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Einfach glücklich sein mit meinem neuen Lieblingsmagazin hygge. Und 5 Jahresabos für euch!

17. September 2017

 

Hygge. Dieses dänische Wort ist gerade ist aller Munde. Warum, ist eigentlich leicht zu erklären. In unserer westlichen Welt besteht derzeit eben ein großes Bedürfnis nach einer Rückbesinnung zu einem einfacheren Alltag, der uns ohne viel Brimborium glücklich macht. In den letzten Jahrzehnten wurde uns vor allem eingeredet, dass es darum geht, dieses und jenes zu haben. Nun merken wir langsam: viel toller ist es eigentlich, dieses und jenes zu erleben. Dabei geht es meiner Meinung nach nicht darum, wie viel wir erleben oder dass es immer sensationelle Dinge sein müssen. Das wie ist entscheidender. Und am schönsten ist es, besondere Erlebnisse mit anderen zu teilen (in echt, nicht bei Facebook). Ob bei einem entspannten Spaghetti-Abend mit den besten Freunden zu Hause, einem Wald- und Wiesenspaziergang, einem hübschen DIY-Projekt oder einer Vorlesestunden mit den Kindern – es gibt so viele einfach schöne, hyggelige Sachen zu erleben.
Und darum geht es im neuen Magazin HYGGE: einfach glücklich sein. Ich habe schon jeden einzelnen Artikel der ersten Ausgabe sehr genossen und seit dem 13. September ist das zweite Heft raus, das ich euch genauso ans Herz legen möchte.

Jedes Heft ist in die vier Themen aufgeteilt, um die es bei dem hygge-Lebensgefühl, das die Dänen so sehr lieben, geht: Zusammen sein, verwöhnt werden (hier gibt es unter anderem schöne, bodenständige Rezeptideen), zuhause sein und draußen sein.
Ich weiß nicht, ich für meinen Teil muss sagen: ich liebe diese Mischung und sie trifft genau das, was mich im Moment so besonders interessiert. Und was ich vor allem mag, ist die insgesamt sehr ruhige und entspannte Aufmachung des ganzen Magazins, die genau das bewirkt, was HYGGE vermitteln will: mach mal langsam. Inhaltlich und optisch liegt es damit irgenwie genau zwischen den gerade sehr angesagten „glücklich sein“-Heften wie FLOW und HAPPINEZ und der ebenfalls sehr erfolgreichen LANDLUST. Nur ist HYGGE im Gegensatz zu ersteren, für mich etwas über-designten Zeitschiften, viel ruhiger gestaltet und natürlich viel moderner als die LANDLUST. Wie gesagt: für mich perfekt.

 

Bei einem der schönsten Artikel der aktuellen Ausgabe geht es um Makramee. Ich mag den Trend sehr, habe mich aber erst nicht selber dran versucht. Da ich gerade immer noch am Ausmisten bin und gleichzeitig unseren Umzug ins Haus vorbereite, machte es in letzter Zeit einfach nicht viel Sinn, etwas neues fürs Heim zu basteln. Bis ich irgendwann merkte, dass mir zwar nicht unbedingt das haben des fertigen DIYs fehlt, sondern das machen des selbigen. Dann lag die neue HYGGE in Briefkasten und ich habe mir kurzentschlossen eine Blumenampel aus einem Lederband geknotet. Ich habe zwei sehr glückliche Stunden verbracht. :)

 

 

Ein weiterer Volltreffer war für mich auch der „Einfach raus“-Artikel. Es kam mit der Umstellung auf Rohkost und dann noch mehr mit Levi, dass ich mich hier in der Stadt einfach nicht mehr wohl fühle. Ich habe in den letzten zwei, drei Jahren einen sehr starken Wunsch nach Natur und eben „einfach raus“ gehen entwickelt. In dem Artikel in der HYGGE werden verschiedene Menschen in einem kurzen Porträt vorgestellt, denen es ähnlich geht. Zum Beispiel eine Familie, die raus aus der Stadt und rein in eine Waldhütte in Schweden zieht.

 

Haha, und das da sind Levi und ich wie wir einmal „einfach raus“ in den Wald gegangen waren. Ach so, das da auf dem Foto ist NICHT unser neues Haus, von dem ich hier immer quatsche. Unseres ist schon ein bisschen komfortabler. ;)

So,  und für alle, die nun auch Lust auf mehr hygge in ihrem Alltag haben, gibt es nun noch eine super tolle Verlosung: Ich habe fünf Jahresabos an euch zu vergeben! Berichtet mir einfach bis Mittwoch 20.09. kurz in einem Kommentar, was für euch zu einem richtigen schönen hygge-Moment dazugehört. Per Los werde ich fünf GewinnerInnen ziehen. Weitere Infos zum Gewinnspiel findet ihr unten. Ich drücke die Daumen!

Liebste Grüße
Karina

 

 

Hier noch mal die Teilnahmebedingungen für das Gewinnspiel:

Hinterlasst bis Mittwoch 20.09.2017 um 23:59 unter diesem Post einen Kommentar. Das Los entscheidet dann (fünf Nummerm werden zufällig via random.org ermittelt).

Jede natürliche Person kann teilnehmen, auch anonyme Leser.
Wenn der Gewinner gezogen ist, kontaktiere ich ihn zur Übermittlung der
Adresse für die Zustellung der Zeitschriften.
Falls ihr noch nicht 18 seid, fragt vor der Teilnahme bitte eure Eltern um Erlaubnis.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Zimmerschau: Traumhaft schön und doch minimalistisch wohnen mit Rebekka

29. Juli 2017

 

Mit unserem Umzug ins Haus möchte ich meine Ideen vom Wohnen mit wenigen Dingen rigoros in die Tat umsetzen. Mein Zuhause war immer schon ziemlich aufgeräumt, aber einerseits doch voller Dinge und andererseits war die Ordnung hier und da nur oberflächlich. Deswegen ist das alles jetzt schon irgendwie Neuland für mich, weshalb ich versuche, für meine neue Vorstellung des Wohnens Vorbilder zu finden. Rebekka alias silentandcalm ist für mich so ein Vorbild. Ich habe in meinem letzten Blogpost schon zwei Bilder aus ihrem Zuhause gezeigt, heute kommt eine volle Homestory mit einem Interview rund ums Thema Cozy Minimalism. Weil ich ihr Zuhause einfach LIEBE! Und ich unbedingt herausfinden wollte, wie sie das eigentlich macht, dass es so ruhig und doch sooo gemütlich bei ihr aussieht.

 

 

Erst einmal: wo wohnst du, mit wem wohnst du dort und wie groß ist dein Zuhause?

Liebe Karina, erst einmal herzlichen Dank für all die schönen Komplimente. Es ehrt und berührt mich sehr, wie du meine Art zu Leben siehst.

Ich weiß, dass ein Leben mit wenigen Dingen und wenig Deko nicht dem Geschmack aller einrichtungsinteressierten Menschen entspricht. Manche Menschen fühlen sich eher mit vielen Dingen wohl, mich machen zu viele Gegenstände in meinem Lebensraum einfach nervös.

Die Gestaltung des Wohnraums ist für mich eine sehr private Sache. Deshalb freut es mich wirklich von Herzen, dass du mir deine Zeit schenkst und dass dich mein Stil berührt hat.

Ich lebe mit meinem Mann und unserem zehnjährigen Sohn in Basel. Uns stehen 110 Quadratmeter zur Verfügung: 90 m² verteilt auf vier Zimmer und ein Atelierraum mit weiteren 20 m². Es ist nicht nur unsere Familienwohnung, sondern auch die erste gemeinsame Wohnung von meinem Mann und mir.

 

 

Du wohnst ja mit so wunderbar wenigen Dingen, ich finde deine Wohnung aber trotzdem totaaal gemütlich und überhaupt nicht „clean“. Was ist dein Rezept dafür? Und wie würdest du deinen Wohnstil generell beschreiben?

Ich kenne mich zu wenig mit einrichtungsspezifischen Begriffen aus, um meinem Wohnstil einen Namen zu geben. Ich mag einfach natürliche Materialien und Dinge, die schon eine Geschichte haben. Vielleicht nennt sich mein Wohnstil natural living oder so ähnlich.

Mein Rezept dafür? Ich folge einfach meinem Herzen. In viele Dinge habe ich mich irgendwie verliebt (klingt jetzt sehr esoterisch, ich weiss, aber das ist – wenn es eines gibt – mein Geheimnis). Ich liebe es, in einer ruhigen, reizarmen Umgebung zu leben und mich mit Dingen zu umgeben, die sich einfach gut anfühlen.

 

 

 

Definierst du dich überhaupt als Minimalistin beim Wohnen? 

Hinter dem Wunsch nach Minimalismus stehen viele Kräfte. Wahrscheinlich geht es darum, sich selbst irgendwie einordnen zu können. Wir haben so viele Möglichkeiten, und die Welt steht uns vermeintlich offen. Dennoch fühlt sich das Leben oft nach einer Suche an.

Beruhigend ist jedoch, dass diese Suche menschlich ist :). Unter Minimalisten werde ich wohl nicht als Minimalistin gelten. Aber ich habe auch nicht den Anspruch, so gesehen zu werden.

Ich bin wohl eher Ästhetin als Minimalistin.

 

 

 

Ist das Wohnen mit wenigen Dingen eine bewusste Entscheidung von dir nach einem längeren Weg durch den Shoppingwahn (so wie bei mir, haha) oder steckte das einfach schon immer in deiner „Wohnseele“?

Ich mag es sehr, mich mit schönen Dingen zu umgeben. Viele der Sachen, die ich am meisten liebe, habe ich entweder gefunden, vom Flohmarkt oder selbst gemacht. Vielleicht bin ich einfach etwas wählerisch :).

Aber ich lebe mit einem echten Minimalisten – im materiellen Sinne – zusammen (er würde sich jedoch nie als solchen bezeichnen). Mein Mann wirkt bestimmt auch regulierend (das klingt jetzt echt schlimm, entschuldige Hannes, aber mir tut es wirklich gut). Er mag unsere Wohnung und meinen Stil, aber er kauft sich selbst kaum je etwas.

Was ich an ihm jedoch sehr bewundere und liebe ist seine Schaffenskraft. Er ist künstlerisch sehr begabt und sein Luxus ist es, dass er sich dafür Zeit nehmen kann. Ich mag das sehr, weil dabei so viel Schönes entsteht.

Er beruhigt mich.

 

 

Für mich ist es eine Herausforderung, in Zukunft mit nur ganz wenigen Dingen zu wohnen, denn jedes Teil muss dann ja ein „Volltreffer“ sein und genau meinem Geschmack und dem gewünschten Zweck entsprechen. Wie wählst du deine wenigen Einrichtungsstücke aus?

Die Einrichtung und unser Habe sind über die Jahre gewachsen. Für mich ist es am schönsten, wenn sich Dinge einfügen. Wenn ich etwas kaufe, dann folge ich einfach meiner Intuition. Mit Farben bin ich sehr zurückhaltend. Für mich ist es am einfachsten, wenn ich bei meiner Farbpalette bleibe. Obschon man ja in meinem Fall nicht wirklich von Farben sprechen kann :) . Ich mag abgegraute Töne und Schaumolweiß (höhö).

Bei Gebrauchsgegenständen ist mir die Langlebigkeit wichtig. Es stört mich, wenn Dinge, trotz guter Pflege, schnell kaputt gehen und die Reparatur dann mehr kostet als eine Neuanschaffung.

 

 

Was ist mit dem bekannten „Krempel“ und allgemeinen Gebrauchsgegenständen? Hast du davon auch nur ganz wenig oder bewahrst du all das nur sehr gut versteckt auf? 

Natürlich besitze ich auch Krempel. Der gehört irgendwie dazu. Nicht alles ist sinnhaft und zweckbestimmt. Ich besitze viele Dinge, die ich schön finde, die ich aber nicht wirklich brauche. Aber auch Dinge, von denen ich gar nicht mehr wusste, dass ich sie besitze. Da ich meine Tage jedoch nicht nur mit Räumen und Ordnen verbringen möchte, habe ich sie einfach akzeptiert.

 

Und wo ist dieser Krempel? Ich seh nämlich nix. ;)

Also wir besitzen: 1 Truhe, 1 Sideboard, 1 kleine Kommode, 1 Schrank im Kinderzimmer, 1 kleinen Schrank in der Küche, zwei Regale halbhoch, zwei Kommoden für Kleider und ein Schuhregal vor der Haustür. Darin befindet sich: Dinge, die wir brauchen und solche, die wohl unter die Kategorie Krempel fallen. Dazu kommt: Ein Keller mit Regalen. Darauf befinden sich 5 Kisten mit Flohmarktkram und saisonale Dinge wie Skier, Weihnachtskugeln etc. Im Atelier haben wir 1 Regal mit 4 Kisten. Darin befinden sich Spielsachen, die Max nicht bespielt und solche, die er gerne aufbewahren möchte. Im Kinderzimmer habe ich verschließbare, alte Körbe unter das Bett gestellt. Darin befinden sich alle aktuellen Spielsachen.

Inventur unseres Besitzes :-)))) Am schönsten fände ich jedoch Wandschränke.

Vor einigen Jahren gab es auf BBC eine Sendung, da ging es darum, ganze Häuser auszuräumen. Das ganze Inventar wurde auf einer Plane ausgebreitet. Der Anblick des gesamten Besitzes war für alle überwältigend. Im Anschluss kehrten nur noch jene Dinge ins Haus zurück, die den Bewohnern wirklich wichtig waren. Alle anderen Sachen wurden verkauft oder entsorgt. Der Effekt dieser Räumung war beeindruckend: Plötzlich wirkten die Räume befreit und harmonisch. Und das einzig, weil sie nur noch mit Gegenständen bestückt waren, die den Menschen etwas bedeuteten.

Ich fände es selbst auch unheimlich spannend, einmal unseren gesamten Besitz auf einer Fläche ausgebreitet zu sehen. Das wäre bestimmt beeindruckend. Also, sollte uns jemand den Wohnraum aus- und im Anschluss wieder einräumen wollen, bitte einfach melden :).

Da die Wahrscheinlichkeit, dass das passieren wird, sehr gering ist, werde ich auch in Zukunft ab und an am Flohmarkt mitmachen. So geht die Geschichte in einer anderen, neuen Umgebung für die Dinge weiter. Von den unverkauften Sachen wandert immer ein großer Teil direkt in einen Secondhandshop. Vermisst habe ich noch nie etwas.

 

 

Bist du eigentlich eher eine Viel-Ausmisterin oder eine Wenig-Käuferin?

Gibt es auch eine Mischform? Ich kaufe zum Beispiel selten Möbel oder sperrige Sachen, auch bei Dekoartikeln bin ich zurückhaltend. Am wohlsten fühle ich mich in aufgeräumten Zimmern.

Das Thema Ausmisten ist aber trotzdem ein Dauerbrenner. Deshalb nun ein kurzer Exkurs zum Leben mit offenem Kleiderschrank.

Ich liebe meine Kleider. Ich achte mich darauf, dass sie aus schönen Materialien und zeitlos sind. Ich pflege sie gut und (Achtung Esoterik!) es verbindet mich etwas mit ihnen.

Es fällt mir unheimlich schwer, mich von Stücken, in denen ich mich wohl fühle, zu trennen. Da ich ja nicht einfach wild drauf los kaufe, sondern mit Bedacht auswähle und die Kleider pflege, besteht eigentlich auch kein Grund, mich von ihnen zu trennen.

Dennoch sind sie auch ein Stressfaktor, weil sie so viel Raum einnehmen und dem Zimmer immer eine etwas chaotische Note verleihen.

Nun könnte ich ja einfach einen großen, geschlossenen Schrank kaufen, aber dann hätte ich einen großen Schrank und das Luxusproblem wäre zwar nicht mehr sichtbar, würde aber noch immer bestehen. So viel zu dem Problem eines wohlstandsverwöhnten Menschen. Und nun zur Lösung: Ich akzeptiere es einfach. Denn anscheinend gibt es für mich keine andere Lösung.

In allen anderen Bereichen fällt mir das Loslassen leicht. Ausmisten geschieht da eher nebenher: Ich habe immer eine Tüte oder Kiste in der Wohnung, da wandern die Dinge rein, die ich nicht mehr haben möchte. Für diese Sachen suche ich dann ein neues Zuhause. Ich verschenke gerne, oder mache auch regelmäßig Flohmarkt.

 

 

Sogar das Zimmer von eurem Sohn (siehe Bild oben) sieht so herrlich ruhig und aufgeräumt aus. Schaffst du es wirklich, auch mit Kind halbwegs krempelfrei zu bleiben? 

Absolut nicht! Unser Sohn ist – wohl wie der Großteil aller Kinder – ein Sammler. Ich möchte ihm das auch nicht nehmen. Manche Menschen fühlen sich einfach wohler, wenn sie von vielen Dingen umgeben sind. Ich behaupte, dass es in der kindlichen Natur liegt, den eigenen Besitz möglichst sichtbar aufzubewahren. Jedes Ding scheint noch von enormem Wert zu sein und die kindliche Ästhetik unterscheidet sich nach meiner Erfahrung doch sehr von jener der Erwachsenen.

Mir ist die Entwicklung zu einer freien Persönlichkeit wichtiger als mein ballastfreies Leben. Mein Sohn soll sein Zimmer möglichst frei gestalten können. Ich bin sehr gespannt, in welche Richtung er sich entwickeln wird. Vielleicht ist er später eher der Nestbautyp, der sich mit ganz vielen Dingen umgibt :).

 

 

Hast du abschließend noch ein paar ultimative Tipps für uns für eine ruhige Gestaltung des Wohnraums?

1. Sich ein Farbkonzept überlegen. Möglichst neutrale Farben wählen. Beim Kauf neuer Stücke unbedingt bei den Farben bleiben. Ich persönlich rate auch davon ab, farbige Möbel zu kaufen, die nicht überstreichbar sind. Lieber selbst mal den Farbtopf zur Hand nehmen.

2. Viel weiss braucht als Kontrast natürliche Stoffe. Vollholzstühle oder Leinen, Wolle etc. schaffen eine wohnliche Atmosphäre.

3. Jedem Ding einen festen Ort geben. Wie schon Oma sagte: Jedes Ding an seinen Ort, erspart viel Müh und manch böses Wort.

4. Mit kleinen Kindern: Spielsachen werden am Abend wieder gemeinsam verräumt. In manchen Bereichen wird nicht gespielt. Mit großen Kindern: Spielsachen bleiben im eigenen Zimmer und werden nicht quer im gemeinsamen Wohnraum verstreut. Das klappt bei uns ganz gut. Das Zimmer sieht dafür manchmal aus: O la la… :-D

5. Kein wildes Potpourri bei Bett-, Frottee- und Küchenwäsche. Klingt jetzt vielleicht etwas pingelig, schafft aber viel Ruhe.

6. Shampooflaschen umfüllen, oder gleich Seifen kaufen.

7. Warten können. Meist besitzen wir so viel, dass es kaum Dinge gibt, die wir wirklich benötigen. Wenn ich also bereits einen Besen besitze, muss ich mich nicht stressen, damit ich gleich am nächsten Tag DEN perfekten Ersatz finde. Bis jetzt habe ich immer einen schönen Ersatz gefunden. Und am meisten Freude habe ich, wenn ich ungeplant DEN Besen finde. Kommt immer alles gut :-))).

8. Mit Kindern: Tabuzonen einrichten: Ich mache unheimlich gerne Geschenke. Ich habe eine Schublade mit Bändern, Klebestreifen, Leim und Schere. Die gehört nur mir. Niemand nimmt daraus meine Schere und meinen Klebestreifen. Ich habe dies so organisiert, weil ich mich einfach nicht erst eine Stunde auf die Suche machen wollte. Es klappt gut.

9. Ach ja: Lieber Matt als Glanz!

 

 

Liebe Rebekka, ganz vielen Dank für die vielen, inspirierenden Antworten!

Ich hoffe, euch hat die heutige Zimmerschau gefallen und die Bilder sowie Rebekkas Worte konnten diejenigen unter euch zu neuen Ideen anregen, die so wie ich auf der Suche nach einem aufgeräumten und doch liebevoll eingerichteten Zuhause sind!

Liebste Grüße
Karina

 

 

Alle Fotos von Rebekka alias silentandcalm

Cozy Minimalism: mit wenigen Dingen gemütlich wohnen – 7 Ideen

23. Juli 2017

 

Wohnen mit wenigen Dingen fände ich für mich eine wunderbare Sache. Wie ihr wisst, habe ich mich, inspiriert durch Minimalismus und Mari Kondos Buch, auf eine große Reise begeben, bei der ich einerseits extrem aussortieren und andererseits anders (das heißt vor allem weniger) kaufen möchte. Gleichzeitig ziehen wir im Herbst in ein Haus ein. Ich freue mich totaaal über diese Gelegenheit eines Wohn-Neustarts, bei dem ich meinen Wunsch nach einem einfacheren Wohn-Leben umsetzen kann! Es soll sich vieles ändern… was, das versuche ich derzeit noch genauer herauszufinden, aber über eine Sache mache ich mir besonders Gedanken:

Wie schaffe ich es, mit wenigen Dingen gemütlich zu wohnen?

Ich meine: kennt ihr diese Architektur-Reportagen aus Wohnzeitschriften, wo man nach der Präsentation der Außenfassade die Gestaltung des Innenraums zeigt und dann nur diese völlig leergefegten Räume sieht? Ein langer Flur mit einer Bodenvase. Ein offener Wohn-Essbereich mit einer Salz- und einer Pfeffermühle auf der Kücheninsel und einer Obstschale auf dem Esstisch. Ich fand diese Bilder immer schrecklich. So tot. Aber auf eine Art und Weise waren sie eben auch minimalistisch. Ich möchte aber nicht, dass es in unserem Haus so steril aussieht. Also bin ich gerade dabei, mir Ideen zu überlegen, wie es bei uns mit wenigen Dingen schön, gemütlich und einladend aussieht. Cozy Minimalism eben.

 

1. Lieber eine große Sache statt vieler kleiner Kleckerdinge wählen
Wenn man beginnt, Minimalismus für sich zu entdecken, lernt man auch, leeren Raum wert zu schätzen. Dabei muss jeder für sich die richtige Balance finden. Wie ich oben schon schrieb: ich möchte es nicht ganz leer und steril haben. Meine Idee ist, die vielen kleinen Dinge mit wenigen großen zu ersetzen. Ich sage nur: Statement Pieces.
Beispiele: Statt drei kleiner Vasen eine große, statt vieler Pflänzchen eine große Palme, statt drei Stühlen am Esstisch lieber eine lange Bank. Die „raumfüllende Wirkung“ ist die gleiche. Man hat aber weniger rumzuräumen, kann sich bei den Pflanzen pflegemäßig auf einen Kandidaten konzentrieren und die Optik einer Bank mit vier Beinen ist viel ruhiger als die zwölfbeinige Stuhl-Gang.

 

 

2. Mit echten Sachen einrichten
Achtung, nun wird’s esoterisch. ;) Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass für mich Dinge aus künstlichen Materialien in ihrer „Ausstrahlung“ zu wenig Raum einnehmen. Die positive Wirkung auf den Raum ist eher gering, manchmal sogar negativ, so dass ich früher versucht habe, durch Masse fehlende Klasse zu ersetzen. Also mit viel Deko eine schönere und „wärmere“ Wirkung zu erzielen. Das funktioniert natürlich, aber wenn man in Zukunft auf viel Deko verzichten möchten, muss man andere Wege finden. Ich möchte daher unser Haus mit (noch) mehr natürlichen Materialien einrichten.
Beispiele: Statt Spanplatten-Möbel massives Holz. Statt neuer mehr alte Möbel mit Geschichte. Statt synthetischer Stoffe Naturmaterialien wie Leinen, Wolle oder Baumwolle.
Ich erhoffe mir, dass wenige dieser natürlichen „Zutaten“ ausreichen werden, um unser neues Zuhause super wohnlich zu machen!

Mein Vorbild hierfür ist Rebekka, deren Instagram-Account silentandcalm eine wunderbare Inspiration für das Wohnen mit ganz wenigen, aber echten Dinge ist. Und findet ihr, es fehlt bei ihr etwas? Ich finde, nein! Es sieht sooo gemütlich und einfach wunderschön bei ihr aus!

 

 

 

3. Mit lebendigen Sachen einrichten
Wie praktisch, dass Pflanzen gerade modern sind. ;) Ein einzelnes, großes Exemplar kann nämlich meiner Meinung nach ein halbes Zimmer mit Leben füllen und somit eine Menge „toter“ Dekorationsteile ersetzen. Dasselbe gilt für Schnittblumen. Gut, ganz lebendig sind sie ja nun nicht mehr. :/ Aber ich finde, dass ein einfacher, größerer Blumenstrauß oder einige grüne Zweige weitere Dekorationsteile oft überflüssig machen.
Beispiele: Siehe mein Bild aus unserem Flur unten, den neuerdings eine üppige Fischschwanzpalme ziert. Oder: Statt gewöhnlicher Weihnachtsdeko kann man das Zuhause lieber mit natürlichen Materialien wie Lärchenzweigen schmücken (hier geht es zu meinem Blogpost zu natürlicher Weihnachtsdekoration).

 

 

4. Leeren Raum mit Bildern füllen
Eine weitere Idee von mir ist, Stellen, die einem doch zu leer erscheinen, mit einem Bild zu schmücken. Ich finde, das ist eine gute Alternative zu üppiger Deko, da Bilder an der Wand wenig Arbeit machen: sie stören beim Staubwischen nicht, fangen auch selber kaum Staub, verrücken nicht und können viel Kleinkram ersetzen. Wer Tipp 1 beherzigen möchte, greift auch hier lieber zu einem einzigen, größeren Exemplar statt zu vielen Bilderchen.
Beispiele: Statt eine Kommode mit viel Deko vollzustellen, lieber ein Bild drüber hängen. Statt eine Wand mit einem Regal zu zieren, das man wieder mit Dingen füllt, auch hier lieber ein Poster, Foto oder Gemälde wählen.

 

5. Gebrauchsgegenstände als Deko benutzen
Wenn man seine Menge an Deko-Teilen gering halten möchte, ist es ganz praktisch, wenn Gebrauchsgegenstände hübsch anzusehen sind. Dann kann man diese in (wenigen) offenen Regalen ausstellen und ohne rein dekorative Dinge wie Vasen, Kerzen und Co. eine wohnliche Wirkung erzielen.
Beispiele: Eine Schürze aus Leinen, ein stylisches Kehrset und ein schicker Staubwedel hängen an Haken an unserem Küchenbuffet und sind ein schöner Hingucker.

 

 

6. Die richtigen Dinge besitzen
Ach herrje… welche Dinge aus meinem Besitz mir wirklich wichtig sind und ich daher behalten möchte, versuche ich seit Monaten Stück für Stück heraus zu finden. Mittlerweile habe ich dabei schon unglaublich viel gelernt und weiß, dass ich in Zukunft viel klüger einkaufen kann (hier findet ihr meinen Blogpost zum Thema Fehlkäufe vermeiden). Denn es ist ja offensichtlich: wenn man mit möglichst wenigen Dingen wohnen möchte, muss die Trefferquote in Bezug auf Praktikabilität, Qualität und Ästhetik extrem hoch sein! Aber wenn man es schafft, sich mit den richtigen Dingen zu umgeben (und dieses „richtig“ kann und soll für jeden etwas anderes bedeuten!), dann kann man auf viel Brimborium verzichten, das nur irgendwelche Lücken füllen soll.
Beispiele: Der absolute Lieblingskerzenständer statt eines Tischs voller kleiner Teelichthalter. Eine schöne, hochwertige Bettwäsche statt einer Armada an Dekokissen. Ein hübscher, warmer, robuster Wintermantel statt drei Mäntel für jede Gelegenheit (uuuaaah, hat da jemand ne Idee?!).

 

Minimalistisches Schlafzimmer

 

Und wenn ich mich an den paar Dingen, mit denen ich mein Zuhause einrichte, irgendwann sattgesehen habe? Dann kommt hier Tipp Nummer

 

7. mal eben flott umdekorieren
Wenn das ganze Wohnszenario mit zig Dekoteilen, Möbelstücken und Gebrauchsgegenständen zu komplex ist, ist es ziemlich aufwendig, mal eben umzudekorieren. Man räumt ein Teil von A nach B, zwei andere Teile müssen dafür nach C umziehen. Für die Sachen, die auf C standen, findet man irgendwie keinen passenden Platz. Grübelgrübel, räumräum… Ok, manchen macht das total Spaß, aber ab einer gewissen Grenze fand ich es doch ziemlich anstrengend. Wenn man aber nur ein paar wenige, ausgesuchte Sachen hat, kann man in recht kurzer Zeit einen Raum umdekorieren. Ich habe dann viel mehr Lust, mit einer kurzen Umräumaktion frischen Wind in unser Zuhause zu bringen, damit Langeweile bei der Einrichtung keine Chance hat.
Beispiel: Frische Blumen in die Vase auf dem Esstisch, zwei Kerzenständer miteinander vertauschen, ein Bild von A nach B hängen. Fertig. Ich hoff’s zumindest. ;)

Was meint ihr, schaffe ich es, mit meinen Ideen ein minimalistisches Zuhause mit wenigen Dingen zu haben, das trotzdem warm, gemütlich und lebendig wirkt? Habt ihr noch weitere Tipps und Erfahrungen für mich? Ich bin nach wie vor auf Ideensuche!

Liebste Grüße
Karina

Wie ich es schaffe, weniger zu kaufen und Fehlkäufe zu vermeiden – 11 Tipps

18. Juni 2017

 

Auf meinem Weg zu einem minimalistischeren Wohnstil bin ich nicht nur dabei, Sachen nach und nach auszusortieren, sondern vor allem auch mein Kaufverhalten zu verändern. Mit welchen Tricks ich es bisher geschafft habe, weniger zu kaufen und Fehlkäufe zu vermeiden, das möchte ich euch heute mal erzählen. Ich hoffe, es sind auch ein paar Tipps für euch dabei! Manche kennt ihr sicher schon, ich habe sie aber trotzdem hier mit aufgenommen, wenn sie für mich sehr gut funktionieren. Andere Tipps sind aus meiner eigenen Erfahrung heraus entstanden. Inklusive ist hier und da auch mal wieder eine Reise in meine tiefenpsychologischen Kaufsucht-Abgründe. ;) Also, los geht’s!

 

Achtung bei Trendkäufen!
Trends sind kurzlebig, das wissen wir alle. Das ist ja auch deren Sinn und völlig in Ordnung. Aber ich möchte in Zukunft noch mehr darauf achten, keine oder noch weniger Trendkäufe zu tätigen. Zwei, drei Teile pro Trend sollen für mich das Maximum sein. Und vor allem: keine großen Stücke wie zum Beispiel Möbel kaufen. Eine Vase darf auch nur mal ein, zwei Jahre ein Lieblingsstück sein. Aber ein Esstisch sollte schon länger halten, oder? Beispiel: Ich habe viele Dekoteile aus Kupfer, aber ich mag nur noch sehr wenige davon wie die säulenförmige Vase. Hätte ich mir zum Beispiel vor ein paar Jahren einen Couchtisch aus Kupfer gegönnt – ach du je. Deswegen wird es auch keinen mit Marmorplatte geben (auch, wenn ich so was im Moment sooo schick fände.)

 

Achtung bei „einmaligen Gelegenheiten“ und „wenn ich schon mal da bin“-Situationen!
Hier tappe ich nach wie vor öfter mal in die Shoppingfalle und kaufe eher unnütze Dinge. Und zwar in Situationen, in denen ich denke: „Ich bin doch so selten hier, jetzt muss ich auch was kaufen.“. Beispiele sind unsere gelegentlichen Trips nach Kopenhagen oder Bummeln in netten, günstigen Shops wie Tiger und Søstrene Grene, wo ich nicht so oft hinkomme. Einfach nur das Bummeln genießen, wieder aus dem Laden gehen und nichts kaufen – das fällt mir oft noch schwer.
Das selbe gilt für Onlineshops. Ich habe sehr oft meinen Warenkorb mit mehr Dingen befüllt, als ich eigentlich kaufen wollte, einfach, weil ich ja eh schon was bestelle und „sich die Versandkosten dann noch eher lohnen“. Auweia…

 

Achtung bei Souvenirs!
Dass Deko-Mitbringsel aus eher exotischen Ländern bei mir zuhause meist ziemlich fehl am Platze wirkten, habe ich schon ziemlich früh bemerkt. Trotzdem bin ich in der Vergangenheit in ähnliche Shoppingfallen getappt. Zum Beispiel haben wir mal Urlaub in einem im Shabby Chic gestylten Bed and Breakfast mit angeschlossenem Shop gemacht. Es war wirklich zauberhaft dort! Aber die Deko-Teile, die ich mir da gekauft habe, weil ich mich vom dem Flair habe mitreißen lassen, waren nicht lange meine Lieblinge… Also: bleibt im Urlaub auf dem Boden der Tatsachen und überlegt euch genau, ob ihr euch gerade nur von der speziellen Atmosphäre einlullen lasst und ob die Sachen, die ihr shoppen möchtet, wirklich, wirklich EUER Stil sind.

 

Foto: Jenny Mustard

Foto: Jenny Mustard

Minimalismus zum coolen Lifestyle erklären
Statt sensationell schönen und nach dem aktuellen Trend eingerichteten Wohnungen aus Pinterest nachzueifern, habe ich für mich einen neuen Lifestyle als das ultimativ coole erklärt: Minimalismus. Ich hatte nämlich oft das Bedürfnis, bei den toll durchgestylten Wohnungen mithalten zu müssen, um mich „angesagt“ zu fühlen. Wenn ihr auch shoppt, um einem bestimmten Lifestyle hinterherzujagen, sucht euch doch einen, der das Shoppen sehr zurückhaltend sieht. Wie wäre es mit Minimalismus? ;) Eines meiner coolen wenig-shoppen-Vorbilder ist zum Beispiel Jenny Mustard, deren herrlich spärlich eingerichtetes Zuhause ihr oben auf den Bildern seht. Wenn ich also mal wieder einem Kauf widerstanden habe, fühle ich mich neuerdings immer seeehr coooool.

 

Test: einen Monat lang keine Kleidung und keine Deko kaufen
Das habe ich mal gemacht, einfach nur um zu testen, ob ich dann wirklich mehr Zeit habe. Ergebnis: ja, hatte ich. Diese Erfahrung motiviert mich nach wie vor, zurückhaltender zu shoppen.

 

Gefährliche Shops identifizieren
Bei mir gibt es ein paar (Online-)Shops, in denen ich in der Vergangenheit öfter mal Sachen gekauft habe, die sich später dann als eher kurzlebige Lieblinge oder sogar Fehlkäufe herausgestellt haben. Diese Shops sind entweder sehr günstig oder stehen für einen Lifestyle, von dem ich glaube, dass ich ihn mit einem Kauf in mein Leben holen müsste. Dazu zählen zum Beispiel Bolia oder H&M Home. Hat man diese Bösewichte identifiziert, kann man sie meiden oder sich wenigstens beim Shoppen fragen, ob man dieses oder jenes Teil wirklich haben will oder sich mal wieder von niedrigen Preisen oder einem tollen Image beeinflussen lässt.

 

Newsletter abbestellen
Den Tipp liest man immer wieder. Warum habe ich es so lange trotzdem nicht gemacht? Naja, ich hatte Angst, etwas zu verpassen. Seit ich mir aber einen Ruck gegeben habe und jetzt doch die letzten Newsletter von Onlineshops abbestellt habe, muss ich sagen: richtige Entscheidung. Ich hatte ja oft gar nicht mal etwas gekauft nach dem Klick auf die Links in der Email. Aber gerade deswegen kann ich gut auf die Newsletter verzichten, denn bei meinem Minimalismus-Weg ist es mir auch ganz wichtig, möglichst wenig Zeit online zu verbringen.

 

Vorsicht bei Sale-Aktionen und Rabatten
Das ist ebenfalls ein altbekannter Tipp. Aber natürlich bin auch ich ständig in die Rabatt-Falle getappt und habe mir Sachen gekauft, die ich nicht brauche und die ich nicht wirklich, wirklich toll fand. Vor wenigen Monaten erst habe ich in einem Einrichtungsladen extra mehr Teile gekauft, weil man ab einer bestimmten Einkaufssumme 25% Rabatt bekam. Oh-oh…

 

Wünsche aufschreiben und erst mal abwarten
Auch dieser unter Minimalisten weit verbreitete Tipp hat mir geholfen, Spontankäufe zu vermeiden. Bei Gebrauchsgegenständen, die ich glaubte zu benötigen, hat sich oftmals herausgestellt, dass sich einfach meine Gewohnheiten verändern und sie mittlerweile überflüssig wären. Bei Dingen, die ich einfach super schön fand, hat sich mein Geschmack oder der Trend dann doch schneller als erwartet verändert. Was bin ich froh, mir damals doch nicht den teuren Eames House Bird gekauft zu haben…

 

 

Finde deinen eigenen Stil
Puh, ganz schön schwierig. Auch ich interessiere mich für Wohntrends und werde nach wie vor von ihnen beeinflusst. Aber seit ich minimalistischer wohnen und leben möchte, habe ich es mir zur großen Aufgabe gemacht, meinen ureigenen Wohnstil zu finden. Dabei versuche ich herauszufinden, welche Teile mich schon viele, viele Jahre begleiten und glücklich machen und was deren Eigenschaften sind. Tatsächlich sind es zum Beispiel die Farben schwarz-weiß und blau sowie schöne Hölzer und sehr schlichte Midcentury Teile. Beispiele sind unser String-Regal, mein praktischer und schöner Nachttisch sowie – das ist jetzt ein klein wenig makaber – ein paar Käfer und Falter in kleinen schwarz-weißen würfelförmigen Kästen. Letztere habe ich zu Teenager-Zeiten von der Mutter meiner besten Freundin, einer Kunstlehrerin, geschenkt bekommen und ich finde sie immer noch schön.
Wenn man sich bewusst macht, was einen bereits viele Jahre begleitet, kann man daraus Richtlinien für zukünftige Käufe ableiten und sich vor Fehlkäufen schützen.

 

Nicht gekauft = ausgemistet
Haha, das ist mein ganz spezieller Trick, mit dem ich mich bereits mehrfach überlistet habe, um einem Kauf zu widerstehen.
Ich miste jetzt ja seit einigen Monaten Stück für Stück aus und kenne inzwischen sehr gut das schöne Gefühl, ein weiteres Teil, das man nicht mehr wirklich braucht, losgeworden zu sein. Wenn ich dann in letzter Zeit etwas nettes in einem Geschäft gesehen habe, von dem ich überlegte, es zu kaufen, ich aber wusste, das es mich eigentlich nicht wirklich begeistert, habe ich es so gemacht: Ich habe innerlich nein zu dem Teil gesagt und mir dabei einfach vorgestellt, ich hätte das Ding gerade aus meinem Besitz aussortiert. So habe ich jetzt statt des negativen Gefühls des Verlusts, das ich früher beim Nicht-Kaufen hatte, ein super gutes Aussortiert-Gefühl. :)

 

Waren ein paar Tipps für euch dabei? Oder habt ihr noch mehr Ideen, wie man zurückhaltender und gezielter shoppen kann? Ich bin gespannt!

Liebste Grüße
Karina

 

 

Kinder und Minimalismus? Krempelfrei bleiben mit Kindern: Ideen und Erfahrungen

19. Mai 2017

 

Wenn man beim Ausmisten seinen ganzen Besitz durchgeht, wird man als Mama schnell feststellen, dass ein Großteil der Dinge zusammen mit dem Kind/den Kindern ins Zuhause gezogen sind. Ist ja normal und ok, denn drei, vier oder fünf Personen sind mehr als zwei und Kinder benötigen schon ein paar spezielle Dinge. Ich schreibe „ein paar“, denn ganz sicher sind es nicht so viele wie uns von der Spielzeug-, Kindermöbel- und Lebensmittelindustrie vorgegaukelt wird. Dass man eine Babyhaarbürste, Babymineralwasser, Quetschies (=Obstsmoothies in Wegwerfverpackungen) oder sprechende und blinkende Plüschtiere nicht braucht, diese Meinung teilen viele. Aber Windeln, Kinderwagen und Wundcreme? Das ist doch „typisch Baby“! Naja, wir jedenfalls sind ohne all das ausgekommen. Hier kommen ein paar eigene Erfahrungen und Ideen, wie man mit weniger Dingen Kinder groß bekommt.

Tragetuch statt Kinderwagen
Ganz oben auf der Liste der wichtigsten Anschaffungen steht bei werdenden Eltern ein Kinderwagen. Das war bei mir genauso, als ich gerade erfahren habe, dass ich schwanger bin. Uns war aber auch schon früh klar, dass wir auch eine Babytrage haben möchten. Bei der Recherche nach geeigneten Modellen fragte ich mich dann aber immer öfter, ob wir denn wirklich, wirklich auch einen Kinderwagen benötigen. Nach ein bisschen Überlegen haben wir beschlossen, es einfach mal ohne zu probieren und das war eine suuuper Entscheidung! Levi lag in seinem ersten Lebensjahr nicht ein Mal in einem Kinderwagen, sondern war immer in einem Tragetuch oder einer Tragehilfe. Noch heute, er ist zwei, nehme ich meist die Trage statt den Buggy. 

Unsere Tragen habe ich in einem Körbchen im Flur stehen. Im Moment benutze ich nur den MySol und die Trage von Studio Romeo. Wir haben auch noch je ein Tragetuch von Didymos und von ByKay. Die haben wir benutzt, als Levi noch gaaanz klein war, weil die für ihn besseren Halt boten.

Hier einige Vorteile, Tragen statt einen Wagen zu benutzen:
– Es ist viel günstiger! Kinderwagen kosten neu so 800 bis 1200 Euro. Ein neues Tragetuch bekommt man für um die 80 Euro.
– Tragetücher nehmen viel weniger Platz zuhause weg.
– Kein Kinderwagen-Geschleppe.
– Mobilität beim Treppensteigen und in den öffentlichen Verkehrsmitteln.
– Das Kind ist immer ganz nah bei einem, man kann ihm alles zeigen und erzählen und es jederzeit abknutschen.

Bücher leihen statt kaufen
Ich habe es schon in einem vorherigen Blogpost geschrieben. Ich kaufe nur noch wenige Kinderbücher, nur noch ganz besonders tolle. Ich lese Levi sooo viel vor und wenn ich immer neue Bücher kaufen würde, hätten wir wohl schon ein ganzes Regal voll. Also leihe ich immer schön Bücher in der Bücherei aus.
Außerdem kann man statt der „normalen“ Bücher auch mal Pixie-Bücher kaufen. Die nehmen nur einen Bruchteil des Platzes weg und die Geschichten sind genau so schön.

Familienbett statt Kinderbett
Als Levi geboren wurde, hatten wir noch ein Beistellbett im Schlafzimmer stehen. Zum Glück konnten wir das irgendwann als Sitzbank für ihn umfunktionieren, denn gebraucht haben wir es eigentlich nie so wirklich. Gut, als Rausfallschutz war es super, als unser Bett nur 1,40 m groß war. Aber Levi lag nie drin. Irgendwann habe ich unser Bett auf 2m Breite erweitert und Levi schläft nach wie vor bei uns. Wir finden’s super schön. Und wir sparen uns erst mal Kinderbett, -matratze und -bettzeug. Leisten könnten wir uns das alles, darum geht es nicht. Es ist einfach dieses Minimalismus-Ding, dass viele Dinge viel Arbeit machen. In diesem Fall gilt: ich mache lieber ein Bett als zwei. :)

Windelfrei und Stoffwindeln statt Wegwerfwindeln
Ich habe mich in der Schwangerschaft zu allen möglichen Themen dumm und dusselig recherchiert. Da lief mir auch irgendwann das Thema Windelfrei über den Weg. Muss ich ausprobieren, dachte ich. Also haben wir Levi, als er etwa drei Wochen alt war, immer mal wieder abgehalten, wenn wir dachten, dass er mal groß oder klein muss. Das ging mal nach Gefühl, mal nach Signalen, mal nach der Uhr. Es hat mal besser, mal schlechter geklappt.

Zur Sicherheit hat Levi aber auch oft Stoffwindeln getragen. Wir haben uns für die gDiapers entschieden. Die waren praktisch und schön schlicht (ich wollte Stoffwindeln ohne bunte Muster haben, was eher schwer zu finden war). Das mit dem Waschen klappte ganz gut und war auch nicht übermäßig viel Arbeit. Das lag aber auch daran, dass ja viel in der Toilette bzw. im Töpfchen landete und die Windel oft einfach sauber blieb. Wegwerfwindeln trug Levi selten und wenn, dann Öko-Windeln.

Bei unserem Windelfrei-Projekt waren wir nie verbissen und Humor braucht man auf jeden Fall, wenn man das probieren will. Denn ja, es geht auch ziemlich oft was schief. :D
Levi war jedenfalls trotzdem irgendwie mit 15 Monaten Tag und Nacht trocken, was mich selber überrascht hat, denn es kam so spontan und von ganz alleine. Er hatte irgendwann gar keine Lust mehr auf Windeln und dann klappte es auch sehr gut ohne. Ich sehe das nicht als unseren Verdienst an, aber ich bin trotzdem ein bisschen stolz und unheimlich froh, denn wir sparen BERGE an Müll bzw. Wäsche und Arbeit dadurch, dass wir nur ca. halb so lange gewickelt haben wie manch andere.

Ne Menge Tipps rund um Stoffwindeln und Windelfrei findet ihr zum Beispiel hier.

Wasser statt Kosmetik
Ich besitze quasi keine Kosmetikprodukte für Levi. Durchs Teilzeit-Windelfrei musste Levi selten in seinen Ausscheidungen liegen, dadurch hatte er nie einen wunden Po. Eine Wundcreme habe ich also nie gekauft und auch nie gebraucht. Er wird immer mit Wasser gewaschen, nur seine Hände ab und zu mit Seife. In der Badewanne ist nur Wasser und auch Shampoo benutze ich nicht bei ihm. Natürlich wird er trotzdem immer sauber und riecht nicht komisch oder so. Ich höre von anderen höchstens, wie gut er duftet. :) Einmal-Feuchttücher benutzen wir nur ab und zu unterwegs. Durch die stets sanfte Reinigung ist Levis Haut nie trocken und braucht keine Creme. Als Sonnenschutz nehme ich Kokosöl (aber Achtung: Sonnenschutzfaktor ist nur ca. 4!), Kleidung und einen Sonnenhut. Und wir bleiben möglichst im Schatten! Bisher hatte er so nie einen Sonnenbrand.

Kinderkleidung kaufen nach Bedarf statt nach Lust und Laune
Ich kann es absolut verstehen, wenn man in der Schwangerschaft und in den ersten Monaten mit Baby riesen Freude am Babykleider-Shopping hat. Das ging mir genau so. Und erst seit ich mich mit dem Thema Minimalismus beschäftige, kann ich mich beim Shoppen zurückhalten, weil ich einfach nicht möchte, dass unsere Schublade für Levis Klamotten so voll wird. Und weil mit erst jetzt so richtig bewusst geworden ist, dass Levi viele Sachen kaum getragen hat. Entweder, weil die Menge einfach ZU GROß war oder die Sachen einfach unpraktisch waren. Man muss eben erst mal schauen, was so zu dem eigenen Lebensstil passt. Durch das Windelfrei-Ding waren zum Beispiel Einteiler wie Strampler und teilweise auch Bodys eher unpraktisch und verstaubten daher in den Schubladen.

Ich kann mich mittlerweile ganz gut beherrschen. Ich kaufe nur noch das, was wir wirklich benötigen und – ganz heißer Tipp, haha – GUCKE GAR NICHT ERST IN DEN SHOPS. Denn wenn ich erst mal etwas süßes gesehen habe, fällt es mir nämlich nach wie vor schwer, zu widerstehen.

In der aktuellen Größe habe ich jedenfalls mittlerweile vielleicht nur noch halb so viele Sachen wie in den damaligen Babygrößen. Es ist schön zu wissen, dass alle Kleidungsstücke auch genutzt werden und alles in eine Schublade unserer Ikea-Malm-Kommode passt, ohne dass ich quetschen muss.

Die Spielecke für unseren kleinen Sohn im Wohnzimmer mit Ikea Besta Schrank.

Spielzeug?!
Puh, keine Ahnung, wer Tipps hat, bitte melden. ;) Wir haben im Vergleich zu anderen bestimmt nicht mega viel Spielzeug, aber für mich fühlt es sich nach zu viel an (es ist jedenfalls mehr, als oben auf dem schicken Bild zu sehen ist). Zu unserer Verteidigung muss ich aber sagen, dass wir vielleicht ein Viertel davon selber neu gekauft haben, ein Viertel ist vom Flohmarkt und der Rest sind – wer errät es? – Geschenke. Was wir in Zukunft versuchen wollen, ist, uns zu Weihnachten und Co eine große Sache von mehreren Personen zu wünschen. Mal sehen, wie das klappt.

Ich hoffe, hier waren ein paar schöne Ideen und Anregungen für alle (werdenden) Mamas und Papas dabei!

Liebste Grüße
Karina

 

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