt. Das sorgt bei mir für mehr gedankliche Ruhe. Im bereits erwähnten Radiobeitrag wird das noch mal ganz witzig erwähnt.
Der klassische Vorteil leerer Oberflächen (von Sideboards, Fensterbänken, Regalen etc.) ist aber, dass das Staubwischen wesentlich leichter und schneller geht. Und alles, was leicht und schnell geht, mache ich Faulpelz auch gerne öfter. Wen Staub nicht stört, dem kann das natürlich egal sein. Aber irgendwie hat eine saubere Oberfläche für mich einfach eine andere, frischere, lebendigere Ausstrahlung, als eine (im doppelten Wortsinn) angestaubte. Warum das so ist, dazu hab ich auch mal etwas im empfehlenswerten Buch „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags“ gelesen, was ganz hilfreich war, um mir zu zeigen: es ist ok, wenn Staub für mich nicht ok ist.
Jedenfalls bin ich nun ein Freund leerer Oberflächen und habe schon eine kleine Sammlung davon in unserem Waldhaus. Es ist übrigens gar nicht so leicht, diese Leere zuzulassen, aber man lernt es mit der Zeit.

 

Konsequentes Ausmisten und „One in, one out“

Weniger kaufen ist das eine, aber natürlich: konsequentes Ausmisten ist nach wie vor sehr angesagt bei mir. Es dauert sehr lange und der Umzug hat es noch mal schwerer für mich gemacht, weil ich oft nicht weiß, was ich in dieser neuen Umgebung behalten möchte. Aber ich komme voran und bin mittlerweile wirklich immer härter bei meiner Auswahl, was bleiben darf. Und bei mir gilt auch nun die goldene Regal: One in, one out. Kommt etwas neues hinzu, muss ein altes Teil gehen. Das setze ich vor allem bei Deko und Kleidung super konsequent um, damit es nie wieder so viel wird wie vorher.

 

 

Hier hab ich bereits echt wenig Zeugs und bin schon fast Profi-Minimalist

Alles klar, ich werde auf jeden Fall immer mehr Einrichtungs-Krams besitzen als der Durchschnittsmensch. Aber in folgenden Bereichen haben wir glaub ich weniger Zeugs als die meisten: Alles rund ums Kind. Wir haben keine riesen Mengen Spielzeug, leihen oft Bücher und Hörspiele in der Bibliothek aus, besaßen keinen Kinderwagen, haben nach wie vor kein Kinderbett usw. Wer mehr darüber lesen möchte, wie ich versuche, mit Kind krempelfrei zu bleiben, liest sich gerne noch mal meinen Blogpost dazu durch. Dann zum Beispiel Küchenutensilien. Wir haben eigentlich fast nur Basics in der Küche, die täglich benutzt werden. Hochleistungsmixer, Kaffeemaschine, Wasserkocher, so Zeugs. Und alles nur in der Menge, wie wir es brauchen. Ich sammel nix, weder Holzlöffel, noch -bretter, auch keine Speiseöle, weil sie in schönen Flaschen verkauft werden. Ähnlich basicmäßig geht es auch im Bad zu. Statt einer Duschgelsammlung benutze ich zum Besipiel nur Lavaerde von Logona für Körper und Haare. Seit kurzem probiere ich zusätzlich noch saure Rinse mit Apfelessig aus. Auch im Bad habe ich nichts doppelt und besitze nur das, was ich benutze.

 

„Das möcht‘ ich nicht geschenkt haben“

Ich bin inzwischen echt ganz gut darin, Gratis-Gaben abzulehnen. Sie lauern ja an jeder Ecke. Flyer, Tüten auf dem Wochenmarkt, Kosmetikproben, … Auch aussortierte Sachen, die uns von anderen gegeben werden (zum Beispiel Spielzeug für Levi), lehne ich freundlich ab, wenn wir es nicht benötigen. Ich habe mich sogar schon zwei Mal auf PR-Veranstaltungen an den Goodie-Bags vorbeigeschlichen, ohne eine Tüte mitzunehmen. :D

 

 

Rohkost – mein minimalistischer Weg, zu essen

Ich esse nur Rohkost, weil es mir damit viel besser geht als mit der „normalen“ Ernährung von früher. Warum Rohkost zu essen für mich etwas mit Minimalismus zu tun hat? Es gibt viele Gründe, die ich kurz anreiße. Meine Lebensqualität ist höher, weil ich mich einfach besser fühle. Viele meiner körperlichen „Anormalien“ (die ich früher für normal hielt) sind verschwunden und brauchen keine Reparatur mehr mit zum Beispiel Kopfschmerztabletten, Bodylotion oder Kaffee. Ich muss diese und andere Dinge nicht mehr konsumieren, weil mein Körper auch so bestens funktioniert.
Außerdem habe ich einen viiiel engeren Bezug zur Natur gefunden, weil ich sie nun als absolute Quelle meines Wohlbefindens ansehe und ich es zutiefst bewundere, wie viele Lebensmittel sie uns bereit stellt, die, so wie sie sind, einfach perfekt sind. Daher sind mir mittlerweile schöne Erlebnisse in der Natur wichtiger als meine Zeit in Cafés und Einkaufszentren zu verbringen (was nicht heißt, dass so etwas nicht auch mal herrlich sein kann!).
Ich lege großen Wert auf qualitativ hochwertige Lebensmittel, da unreifes und minderwertiges Zeug roh einfach nicht schmeckt. Ich unterstütze so automatisch Erzeuger, die nachhaltig arbeiten wie zum Beispiel Biobetriebe und Kleinbauern.
Und schlussendlich hat mir Rohkost irgendwie den Einstieg in eine Sichtweise bereitet, mit der man das „normale“ nicht unbedingt immer für das richtige hält. Schließlich ist auch Minimalismus ein Infragestellen der Normalität, in diesem Fall des übertriebenen Konsums von Dingen.

 

 

Collect moments, not things.

Das gilt ja quasi als die Kernaussage des Minimalismus und sie ist auch mir unheimlich wichtig. Viele machen deswegen eine Weltreise oder werden gleich zu Nomaden. Das ist aber nicht mein Ding. Das Wichtigste im Leben ist für mich mein Kind. Mein beste Entscheidung war es daher, nicht mehr arbeiten zu gehen und mich stattdessen als Vollzeit-Mama um Levi zu kümmern. Finanziell kommen wir mit einem Gehalt gut zurecht. Mit einem eigenen Gehalt würde ich mich sicher freier in meinen Konsum-Entscheidungen fühlen (ab und zu muss ich mich ja doch dafür rechtfertigen, was ich hier so an Deko oder teurem Rohkost-Essen anschleppe), aber dank des Minimalismus bin ich mit viel weniger Dingen zufrieden und ich habe gelernt, klüger zu kaufen.
So bin ich also glückliche Vollzeit-Mama und verwirkliche nebenbei meine eigenen Interessen, indem ich blogge. Ohne Frage hat das Vollzeit-Mutterdasein auch eine Menge schwierige, anstrengende, nervige Seiten. Aber diese ersten drei Jahre, in denen ich mich rund um die Uhr um meinen Sohn gekümmert habe (im Juni kommt Levi in einen wunderbaren Waldkindergarten), haben mich unglaublich bereichert und verändert. Mag zum Beispiel sein, dass ich ohne Kind nie auf Minimalismus gekommen wäre. Und ich bin sehr dankbar, dass wir mit dieser Aufgabenteilung einen halbwegs entspannten Familienalltag genießen können. Es stimmt, diese Konstellation – der Mann geht arbeiten, die Frau zieht die Kinder groß – ist eigentlich schrecklich konservativ. Aber ich habe mich freiwillig dafür entschieden und es ist unser Weg, als Familie „Slow Living“ zu leben.

 

Und schlussendlich: Ich habe kein Smartphone

Eine große Hilfe dabei, den Moment zu genießen, ist, dass ich bewusst kein Smartphone besitze. Wenn ich sehe, wie manche draußen an ihrem Handy hängen, ist mir das Abschreckung genug (bitte nicht böse sein, Leute). Ich verbringe zu Hause bereits genug Zeit im Internet (sonst gäbe es den Blog ja schließlich nicht), da möchte ich wenigstens unterwegs völlig frei davon sein. Schöne Erlebnisse möchte ich nicht durch die Smartphone-Kamera betrachten, sondern einfach in dem Moment mit meinen eigenen Augen. Es ist mir zum Beispiel ein Rätsel, wie diese spontanen, wunderschönen Instagram-Bilder entstehen. Vor allem von Kindern, die doch immer in Bewegung sind. Warten die Leute den ganzen Tag mit dem Handy in der Hosentasche auf Instagram-fähige Momente? Ich weiß es wirklich nicht, denn ich habe keine Erfahrung darin, wie es sich als Influencer mit Smartphone lebt. :D Ach so, und es ist unterwegs immer wieder eine Freude, mit echten Menschen zu sprechen, um sie nach dem richtigen Weg zu fragen. Statt mit Google Maps. ;)

 

So, das wäre, „my way of minimalism“. In welchen Bereichen klappt es bei euch schon gut und in welchen seid ihr eher Minimalismus-Loser? Und was mich auch brennend interessieren würde: gibt es eines von meinen angerissenen Themen, von denen ihr gerne mehr erfahren möchtet? Ich freue mich über eure Kommentare! Ich hab ja nun wirklich mal wieder genug gequatscht.

Liebste Grüße
Karina

 

Minimalismus-Update: was sich bisher getan hat – 12 Erkenntnisse und Fakten

7. Oktober 2017

 

Nach einem dreiviertel Jahr des Minimalisierens und kurz vor meinem Wohn-Neustart in unserem Waldhaus möchte ich euch mit einem bunten Erkenntnisse-und-Fakten-Mix berichten, was sich bisher so getan hat!

 

 

Wieviel habe ich bisher eigentlich ausgemistet?
Etwa die Hälfte unserer Möbel kommt nicht mit ins Haus und nein, ich habe nicht vor, alles mit neuen Stücken zu ersetzen. Zusätzlich habe ich wohl etwa einen Mini-Container an Kleinkram aussortiert. Oder anders geschätzt waren es wohl 20 Umzugskartons voll, die wir nicht ins Waldhaus schleppen müssen.
Das komische ist: ich habe vorher schon öfter mal im normalen Rahmen aussortiert und dachte, all die verbliebenen Dingen hätten eine Berechtigung, sich in meinem Besitz zu befinden. Dann kam der Minimalismus und damit die Erkenntnis, dass ich vieles eben doch nicht brauche. Würde jetzt jemand mit dem Inhalt dieser 20 Kartons vor meiner Tür stehen und mir eine Million Euro bieten, wenn ich sie wieder in unsere Schränke sortiere – NEVER! Ich bin sehr froh, dass all das weg ist.

 

Wo ist das Zeug hin?
Keine Sorge, ich habe nicht alles à la KonMari weggeschmissen. Das meiste habe ich via Ebay verschenkt oder an die Straße gestellt, ich war ein Mal auf dem Flohmarkt und die Möbel gingen an unsere Nachmieter oder an Bekannte. Zum Beispiel haben wir die Kommode mit Levis Kleidung abgegeben, da ich inzwischen genug Platz in meinem Kleiderschrank habe, um dort auch seine Sachen unterzubringen. Was übrigens sehr praktisch ist! Derzeit steht an der Stelle der Kommode unsere Gästeliege, da sich im Gästezimmer bereits die Umzugskartons stapeln (uäääh…).

 

 

Was habe ich denn so aussortiert?
Hier meine Hitliste: Ganz klassisch habe ich SEHR viel Kleidung aussortiert. Dann folgen Deko-Accessoires, Bücher, Bastel-, Schreib- und Nähsachen, Unterlagen/Dokumente, Kabel- und Elektrokram und Kosmetik/Schminke.

 

Es ist tatsächlich sehr aufwendig, das Zeug loszuwerden.
Ich hatte die letzten Monate wirklich Freude am Aussortieren. Aber es ist echt ganz schön aufwendig, das Zeug loszuwerden. Wegschmeißen geht natürlich am schnellsten, aber das halte ich für absolut unverantwortlich und dafür waren die meisten Sachen wirklich zu schade. Wie oben bereits erwähnt, habe ich sehr viel verschenkt. Dabei war an die Straße stellen natürlich am einfachsten, denn selbst via Ebay muss das Verschenken „gemanagt“ werden (Termin zum Abholen ausmachen etc.). Mein Rat an euch: überlegt es euch dreimal, ob ihr all eure Sachen wirklich verKAUFEN wollt. Ich habe durchs Verschenken insgesamt vielleicht auf 150 Euro verzichtet, aber damit viele Stunden Zeit gewonnen.

 

 

Ordnungs- und Aufbewahrungsutensilien sind riesengroßer Quatsch!
… und Tipps und Strategien zum Ordnunghalten auch. Behalte nur die Dinge, die du wirklich benutzt und man braucht das alles nicht. Meiner Meinung nach gibt es kaum einen Bereich im Zuhause, der so viele Dinge enthalten muss, das man sie umständlich sortieren müsste. Ausnahmen sind vielleicht einige besondere Bereiche wie Werkzeuge oder wenn man ein spezielles Hobby hat, zum Beispiel wenn man wirklich viel näht oder bastelt. Aber selbst ich mache gerne mal DIYs, nähe hin und wieder und heimwerken tue ich gerne und regelmäßig. Trotzdem habe ich meine Dinge in diesen Bereichen so sehr reduziert, dass ganze Schränke und Boxen leer und somit überflüssig wurden. Ich habe mittlerweile einen BERG an Aufbewahrungsutensilien angesammelt, die leer wurden.

 

Huch, ich bin doch ein Fashion-Victim!
Hä. Irgendwie musste ich in den letzten Monaten feststellen, dass ich zwar echt wenig neue Deko geshoppt habe, dafür aber in meinem Kleiderschrank einiges los war. Bei Mode kann ich mich überraschenderweise schlechter zurückhalten als bei Interior. Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen, dass ich unterm Strich durchs Aussortieren wirklich viiiel weniger Sachen in meinem Schrank habe als vorher und es eher ein Update als ein Aufstocken des Bestands war (auch dank des schönen Buches „Das Kleiderschrank-Projekt“ von Anuschka Rees). Und viele Sachen hatten einen Austausch wirklich nötig, weil sie inzwischen einfach lumpig aussahen.

 

 

Langfristig erfreue ich mich mehr an Dingen, die ich auch benutze.
Das war eine recht interessante Erkenntnis, die ich vor Kurzem hatte. Reine Dekogegenstände machen mir nur kurze Zeit bewusst Freude. Besteht die Qualität eines Gegenstandes einzig und allein in seiner schönen Optik, gewöhne ich mich irgendwann an ihn und wertschätze ihn nicht mehr. Ich sehe sozusagen an ihm vorbei.
Wenn stattdessen aber meine Gebrauchsgegenstände von besonderer Qualität sind, das heißt für mich: schön sind, sie gut funktionieren und sich vielleicht sogar gut anfühlen, ist das tatsächlich auch eine Bereicherung meines Alltags.

 

Carmen Elaine – meine neue Lieblings-Minimalismus-YouTuberin.
Seit einigen Monaten gibt es einen YouTube Kanal von einer Minimalistin, deren Videos mir sehr gut gefallen, da sie auch viel und überaus klug von den psychologischen Gründen fürs Viel-Kaufen und Nicht-Loslassen-Können spricht. Diese Einsichten haben mir beim Minimalisieren noch mal einen kleinen Schubs gegeben. Zu meinen Favoriten zählen zum Beispiel ihre drei Videos zu „Minimalism for Beginners“ sowie ihr shopping hack.

 

Ich habe neue Wohn-Vorbilder.
Nach wie vor finde ich viele Arten des Wohnens schön und interessant. Richtige Stil-Vorbilder sind Wohnungen mit „normaler“ Menge an Möbeln und Deko (und das ist so ziemlich das meiste, was man auf Pinterest und Co. findet) aber nicht mehr. Ich sehe hauptsächlich die Arbeit dahinter. Die Arbeit, die es macht, so zu dekorieren, alles auch mal umzudekorieren und sauber zu halten. Das klingt erst mal irgendwie traurig und spießig, aber in Wirklichkeit ist es für mich sehr befreiend. Um es mal konkret auszudrücken: ein Wohn-Vorbild mit 20 Dingen ist leichter zu erreichen als eines mit 100. Ohne Minimalismus hätte ich jetzt wahrscheinlich den Anspruch, ein bis ins Details stylisch dekoriertes neues Haus zu haben, was mich sehr unter Druck setzen würde. Stattdessen gehe ich einigermaßen entspannt und mit Freude ans Einrichten unseres Hauses mit möglichst wenigen Dingen.

 

 

Die stylischen Pinterest-Kinderzimmer gibt es so nicht.
Vor allem die werdenden und frisch gebackenen Mamas unter euch kennen sie sicher alle: die schicken Kinderzimmer mit stylischen, auf dem frisch gemachten Bettchen arrangierten Kissen, coolen Spielsachen, die in Reih und Glied auf dem String-Pocket-Regal stehen, tollen Häkel-Kuscheltieren, die brav auf vintage Stühlchen sitzen und in die Kamera schauen und einem Regal mit hübschen, grafisch gemusterten Körben, in denen fein sortiert die Spielsachen auf ihren Einsatz warten. Liebe Leute: so etwas existiert nicht. Wer glaubt, solche Kinderzimmer gäbe es tatsächlich (ich meine länger als fünf Minuten nachdem das Foto für den Blog/Instagram/Pinterest geknipst wurde), kann genau so gut an den Weihnachtsmann glauben (das gilt übrigens auch für unsere schicke Spielecke im Wohnzimmer). Die Kissen liegen kreuz und quer in dem zerwühlten Bett, Spielsachen und Kuscheltiere liegen dort herum, wo gerade gespielt wurde (und das nicht mal unbedingt im Kinderzimmer) und finden irgendwie nur schwerlich wieder von alleine zurück in die stylischen Körbe. Und wisst ihr was? Das ist ganz normal.
Soll ein Kinderzimmer hübsch und ordentlich sein, hilft nur Zurückhaltung bei der Menge der Dinge, die ihren Weg hinein finden, sei es Deko oder Spielzeug. Dass weniger Zeug auch für die Kinder besser ist, darüber gibt es hinreichend Infos im Netz zu finden (ein schöner Blogbeitrag dazu ist zum Beispiel dieser hier von Birgit).
Und was hat diese Erkenntnis mit mir zu tun? Tja, ganz aktuell hab ich nämlich bisher keinen Plan, wie Levis Zimmer im Haus aussehen soll, eben weil ich mir über unsere wirklichen Kinderzimmer-Bedürfnisse erst mal klar werden muss.

 

Es liegt noch ein seeehr weiter Weg vor mir.
Auch wenn ich hier immer so schlau daherrede, denkt bloß nicht, es läuft alles glatt und vorbildlich mit meinem Minimalisieren. Ich bin nach wie vor eine absolute Amateurin und habe sicher noch einen langen Weg vor mir. Aber schon jetzt kann ich sagen:

 

Ich bin glücklicher als früher!
Und das hat auch ein wenig etwas mit meinem Interesse am Minimalismus zu tun. Ich habe in den letzten Monaten angefangen, die nicht-materiellen Dinge mehr wert zu schätzen und wirklich für das dankbar zu sein, was ich habe: Ich und all meine Lieben sind gesund und leben in Sicherheit und diesen Luxus besitzen sehr viele Menschen heutzutage leider nicht. Wenn ich abends und morgens das kleine Menschlein betrachte, das neben mir liegt, überschwemmt mich jedes Mal eine Welle tiefen Glücks und tiefer Dankbarkeit. Und auch die vielen kleinen besonderen Momente am Tage nehme ich heute bewusster wahr. Danke, lieber Minimalismus für dieses Geschenk! :)

 

Und das war doch ein schöner Abschlusssatz. Ach ne, ich wollte heute unbedingt noch Bescheid geben, dass ich mich nun wohl für eine Weile verabschieden muss, denn nächste Woche geht unsere Renovierung los und Ende des Monats steht auch schon der Umzugswagen vor der Tür. Da hab ich erst mal andere Pflichten und Freuden. :) Irgendwann im November geht es dann hier weiter!

Bis dahin liebste Grüße
Karina

 

Einfach glücklich sein mit meinem neuen Lieblingsmagazin hygge. Und 5 Jahresabos für euch!

17. September 2017

 

Hygge. Dieses dänische Wort ist gerade ist aller Munde. Warum, ist eigentlich leicht zu erklären. In unserer westlichen Welt besteht derzeit eben ein großes Bedürfnis nach einer Rückbesinnung zu einem einfacheren Alltag, der uns ohne viel Brimborium glücklich macht. In den letzten Jahrzehnten wurde uns vor allem eingeredet, dass es darum geht, dieses und jenes zu haben. Nun merken wir langsam: viel toller ist es eigentlich, dieses und jenes zu erleben. Dabei geht es meiner Meinung nach nicht darum, wie viel wir erleben oder dass es immer sensationelle Dinge sein müssen. Das wie ist entscheidender. Und am schönsten ist es, besondere Erlebnisse mit anderen zu teilen (in echt, nicht bei Facebook). Ob bei einem entspannten Spaghetti-Abend mit den besten Freunden zu Hause, einem Wald- und Wiesenspaziergang, einem hübschen DIY-Projekt oder einer Vorlesestunden mit den Kindern – es gibt so viele einfach schöne, hyggelige Sachen zu erleben.
Und darum geht es im neuen Magazin HYGGE: einfach glücklich sein. Ich habe schon jeden einzelnen Artikel der ersten Ausgabe sehr genossen und seit dem 13. September ist das zweite Heft raus, das ich euch genauso ans Herz legen möchte.

Jedes Heft ist in die vier Themen aufgeteilt, um die es bei dem hygge-Lebensgefühl, das die Dänen so sehr lieben, geht: Zusammen sein, verwöhnt werden (hier gibt es unter anderem schöne, bodenständige Rezeptideen), zuhause sein und draußen sein.
Ich weiß nicht, ich für meinen Teil muss sagen: ich liebe diese Mischung und sie trifft genau das, was mich im Moment so besonders interessiert. Und was ich vor allem mag, ist die insgesamt sehr ruhige und entspannte Aufmachung des ganzen Magazins, die genau das bewirkt, was HYGGE vermitteln will: mach mal langsam. Inhaltlich und optisch liegt es damit irgenwie genau zwischen den gerade sehr angesagten „glücklich sein“-Heften wie FLOW und HAPPINEZ und der ebenfalls sehr erfolgreichen LANDLUST. Nur ist HYGGE im Gegensatz zu ersteren, für mich etwas über-designten Zeitschiften, viel ruhiger gestaltet und natürlich viel moderner als die LANDLUST. Wie gesagt: für mich perfekt.

 

Bei einem der schönsten Artikel der aktuellen Ausgabe geht es um Makramee. Ich mag den Trend sehr, habe mich aber erst nicht selber dran versucht. Da ich gerade immer noch am Ausmisten bin und gleichzeitig unseren Umzug ins Haus vorbereite, machte es in letzter Zeit einfach nicht viel Sinn, etwas neues fürs Heim zu basteln. Bis ich irgendwann merkte, dass mir zwar nicht unbedingt das haben des fertigen DIYs fehlt, sondern das machen des selbigen. Dann lag die neue HYGGE in Briefkasten und ich habe mir kurzentschlossen eine Blumenampel aus einem Lederband geknotet. Ich habe zwei sehr glückliche Stunden verbracht. :)

 

 

Ein weiterer Volltreffer war für mich auch der „Einfach raus“-Artikel. Es kam mit der Umstellung auf Rohkost und dann noch mehr mit Levi, dass ich mich hier in der Stadt einfach nicht mehr wohl fühle. Ich habe in den letzten zwei, drei Jahren einen sehr starken Wunsch nach Natur und eben „einfach raus“ gehen entwickelt. In dem Artikel in der HYGGE werden verschiedene Menschen in einem kurzen Porträt vorgestellt, denen es ähnlich geht. Zum Beispiel eine Familie, die raus aus der Stadt und rein in eine Waldhütte in Schweden zieht.

 

Haha, und das da sind Levi und ich wie wir einmal „einfach raus“ in den Wald gegangen waren. Ach so, das da auf dem Foto ist NICHT unser neues Haus, von dem ich hier immer quatsche. Unseres ist schon ein bisschen komfortabler. ;)

So,  und für alle, die nun auch Lust auf mehr hygge in ihrem Alltag haben, gibt es nun noch eine super tolle Verlosung: Ich habe fünf Jahresabos an euch zu vergeben! Berichtet mir einfach bis Mittwoch 20.09. kurz in einem Kommentar, was für euch zu einem richtigen schönen hygge-Moment dazugehört. Per Los werde ich fünf GewinnerInnen ziehen. Weitere Infos zum Gewinnspiel findet ihr unten. Ich drücke die Daumen!

Liebste Grüße
Karina

 

Das Gewinnspiel ist beendet und die fünf glücklichen Gewinnerinnen sind benachrichtigt. Lieben Dank für eure Teilnahme und die viiielen,
super tollen Kommentare!!!

 

Hier noch mal die Teilnahmebedingungen für das Gewinnspiel:

Hinterlasst bis Mittwoch 20.09.2017 um 23:59 unter diesem Post einen Kommentar. Das Los entscheidet dann (fünf Nummerm werden zufällig via random.org ermittelt).

Jede natürliche Person kann teilnehmen, auch anonyme Leser.
Wenn der Gewinner gezogen ist, kontaktiere ich ihn zur Übermittlung der
Adresse für die Zustellung der Zeitschriften.
Falls ihr noch nicht 18 seid, fragt vor der Teilnahme bitte eure Eltern um Erlaubnis.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Zimmerschau: Traumhaft schön und doch minimalistisch wohnen mit Rebekka

29. Juli 2017

 

Mit unserem Umzug ins Haus möchte ich meine Ideen vom Wohnen mit wenigen Dingen rigoros in die Tat umsetzen. Mein Zuhause war immer schon ziemlich aufgeräumt, aber einerseits doch voller Dinge und andererseits war die Ordnung hier und da nur oberflächlich. Deswegen ist das alles jetzt schon irgendwie Neuland für mich, weshalb ich versuche, für meine neue Vorstellung des Wohnens Vorbilder zu finden. Rebekka alias silentandcalm ist für mich so ein Vorbild. Ich habe in meinem letzten Blogpost schon zwei Bilder aus ihrem Zuhause gezeigt, heute kommt eine volle Homestory mit einem Interview rund ums Thema Cozy Minimalism. Weil ich ihr Zuhause einfach LIEBE! Und ich unbedingt herausfinden wollte, wie sie das eigentlich macht, dass es so ruhig und doch sooo gemütlich bei ihr aussieht.

 

 

Erst einmal: wo wohnst du, mit wem wohnst du dort und wie groß ist dein Zuhause?

Liebe Karina, erst einmal herzlichen Dank für all die schönen Komplimente. Es ehrt und berührt mich sehr, wie du meine Art zu Leben siehst.

Ich weiß, dass ein Leben mit wenigen Dingen und wenig Deko nicht dem Geschmack aller einrichtungsinteressierten Menschen entspricht. Manche Menschen fühlen sich eher mit vielen Dingen wohl, mich machen zu viele Gegenstände in meinem Lebensraum einfach nervös.

Die Gestaltung des Wohnraums ist für mich eine sehr private Sache. Deshalb freut es mich wirklich von Herzen, dass du mir deine Zeit schenkst und dass dich mein Stil berührt hat.

Ich lebe mit meinem Mann und unserem zehnjährigen Sohn in Basel. Uns stehen 110 Quadratmeter zur Verfügung: 90 m² verteilt auf vier Zimmer und ein Atelierraum mit weiteren 20 m². Es ist nicht nur unsere Familienwohnung, sondern auch die erste gemeinsame Wohnung von meinem Mann und mir.

 

 

Du wohnst ja mit so wunderbar wenigen Dingen, ich finde deine Wohnung aber trotzdem totaaal gemütlich und überhaupt nicht „clean“. Was ist dein Rezept dafür? Und wie würdest du deinen Wohnstil generell beschreiben?

Ich kenne mich zu wenig mit einrichtungsspezifischen Begriffen aus, um meinem Wohnstil einen Namen zu geben. Ich mag einfach natürliche Materialien und Dinge, die schon eine Geschichte haben. Vielleicht nennt sich mein Wohnstil natural living oder so ähnlich.

Mein Rezept dafür? Ich folge einfach meinem Herzen. In viele Dinge habe ich mich irgendwie verliebt (klingt jetzt sehr esoterisch, ich weiss, aber das ist – wenn es eines gibt – mein Geheimnis). Ich liebe es, in einer ruhigen, reizarmen Umgebung zu leben und mich mit Dingen zu umgeben, die sich einfach gut anfühlen.

 

 

 

Definierst du dich überhaupt als Minimalistin beim Wohnen? 

Hinter dem Wunsch nach Minimalismus stehen viele Kräfte. Wahrscheinlich geht es darum, sich selbst irgendwie einordnen zu können. Wir haben so viele Möglichkeiten, und die Welt steht uns vermeintlich offen. Dennoch fühlt sich das Leben oft nach einer Suche an.

Beruhigend ist jedoch, dass diese Suche menschlich ist :). Unter Minimalisten werde ich wohl nicht als Minimalistin gelten. Aber ich habe auch nicht den Anspruch, so gesehen zu werden.

Ich bin wohl eher Ästhetin als Minimalistin.

 

 

 

Ist das Wohnen mit wenigen Dingen eine bewusste Entscheidung von dir nach einem längeren Weg durch den Shoppingwahn (so wie bei mir, haha) oder steckte das einfach schon immer in deiner „Wohnseele“?

Ich mag es sehr, mich mit schönen Dingen zu umgeben. Viele der Sachen, die ich am meisten liebe, habe ich entweder gefunden, vom Flohmarkt oder selbst gemacht. Vielleicht bin ich einfach etwas wählerisch :).

Aber ich lebe mit einem echten Minimalisten – im materiellen Sinne – zusammen (er würde sich jedoch nie als solchen bezeichnen). Mein Mann wirkt bestimmt auch regulierend (das klingt jetzt echt schlimm, entschuldige Hannes, aber mir tut es wirklich gut). Er mag unsere Wohnung und meinen Stil, aber er kauft sich selbst kaum je etwas.

Was ich an ihm jedoch sehr bewundere und liebe ist seine Schaffenskraft. Er ist künstlerisch sehr begabt und sein Luxus ist es, dass er sich dafür Zeit nehmen kann. Ich mag das sehr, weil dabei so viel Schönes entsteht.

Er beruhigt mich.

 

 

Für mich ist es eine Herausforderung, in Zukunft mit nur ganz wenigen Dingen zu wohnen, denn jedes Teil muss dann ja ein „Volltreffer“ sein und genau meinem Geschmack und dem gewünschten Zweck entsprechen. Wie wählst du deine wenigen Einrichtungsstücke aus?

Die Einrichtung und unser Habe sind über die Jahre gewachsen. Für mich ist es am schönsten, wenn sich Dinge einfügen. Wenn ich etwas kaufe, dann folge ich einfach meiner Intuition. Mit Farben bin ich sehr zurückhaltend. Für mich ist es am einfachsten, wenn ich bei meiner Farbpalette bleibe. Obschon man ja in meinem Fall nicht wirklich von Farben sprechen kann :) . Ich mag abgegraute Töne und Schaumolweiß (höhö).

Bei Gebrauchsgegenständen ist mir die Langlebigkeit wichtig. Es stört mich, wenn Dinge, trotz guter Pflege, schnell kaputt gehen und die Reparatur dann mehr kostet als eine Neuanschaffung.

 

 

Was ist mit dem bekannten „Krempel“ und allgemeinen Gebrauchsgegenständen? Hast du davon auch nur ganz wenig oder bewahrst du all das nur sehr gut versteckt auf? 

Natürlich besitze ich auch Krempel. Der gehört irgendwie dazu. Nicht alles ist sinnhaft und zweckbestimmt. Ich besitze viele Dinge, die ich schön finde, die ich aber nicht wirklich brauche. Aber auch Dinge, von denen ich gar nicht mehr wusste, dass ich sie besitze. Da ich meine Tage jedoch nicht nur mit Räumen und Ordnen verbringen möchte, habe ich sie einfach akzeptiert.

 

Und wo ist dieser Krempel? Ich seh nämlich nix. ;)

Also wir besitzen: 1 Truhe, 1 Sideboard, 1 kleine Kommode, 1 Schrank im Kinderzimmer, 1 kleinen Schrank in der Küche, zwei Regale halbhoch, zwei Kommoden für Kleider und ein Schuhregal vor der Haustür. Darin befindet sich: Dinge, die wir brauchen und solche, die wohl unter die Kategorie Krempel fallen. Dazu kommt: Ein Keller mit Regalen. Darauf befinden sich 5 Kisten mit Flohmarktkram und saisonale Dinge wie Skier, Weihnachtskugeln etc. Im Atelier haben wir 1 Regal mit 4 Kisten. Darin befinden sich Spielsachen, die Max nicht bespielt und solche, die er gerne aufbewahren möchte. Im Kinderzimmer habe ich verschließbare, alte Körbe unter das Bett gestellt. Darin befinden sich alle aktuellen Spielsachen.

Inventur unseres Besitzes :-)))) Am schönsten fände ich jedoch Wandschränke.

Vor einigen Jahren gab es auf BBC eine Sendung, da ging es darum, ganze Häuser auszuräumen. Das ganze Inventar wurde auf einer Plane ausgebreitet. Der Anblick des gesamten Besitzes war für alle überwältigend. Im Anschluss kehrten nur noch jene Dinge ins Haus zurück, die den Bewohnern wirklich wichtig waren. Alle anderen Sachen wurden verkauft oder entsorgt. Der Effekt dieser Räumung war beeindruckend: Plötzlich wirkten die Räume befreit und harmonisch. Und das einzig, weil sie nur noch mit Gegenständen bestückt waren, die den Menschen etwas bedeuteten.

Ich fände es selbst auch unheimlich spannend, einmal unseren gesamten Besitz auf einer Fläche ausgebreitet zu sehen. Das wäre bestimmt beeindruckend. Also, sollte uns jemand den Wohnraum aus- und im Anschluss wieder einräumen wollen, bitte einfach melden :).

Da die Wahrscheinlichkeit, dass das passieren wird, sehr gering ist, werde ich auch in Zukunft ab und an am Flohmarkt mitmachen. So geht die Geschichte in einer anderen, neuen Umgebung für die Dinge weiter. Von den unverkauften Sachen wandert immer ein großer Teil direkt in einen Secondhandshop. Vermisst habe ich noch nie etwas.

 

 

Bist du eigentlich eher eine Viel-Ausmisterin oder eine Wenig-Käuferin?

Gibt es auch eine Mischform? Ich kaufe zum Beispiel selten Möbel oder sperrige Sachen, auch bei Dekoartikeln bin ich zurückhaltend. Am wohlsten fühle ich mich in aufgeräumten Zimmern.

Das Thema Ausmisten ist aber trotzdem ein Dauerbrenner. Deshalb nun ein kurzer Exkurs zum Leben mit offenem Kleiderschrank.

Ich liebe meine Kleider. Ich achte mich darauf, dass sie aus schönen Materialien und zeitlos sind. Ich pflege sie gut und (Achtung Esoterik!) es verbindet mich etwas mit ihnen.

Es fällt mir unheimlich schwer, mich von Stücken, in denen ich mich wohl fühle, zu trennen. Da ich ja nicht einfach wild drauf los kaufe, sondern mit Bedacht auswähle und die Kleider pflege, besteht eigentlich auch kein Grund, mich von ihnen zu trennen.

Dennoch sind sie auch ein Stressfaktor, weil sie so viel Raum einnehmen und dem Zimmer immer eine etwas chaotische Note verleihen.

Nun könnte ich ja einfach einen großen, geschlossenen Schrank kaufen, aber dann hätte ich einen großen Schrank und das Luxusproblem wäre zwar nicht mehr sichtbar, würde aber noch immer bestehen. So viel zu dem Problem eines wohlstandsverwöhnten Menschen. Und nun zur Lösung: Ich akzeptiere es einfach. Denn anscheinend gibt es für mich keine andere Lösung.

In allen anderen Bereichen fällt mir das Loslassen leicht. Ausmisten geschieht da eher nebenher: Ich habe immer eine Tüte oder Kiste in der Wohnung, da wandern die Dinge rein, die ich nicht mehr haben möchte. Für diese Sachen suche ich dann ein neues Zuhause. Ich verschenke gerne, oder mache auch regelmäßig Flohmarkt.

 

 

Sogar das Zimmer von eurem Sohn (siehe Bild oben) sieht so herrlich ruhig und aufgeräumt aus. Schaffst du es wirklich, auch mit Kind halbwegs krempelfrei zu bleiben? 

Absolut nicht! Unser Sohn ist – wohl wie der Großteil aller Kinder – ein Sammler. Ich möchte ihm das auch nicht nehmen. Manche Menschen fühlen sich einfach wohler, wenn sie von vielen Dingen umgeben sind. Ich behaupte, dass es in der kindlichen Natur liegt, den eigenen Besitz möglichst sichtbar aufzubewahren. Jedes Ding scheint noch von enormem Wert zu sein und die kindliche Ästhetik unterscheidet sich nach meiner Erfahrung doch sehr von jener der Erwachsenen.

Mir ist die Entwicklung zu einer freien Persönlichkeit wichtiger als mein ballastfreies Leben. Mein Sohn soll sein Zimmer möglichst frei gestalten können. Ich bin sehr gespannt, in welche Richtung er sich entwickeln wird. Vielleicht ist er später eher der Nestbautyp, der sich mit ganz vielen Dingen umgibt :).

 

 

Hast du abschließend noch ein paar ultimative Tipps für uns für eine ruhige Gestaltung des Wohnraums?

1. Sich ein Farbkonzept überlegen. Möglichst neutrale Farben wählen. Beim Kauf neuer Stücke unbedingt bei den Farben bleiben. Ich persönlich rate auch davon ab, farbige Möbel zu kaufen, die nicht überstreichbar sind. Lieber selbst mal den Farbtopf zur Hand nehmen.

2. Viel weiss braucht als Kontrast natürliche Stoffe. Vollholzstühle oder Leinen, Wolle etc. schaffen eine wohnliche Atmosphäre.

3. Jedem Ding einen festen Ort geben. Wie schon Oma sagte: Jedes Ding an seinen Ort, erspart viel Müh und manch böses Wort.

4. Mit kleinen Kindern: Spielsachen werden am Abend wieder gemeinsam verräumt. In manchen Bereichen wird nicht gespielt. Mit großen Kindern: Spielsachen bleiben im eigenen Zimmer und werden nicht quer im gemeinsamen Wohnraum verstreut. Das klappt bei uns ganz gut. Das Zimmer sieht dafür manchmal aus: O la la… :-D

5. Kein wildes Potpourri bei Bett-, Frottee- und Küchenwäsche. Klingt jetzt vielleicht etwas pingelig, schafft aber viel Ruhe.

6. Shampooflaschen umfüllen, oder gleich Seifen kaufen.

7. Warten können. Meist besitzen wir so viel, dass es kaum Dinge gibt, die wir wirklich benötigen. Wenn ich also bereits einen Besen besitze, muss ich mich nicht stressen, damit ich gleich am nächsten Tag DEN perfekten Ersatz finde. Bis jetzt habe ich immer einen schönen Ersatz gefunden. Und am meisten Freude habe ich, wenn ich ungeplant DEN Besen finde. Kommt immer alles gut :-))).

8. Mit Kindern: Tabuzonen einrichten: Ich mache unheimlich gerne Geschenke. Ich habe eine Schublade mit Bändern, Klebestreifen, Leim und Schere. Die gehört nur mir. Niemand nimmt daraus meine Schere und meinen Klebestreifen. Ich habe dies so organisiert, weil ich mich einfach nicht erst eine Stunde auf die Suche machen wollte. Es klappt gut.

9. Ach ja: Lieber Matt als Glanz!

 

 

Liebe Rebekka, ganz vielen Dank für die vielen, inspirierenden Antworten!

Ich hoffe, euch hat die heutige Zimmerschau gefallen und die Bilder sowie Rebekkas Worte konnten diejenigen unter euch zu neuen Ideen anregen, die so wie ich auf der Suche nach einem aufgeräumten und doch liebevoll eingerichteten Zuhause sind!

Liebste Grüße
Karina

 

 

Alle Fotos von Rebekka alias silentandcalm

IMPRESSUM   DATENSCHUTZ