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Kinder und Minimalismus? Krempelfrei bleiben mit Kindern: Ideen und Erfahrungen

19. Mai 2017

 

Wenn man beim Ausmisten seinen ganzen Besitz durchgeht, wird man als Mama schnell feststellen, dass ein Großteil der Dinge zusammen mit dem Kind/den Kindern ins Zuhause gezogen sind. Ist ja normal und ok, denn drei, vier oder fünf Personen sind mehr als zwei und Kinder benötigen schon ein paar spezielle Dinge. Ich schreibe „ein paar“, denn ganz sicher sind es nicht so viele wie uns von der Spielzeug-, Kindermöbel- und Lebensmittelindustrie vorgegaukelt wird. Dass man eine Babyhaarbürste, Babymineralwasser, Quetschies (=Obstsmoothies in Wegwerfverpackungen) oder sprechende und blinkende Plüschtiere nicht braucht, diese Meinung teilen viele. Aber Windeln, Kinderwagen und Wundcreme? Das ist doch „typisch Baby“! Naja, wir jedenfalls sind ohne all das ausgekommen. Hier kommen ein paar eigene Erfahrungen und Ideen, wie man mit weniger Dingen Kinder groß bekommt.

Tragetuch statt Kinderwagen
Ganz oben auf der Liste der wichtigsten Anschaffungen steht bei werdenden Eltern ein Kinderwagen. Das war bei mir genauso, als ich gerade erfahren habe, dass ich schwanger bin. Uns war aber auch schon früh klar, dass wir auch eine Babytrage haben möchten. Bei der Recherche nach geeigneten Modellen fragte ich mich dann aber immer öfter, ob wir denn wirklich, wirklich auch einen Kinderwagen benötigen. Nach ein bisschen Überlegen haben wir beschlossen, es einfach mal ohne zu probieren und das war eine suuuper Entscheidung! Levi lag in seinem ersten Lebensjahr nicht ein Mal in einem Kinderwagen, sondern war immer in einem Tragetuch oder einer Tragehilfe. Noch heute, er ist zwei, nehme ich meist die Trage statt den Buggy. 

Unsere Tragen habe ich in einem Körbchen im Flur stehen. Im Moment benutze ich nur den MySol und die Trage von Studio Romeo. Wir haben auch noch je ein Tragetuch von Didymos und von ByKay. Die haben wir benutzt, als Levi noch gaaanz klein war, weil die für ihn besseren Halt boten.

Hier einige Vorteile, Tragen statt einen Wagen zu benutzen:
– Es ist viel günstiger! Kinderwagen kosten neu so 800 bis 1200 Euro. Ein neues Tragetuch bekommt man für um die 80 Euro.
– Tragetücher nehmen viel weniger Platz zuhause weg.
– Kein Kinderwagen-Geschleppe.
– Mobilität beim Treppensteigen und in den öffentlichen Verkehrsmitteln.
– Das Kind ist immer ganz nah bei einem, man kann ihm alles zeigen und erzählen und es jederzeit abknutschen.

Bücher leihen statt kaufen
Ich habe es schon in einem vorherigen Blogpost geschrieben. Ich kaufe nur noch wenige Kinderbücher, nur noch ganz besonders tolle. Ich lese Levi sooo viel vor und wenn ich immer neue Bücher kaufen würde, hätten wir wohl schon ein ganzes Regal voll. Also leihe ich immer schön Bücher in der Bücherei aus.
Außerdem kann man statt der „normalen“ Bücher auch mal Pixie-Bücher kaufen. Die nehmen nur einen Bruchteil des Platzes weg und die Geschichten sind genau so schön.

Familienbett statt Kinderbett
Als Levi geboren wurde, hatten wir noch ein Beistellbett im Schlafzimmer stehen. Zum Glück konnten wir das irgendwann als Sitzbank für ihn umfunktionieren, denn gebraucht haben wir es eigentlich nie so wirklich. Gut, als Rausfallschutz war es super, als unser Bett nur 1,40 m groß war. Aber Levi lag nie drin. Irgendwann habe ich unser Bett auf 2m Breite erweitert und Levi schläft nach wie vor bei uns. Wir finden’s super schön. Und wir sparen uns erst mal Kinderbett, -matratze und -bettzeug. Leisten könnten wir uns das alles, darum geht es nicht. Es ist einfach dieses Minimalismus-Ding, dass viele Dinge viel Arbeit machen. In diesem Fall gilt: ich mache lieber ein Bett als zwei. :)

Windelfrei und Stoffwindeln statt Wegwerfwindeln
Ich habe mich in der Schwangerschaft zu allen möglichen Themen dumm und dusselig recherchiert. Da lief mir auch irgendwann das Thema Windelfrei über den Weg. Muss ich ausprobieren, dachte ich. Also haben wir Levi, als er etwa drei Wochen alt war, immer mal wieder abgehalten, wenn wir dachten, dass er mal groß oder klein muss. Das ging mal nach Gefühl, mal nach Signalen, mal nach der Uhr. Es hat mal besser, mal schlechter geklappt.

Zur Sicherheit hat Levi aber auch oft Stoffwindeln getragen. Wir haben uns für die gDiapers entschieden. Die waren praktisch und schön schlicht (ich wollte Stoffwindeln ohne bunte Muster haben, was eher schwer zu finden war). Das mit dem Waschen klappte ganz gut und war auch nicht übermäßig viel Arbeit. Das lag aber auch daran, dass ja viel in der Toilette bzw. im Töpfchen landete und die Windel oft einfach sauber blieb. Wegwerfwindeln trug Levi selten und wenn, dann Öko-Windeln.

Bei unserem Windelfrei-Projekt waren wir nie verbissen und Humor braucht man auf jeden Fall, wenn man das probieren will. Denn ja, es geht auch ziemlich oft was schief. :D
Levi war jedenfalls trotzdem irgendwie mit 15 Monaten Tag und Nacht trocken, was mich selber überrascht hat, denn es kam so spontan und von ganz alleine. Er hatte irgendwann gar keine Lust mehr auf Windeln und dann klappte es auch sehr gut ohne. Ich sehe das nicht als unseren Verdienst an, aber ich bin trotzdem ein bisschen stolz und unheimlich froh, denn wir sparen BERGE an Müll bzw. Wäsche und Arbeit dadurch, dass wir nur ca. halb so lange gewickelt haben wie manch andere.

Ne Menge Tipps rund um Stoffwindeln und Windelfrei findet ihr zum Beispiel hier.

Wasser statt Kosmetik
Ich besitze quasi keine Kosmetikprodukte für Levi. Durchs Teilzeit-Windelfrei musste Levi selten in seinen Ausscheidungen liegen, dadurch hatte er nie einen wunden Po. Eine Wundcreme habe ich also nie gekauft und auch nie gebraucht. Er wird immer mit Wasser gewaschen, nur seine Hände ab und zu mit Seife. In der Badewanne ist nur Wasser und auch Shampoo benutze ich nicht bei ihm. Natürlich wird er trotzdem immer sauber und riecht nicht komisch oder so. Ich höre von anderen höchstens, wie gut er duftet. :) Einmal-Feuchttücher benutzen wir nur ab und zu unterwegs. Durch die stets sanfte Reinigung ist Levis Haut nie trocken und braucht keine Creme. Als Sonnenschutz nehme ich Kokosöl (aber Achtung: Sonnenschutzfaktor ist nur ca. 4!), Kleidung und einen Sonnenhut. Und wir bleiben möglichst im Schatten! Bisher hatte er so nie einen Sonnenbrand.

Kinderkleidung kaufen nach Bedarf statt nach Lust und Laune
Ich kann es absolut verstehen, wenn man in der Schwangerschaft und in den ersten Monaten mit Baby riesen Freude am Babykleider-Shopping hat. Das ging mir genau so. Und erst seit ich mich mit dem Thema Minimalismus beschäftige, kann ich mich beim Shoppen zurückhalten, weil ich einfach nicht möchte, dass unsere Schublade für Levis Klamotten so voll wird. Und weil mit erst jetzt so richtig bewusst geworden ist, dass Levi viele Sachen kaum getragen hat. Entweder, weil die Menge einfach ZU GROß war oder die Sachen einfach unpraktisch waren. Man muss eben erst mal schauen, was so zu dem eigenen Lebensstil passt. Durch das Windelfrei-Ding waren zum Beispiel Einteiler wie Strampler und teilweise auch Bodys eher unpraktisch und verstaubten daher in den Schubladen.

Ich kann mich mittlerweile ganz gut beherrschen. Ich kaufe nur noch das, was wir wirklich benötigen und – ganz heißer Tipp, haha – GUCKE GAR NICHT ERST IN DEN SHOPS. Denn wenn ich erst mal etwas süßes gesehen habe, fällt es mir nämlich nach wie vor schwer, zu widerstehen.

In der aktuellen Größe habe ich jedenfalls mittlerweile vielleicht nur noch halb so viele Sachen wie in den damaligen Babygrößen. Es ist schön zu wissen, dass alle Kleidungsstücke auch genutzt werden und alles in eine Schublade unserer Ikea-Malm-Kommode passt, ohne dass ich quetschen muss.

Die Spielecke für unseren kleinen Sohn im Wohnzimmer mit Ikea Besta Schrank.

Spielzeug?!
Puh, keine Ahnung, wer Tipps hat, bitte melden. ;) Wir haben im Vergleich zu anderen bestimmt nicht mega viel Spielzeug, aber für mich fühlt es sich nach zu viel an (es ist jedenfalls mehr, als oben auf dem schicken Bild zu sehen ist). Zu unserer Verteidigung muss ich aber sagen, dass wir vielleicht ein Viertel davon selber neu gekauft haben, ein Viertel ist vom Flohmarkt und der Rest sind – wer errät es? – Geschenke. Was wir in Zukunft versuchen wollen, ist, uns zu Weihnachten und Co eine große Sache von mehreren Personen zu wünschen. Mal sehen, wie das klappt.

Ich hoffe, hier waren ein paar schöne Ideen und Anregungen für alle (werdenden) Mamas und Papas dabei!

Liebste Grüße
Karina

 

Wie weiße Möbel weiß bleiben und ich meine Lieblingskleidung pflege – zwei super Helfer!

10. Mai 2017

 

Heute kommt hier mal die Hausfrau in mir zu Wort! ;) Ich möchte euch verraten, welche zwei Helfer ich benutze, damit a) unsere vielen weißen Möbel herrlich weiß bleiben und b) unsere gute Kleidung immer wie neu aussieht. Das Bild oben verrät es auch schon. Für alle möglichen weißen Flächen benutze ich Schmutzradierer, für Kaschmir- und Wolle-Seide-Kleidung einen Fusselrasierer. So bleiben Möbel und Mode sehr lange sehr schön und sehen viele Jahre gepflegt und fast wie neu aus.

Ganz ehrlich: ich weiß gar nicht, was ich ohne die Schmutzradierer machen würde. :D Wir haben ja zum Beispiel echt viele weiße Ikea-Möbel und gerade deren Flächen haben nach einiger Zeit oft so nen merkwürdigen Grabbel-Grauschleier, der sich mit Staubtuch oder feuchtem Lappen nicht entfernen lässt. Das gilt zum Beispiel für unseren Ikea-Couchtisch. Aber auch unseren Esstisch und meinen Schreibtisch reinige ich damit regelmäßig. Ich habe dort sogar schon Kugelschreiberstriche wegbekommen. Oder kennt ihr diesen gräulichen Schatten, der sich auf Schreibtische legt, weil an ihnen auch mal mit Bleistift geschrieben wird? Unten zeige ich mal ein vorher-nachher-Bild von meiner Schreibtisch-Reinigung… die Platte wird wieder wie neu!

Super sind Schmutzradierer auch für Türen sowie Tür- und Fensterrahmen, wenn hier vom Anfassen Grauschleier oder vom Dagegenstoßen dunkle Schrammen entstehen. Ich habe vor wenigen Tagen eine Schramme mit unserem schwarzen Hocker an unsere Küchentür gezaubert, die ich aber ganz einfach wegradieren konnte. Siehe Bild unten…

Um unseren Abfluss in der Küche gab es nach vielen Jahren der Nutzung immer so einen dunklen Rand. Der ging mit normalem Putzen nicht weg. Mit dem Schmutzradierer kein Problem! Eine andere dunkle Schramme im hinteren Teil ist aber leider nicht weggegangen, wie ihr auf den Bildern seht.

Ich würde allgemein natürlich aufpassen, auf welchen Oberflächen ihr den Schmutzradierer verwendet. Kunststoff kann damit zum Beispiel stumpf werden. Am besten ist es wie immer, mal kurz an einer unauffälligen Stelle zu testen. Und generell erst mal zu probieren, den Schmutz mit „normalen Mitteln“, also zum Beispiel einem feuchten Lappen weg zu bekommen. Da es sich bei dem Material des Schmutzradierers außerdem um Kunststoff handelt (Melaminharz) und sich beim Gebrauch feinste Kunststoffpartikel lösen, sollte er besser nicht übertrieben oft verwendet werden. Denn Mikroplastik ist bekanntermaßen gar nicht gut für uns und die Umwelt. Deswegen besser auch nicht für Geschirr und ähnliches verwenden! Weitere Infos und Anwendungstipps zu Schmutzradierern, die den Umfang dieses Blogposts sprengen würden, findet ihr zum Beispiel hier.

Und nun mein zweites Must-Have für eine lange Lebensdauer eurer Lieblinge: der Fusselrasierer. Es passiert vor allem bei Strick und sowohl bei Kunstfasern, als auch bei Wolle oder Cashmere: Pilling! Also die Bildung von kleinen, unschönen Knötchen auf der Oberfläche von Textilien. Wenn die einem nichts ausmachen, null problemo. Mich stören sie aber tierisch, weil ich finde, dass selbst der teuerste, hochwertigste Pullover billo aussieht, wenn er mit Pillingknoten übersät ist. Um meine Textilien immer wieder fast wie neu aussehen zu lassen, rasiere ich sie also regelmäßig.

Am besten funktioniert so ein Fusselrasierer bei Strick aus Naturfasern, also zum Beispiel bei Wolle und Kaschmir. Bei Jersey geht es auch super gut. Schwierig wird es leider bei Kunstfasern. Zwei Pullis mit Kunstfaseranteil, die ich besitze, werden daher leider wirklich mit den Monaten immer unansehnlicher. Irgendwie kann der Rasierer die Knötchen nicht „fassen“. Hm… sehr schade.

Meine dicken schwarzen Wintersocken aber, die nach einer Weile immer übersät sind mit hellen Fusseln, sehen nach der Rasur wieder klasse aus (Bild oben). Auch meine zwei Kaschmirpullover pflege ich damit regelmäßig (Bild unten).

Unverzichtbar ist der Fusselrasierer auch geworden, seit wir für Levi ein paar Wolle-Seide-Bodys besitzen. Diese sehen vor allem nach dem ersten Tragen echt schlimm aus. Nach dem Rasieren sind sie aber wieder wie neu! Je öfter sie getragen werden, desto weniger pillen sie dann auch und der Rasierer muss immer seltener ran.

Ein Hinweis aber noch zum Fusselrasierer: arbeitet in Ruhe und legt das Kleidungsstück ganz flach hin. Es ist sehr ärgerlich, wenn die Klingen mehr als nur die Fussel, also den Strick selbst, erfassen. Da gibt’s ein Löchlein. :( Ist mir ein Mal passiert und ist eher kontraproduktiv bezüglich Langlebigkeit.

 

Schmutzradierer kaufe ich in der Drogerie. Fusselrasierer gibt es dort manchmal ebenfalls. Auch ein großer Kaffeeanbieter hat sie ab und zu. Oder ihr schaut mal im Internet, in Kaufhäusern,…

Ich bin jedenfalls froh, diese zwei Helfer hier zu Hause zu haben, da ich meine Lieblingsdinge gern pflege und möglichst hübsch habe. Und es ist ja auch irgendwie viel nachhaltiger, sein Hab und Gut sorgfältig zu pflegen, anstatt es immer wieder mit etwas neuem zu ersetzen. Ihr wisst schon, Minimalismus und so… ;)

Liebste Grüße
Karina

 

Zeitfresser, Möbelmonster und schlechtes Gewissen adé! Erste tolle Veränderungen durchs Minimalisieren!

29. April 2017

Mit vielen kleinen Schritten bin ich durchs Entrümpeln schon zu ein paar tollen großen und kleinen Ergebnissen gekommen, die ich euch heute zeigen möchte.

Goodbye, Möbelmonster!
Das auffälligste und schönste ist auf jeden Fall, dass das riesen große Vintage Sideboard aus dem Schlafzimmer gehen durfte. Es hat mich einige Jahre begleitet und ich fand es im Schlafzimmer auch ganz ok, aber die große Liebe war es nicht mehr. Und außerdem war es durch das Ausmisten schon ziemlich leer! Bei Ebay Kleinanzeigen ging es schnell weg und ich habe jetzt 150 Euro mehr in der Spardose. Statt eines eher ungeliebten und nicht mehr benötigten Möbelmonsters genieße ich nun einfach den leeren Raum, den es hinterlässt. Guckt mal wie wunderbar hell und luftig unser Schlafzimmer jetzt ist! Ich liebe es!

Minimalistisches Schlafzimmer

 

 

Zeitfresser beseitigt!
Ich habe eine kleine Macke, die mich hier zuhause immer recht unentspannt gemacht hat. Das ist mein angeborener Fehler-Radar, der in unserem Zuhause unbewusst immer alle möglichen Ecken abcheckt, ob sie ordentlich, staubfrei und schick sind. Es gab hier ein paar Ecken, die immer wieder dieses Radar ausschlagen ließen, dazu gehörte bis vor kurzem meine geliebte Schneiderpuppe vom Flohmarkt, die fast immer schief dastand. Ich dachte, die wäre einfach kaputt und ich habe als Ausgleich immer eine Pappe unter den Fuß gelegt, damit sie grade steht. Das hielt natürlich mehr schlecht als recht. Ständig fiel mir die schiefe Puppe ins Auge, was mich genervt hat und immer wieder musste ich an ihr rumhantieren, damit sie ordentlich aussah. Mit dem Minimalisieren wurde mir mein Bedürfnis, mich zuhause entspannen zu können, immer wichtiger und so habe ich mir das Ding mal fünf Minuten genauer angeschaut. Ich musste nur ein Mal ein wenig an einem Gewinde drehen und schon stand die Puppe bombensicher. Und all die Jahre den albernen, zeitfressenden Ärger mit der schiefen Schneiderpuppe, oh Mann…

Schneiderpuppe mit weißen Kleid

Ähnlich war es mit den Aufbewahrungsgläsern im Bad, die bisher links neben dem Waschbecken unterm Handtuch standen. Beim Hände abtrocknen haben die immer ein paar Wassertropfen abbekommen und hatten so ständig hässliche Flecken, die regelmäßig weggeputzt werden mussten. Ich habe zwei Jahre gebraucht, um auf die Idee zu kommen, die Gläser auf die rechte Seite zu stellen! Es mag für euch banal erscheinen, aber tatsächlich ist das für mich ein kleiner Fortschritt: den optisch perfekten Platz für etwas aufzugeben zugunsten des praktischeren, pflegeleichteren Platzes! Der eigentlich auch prima aussieht. ;)

Ich kann euch jedenfalls nur sehr empfehlen, dass ihr euch ein Mal etwas mehr Zeit nehmt, um eure Zeitfresser zu identifizieren und eine Idee zu finden, diese zu beseitigen! Ich habe auf diese Weise viele kleine Problemecken hier beseitigt, was mich sooo viel entspannter gemacht hat. Dazu gibt es auch ein andermal mehr.

Badezimmerdeko am Waschtisch

 

Weniger konsumieren!

Das mit dem weniger kaufen klappt bei mir schon ziemlich gut. Aber, puh, was Nachhaltigkeit und Müllvermeidung angeht, sollte ich echt noch ein wenig was verbessern. Zum Beispiel fallen hier immer total viele Plastikverpackungen vom Obst und Gemüse an. An anderer Stelle bin ich aber schon einen Schritt weiter. Was mir in letzter Zeit nämlich immer mehr gegen den Strich ging, war mein unnötiger Verbrauch von To-Go-Bechern. Ich trinke ja nicht mal Kaffee, aber gerne einen frisch gepressten Saft vom Wochenmarkt. Den Plastikbecher habe ich vielleicht fünf Minuten benutzt, dann landete er im Müll. :( Ich hatte mich schon auf die Suche nach einem schönen To-Go-Becher begeben und just zu der Zeit bekam ich das Angebot, euch hier doch mal den To Go Click Becher von der skandinavischen Traditionsmarke Stelton zu zeigen (den gibt es jetzt nämlich in neuen zarten Farben, dieses hier in sand). Et voilà, hier ist er! Dienstags und freitags wandert er also nun zusammen mit Portemonnaie, Schlüssel und Metalltrinkhalm in meinen Einkaufskorb und schon bin ich bestens ausgerüstet für meinen zero-waste-Wochenmarkt-Saft. ;)

Stelton To Go Click

Ein dickes Minus beim Konsumieren macht jetzt auch mein Entschluss aus, einen Großteil unserer Bücher in der Bücherei auszuleihen. Das klappt besonders gut bei Romanen (ich lese mich gerade durch einen Klassiker nach dem anderen und fühle mich schrecklich intellektuell dabei) und bei Kinderbüchern! Und unser Kinderbuch-Verbrauch ist sehr hoch, da Levi es liebt, von uns mehrmals am Tag etwas vorgelesen zu bekommen. Ich bin etwa ein Mal im Monat bei meinen Eltern zu Besuch und da dort die Bibliothek gleich um die Ecke ist, nutze ich die Zeit dort sehr gerne, um mit Levi ein Stündchen in dem schönen Angebot zu stöbern und ein paar tolle Bücher mit nach Hamburg zu nehmen. Ich finde diese Lösung großartig! Das spart Geld und vor allem unendlich viel Platz im Bücherregal, denn nach spätestens drei Monaten gehen die Bücher ja wieder zurück.

Urban Jungle in der Küche und Kinderküche

 

Weg mit dem schlechten Gewissen!
Kennt ihr das? Man hat ein schlechtes Gewissen beim Blick in den Kleiderschrank, denn die Hälfte der Kleidung hat man seit langer Zeit nicht getragen. Das selbe gilt für den Blick in den Badezimmerschrank, denn auch die vielen schicken Nagellacke und coolen Lippenstifte werden viel zu selten benutzt. Das wollte ich nicht mehr. Denn mein Zuhause soll ja keine Ansammlung von miesen Gefühlen sein. Sobald ich mit dem Bad- und Kleiderschrank fertig bin, gewähre ich euch einen Blick hinein. An anderer Stelle habe ich mein schlechtes Gewissen aber schon beseitigt. Meine tolle, große und teure Monstera war nämlich (wohl durch zu wenig Licht?) im Arbeitszimmer ziemlich verkümmert und die braunen Blätter waren ein mitleiderregender Anblick. Ich hatte die Nase voll davon. Also habe ich knallhart alles abgeschnitten, was nicht mehr fit aussah und übrig blieben ein paar kleine gesunde Triebe, die zusammen ein neues Zuhause in einem kleineren Topf gefunden haben. Dieses Mal auch in der Küche, wo mehr Licht ist. Das schlechte Gewissen ist passé und die Freude beim Anblick meiner glücklichen Monstera nun umso größer.

Urban Jungle in der Küche und Kinderküche

Also hier noch mal ein Rat an euch. Auch wenn etwas teuer war oder ihr es erst neu gekauft habt: Wenn ihr kein gutes Gefühl bei seinem Anblick habt, gebt es lieber weg. Leider, leider gibt es Fehlkäufe und wir alle versuchen sie zu vermeiden. Aber wenn es doch mal passiert ist, fragt euch, ob es das wirklich wert ist, wegen 10, 20 oder 50 Euro täglich ein schlechtes Gewissen zu haben.

Ich würde mich freuen, wenn ich euch mit diesem Minimalisierungs-Update und meinen Tipps ein paar spannende Inspirationen zu einem einfacheren Leben geben konnte!

Liebste Grüße
Karina

 

 

Spielküche von Brio*
schwarze Gießkanne von House Doctor*
weiße Regale von Ikea

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Buchtipp: Einfach Leben von Lina Jachmann

9. April 2017

 

Ich möchte heute allen, die sich für das Thema Minimalismus interessieren, ein neu erschienenes Buch ans Herz legen: Einfach Leben: Der Guide für einen minimalistischen Lebensstil* von Lina Jachmann. Ich hatte es kurz vor seiner Veröffentlichung als Tipp in einer Zeitschrift entdeckt und manchmal weiß man ja schon, wenn man das Cover eines Buches sieht, dass der Inhalt einem mindestens ebenso gut gefällt wie das Äußere. Bei Einfach leben war dies so. Sobald das Buch raus war, habe ich es mir also schnell bestellt und hatte es aus lauter Freude am Lesen fast ebenso schnell durch. Meine Erwartungen wurden zum Glück erfüllt: es ist ein sehr gelungenes Buch rund um alle Themen, die minimalistisches Leben betreffen.

Lina Jachmann hat ihren Guide in die Kapitel Wohnen, Mode, Körper und Lifestyle gegliedert. Für mich persönlich hätte der Wohn-Teil natürlich auch gleich mal die Hälfte des Buches ausmachen können, aber Lina Jachmann war es, denke ich, ein Anliegen, eine breite Palette an Themen zu beschreiben, in die Minimalismus hineinreichen kann.
Im Kapitel Wohnen erklärt uns Lina unter anderem, warum es so befreiend ist, mit weniger Dingen zu wohnen (darüber lese ich gerne immer und immer wieder), wir bekommen Tipps zum Ausmisten und einem Kram-freieren Kinderzimmer, aber auch zu einem einfacheren Arbeiten im (Home-)Office. Dazu gibt es ein paar Homestories, von denen mich vor allem die von Jenny Mustard (sie hat auch einen tollen YouTube-Kanal!) und Joachim Klöckner inspiriert haben. Letzterer lebt mit nur 50 Dingen und ich kenne ihn auch schon aus dieser Doku. Ein sympathischer Mann!
Da ein Schwerpunkt aus Linas Buch das Thema Nachhaltigkeit ist (hier habe ich übrigens sicher noch Nachholbedarf!), gibt es auch Tipps für plastikfreie Küchentools und chemiefreie DIY-Reinigungsmittel.

Für viele – auch für mich – fängt das Ausmisten mit dem Kleiderschrank an. In Einfach Leben findet ihr im Kapitel Mode unter anderem einen Guide für die Erstellung einer Capsule Wardrobe, das inspirierende Porträt der Youtuberin Minimal Mimi sowie Tipps zu Slow Fashion-Labels und -Blogs.

Seit ich vor vier Jahren auf Rohkost-Ernährung umgestiegen bin, hat sich mein Kosmetik-Pool nach und nach fast von alleine minimalisiert. Manches wollte ich nicht mehr benutzen, manches vertrug ich plötzlich nicht mehr und für anderes hatte ich irgendwann einfach keinen Bedarf mehr. Statt Duschgel und Shampoo benutze ich zum Beispiel nur Wascherde (diese Lavaerde von Logona*). Das Thema natürliche und einfache Körperpflege finde ich daher super interessant und in Linas Buch konnte ich weitere schöne Anregungen hierfür finden.

Im letzten Kapitel Lifestyle wird zum Beispiel das Thema Zero-Waste vorgestellt, wir lernen, wie man aus schnöden Kastanien sein eigenes Waschmittel zaubert und erfahren mehr über den Trend Unverpacktes Einkaufen. Da es mich selber seit geraumer Zeit immer mehr aufs Land zieht, fand ich auch das Interview mit Anna und Marcus sehr schön, in dem sie von ihrem spontanen Umzug von Berlin aufs Brandenburger Land und ihrem jetzt sehr einfachen und sehr erfüllenden Leben erzählen.

 

Ganz ehrlich: innerhalb von drei Wochen habe ich das Buch schon ein zweites Mal durchgelesen. Es hat mir einfach Freude gemacht und wie erwartet sind beim zweiten Mal auch noch mehr Tipps und Ideen bei mir hängen geblieben.
Ich kann jedenfalls sagen: Einfach Leben sieht nicht nur außen und innen sehr hübsch aus, sein Inhalt hat mich weiter zu meinem Ziel, ein wenig minimalistischer zu leben, vorangetrieben. Und die zahlreichen Tipps zu Minimalismus-Blogs und -Youtubekanälen haben mir einen weiteren Schubs gegeben. Meinen Schreibtisch miste ich zum Beispiel derzeit zum DRITTEN Mal aus (und, ja, ich finde schon wieder eine Menge, das gehen darf) und dekorieren tue ich jetzt lieber mit dem Strohhut meines Mannes als mit dem x-ten Kerzenständer. ;)

Ich hoffe, euch mit dem Buch einen spannenden Lese-Tipp gegeben zu haben!

Liebste Grüße
Karina

 

 

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Mein täglicher Frühjahrsputz – mit dem Saugroboter VR200 von Vorwerk

6. April 2017

Werbung: Beitrag entstanden in Zusammenarbeit mit Vorwerk

Neben dem Entrümpeln hat mich jetzt zu Beginn des neuen Jahres auch mal wieder die Lust auf einen gründlichen Frühjahrsputz befallen. Geht es euch auch so? Ich finde es auch echt richtig gut, dass man ausnahmsweise mal total motiviert ist, endlich mal wieder den Boden zu wischen, die Fenster zu putzen oder auch auf den schwerer erreichbaren Regalen Staub zu wischen. Die Frühlingssonne fördert bei mir auch ganz schön viele vernachlässigte Ecken zutage, auweia… :D

Jede Wohnung hat ja so ihre Tücken und Eigenheiten. Bei uns ist es zum Beispiel weniger das Staubwischen (das geht einigermaßen einfach, denn allzu viel stand hier ja noch nie herum). Unsere Herausforderung ist eher die große Fläche des Bodens. Wir wohnen auf 140 qm und da dauert gründliches Saugen etwa eine halbe Stunde und Wischen eine Stunde. Und seit Levi da ist, wird es hier natürlich noch schneller krümelig durch heruntergefallenes Essen, Sand vom Spielplatz etc. Alle zwei, drei Tage saugen ist daher schon angesagt.
Als ich vor einiger Zeit dann die Anfrage von Vorwerk bekam, deren Saugroboter Kobold VR200 zu testen, konnte ich daher verständlicherweise nicht nein sagen. Ich wollte so ein Teil unbedingt mal bei uns ausprobieren. Hier kommt also mein Bericht nach einigen Wochen des Testens!

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Der Kobold ist ein ganz schicker Zeitgenosse. Pures Design in weiß, schwarz und mit ein paar grünen Details. Das passte ja schon mal gut hierher! Sein Zuhause, die Ladestation, hat dann im Gästezimmer seinen Platz gefunden. Um die Station herum muss nämlich genug Raum sein, damit der Roboter diese ungehindert verlassen und später wieder anfahren kann. Daher kann man sie leider nicht in die letzte ungenutzte Ecke im Abstellkämmerchen quetschen. Aber dank der netten Optik des Geräts war das für mich auch kein Problem.
Auf der Oberseite des Kobolds findet man das einfache Bedienfeld mit einer Statusanzeige und den Startknopf. Von oben kommt man auch an den kleinen Staubbehälter ran. Er lässt sich leicht ein- und ausbauen, man entleert ihn einfach in den Mülleimer oder saugt ihn mit dem Staubsauger aus und verwendet ihn immer wieder.

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Man kann mit dem Saugroboter auf zwei verschiedene Arten reinigen lassen. Einmal nimmt er sich die ganze Wohnung vor oder er reinigt nur ein Quadrat von 2 x 2 m („SPOT-Reinigung“). Letzteres könnte man zum Beispiel nutzen, wenn beim Nachhausekommen im Flur nur an einer Stelle ne Menge Sand verteilt wurde (passiert hier häufiger…). Ich habe aber fast immer die Funktion der ganzen Wohnung genutzt. Mit einer Akkuladung schafft der Kobold ca. 120 qm. Ich musste daher immer in zwei Schritten saugen lassen.

Und wie war der Kleine in der Praxis? Insgesamt kann ich sagen: gut! Hier kommt meine Liste der vielen positiven und wenigen negativen Punkte:

POSITIVES
– Fast alle Ecken werden erreicht. Das wirklich tolle ist, dass der Roboter auch dort saugt, wo ich oft zu faul bin mit dem Staubsauger hinzulangen. Unter größeren Möbelstücken zum Beispiel wie unserem Sideboard im Wohnzimmer, wo der Fernseher drauf steht. Was super klappt, da der Kobold VR200 nur 9 cm hoch ist.
– Bei Gebrauch etwa alle zwei Tage bekommt man eine sehr schöne „Grundsauberkeit“ in die Räume, die mindestens immer so gut ist, dass man nie denkt: oha, ich müsste mal wieder dringend staubsaugen. Das entspannt. :)
– Er hat Power. Wenn er über etwas rüber rauscht, ist es auch weg.
– Den Staub auszuleeren geht leicht und schnell. Ist auch immer schön zu sehen, was nun aus der Wohnung verschwindet. Ein bisschen „ausmisten für jeden Tag“ sozusagen. :D
– Unkomplizierte, leicht verständliche Bedienung mit wenigen sinnvollen Funktionen.
– Der herumfahrende Roboter hat vor allem für Kleinkinder einen enormen Unterhaltungswert. Für Erwachsene aber auch! Die ersten Male bin ich dem herumflitzenden Kobold mit Levi auf dem Arm immer ganz neugierig hinterher gelaufen.

NEGATIVES
– Es wäre schön, wenn er noch etwas leiser wäre.
– Einfach Kobold anschalten und abhauen geht leider nicht. Man muss die Wohnung etwas vorbereiten, vor allem, wenn man nach einiger Zeit die „Stolperfallen“ des Roboters kennt. An den Fransen unseres Wohnzimmerteppichs ist er zum Beispiel immer hängen geblieben. Die muss ich also vorher nach unten einschlagen. Oder: stehen die Stühle sehr dicht am Esstisch, so dass der Roboter nicht dazwischenpasst, sollte man sie vom Tisch etwas abrücken.
Für Bereiche, die der Kobold nicht befahren soll, gibt es übrigens eine 4 m lange Magnetstreifenrolle, die man als Barriere auslegen kann. Darüber kann der Roboter nicht fahren.

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Hier noch ein paar Extratipps von mir:
– Um sicher zu gehen, dass der Kobold nichts weggesaugt hat, das kein Müll ist (Legostein, der klassische Ohrring), sollte man beim Ausleeren des kleinen Staubbehälters schnell dessen Inhalt checken. Das geht aber sehr easy.
– Anfangs hatte ich etwas Probleme, da der Saugroboter sich nicht so systematisch durch die Räume bewegt hat, wie versprochen. Manches hat er doppelt bearbeitet, manches gar nicht. Nach einem Telefonat mit dem sehr netten Kundenservice habe ich den Tipp bekommen, möglichst die Wohnung zu verlassen oder sich eine Weile z.B. mit einem Buch aufs Sofa zurückzuziehen, da es den Roboter irritiert, wenn man sich ständig in seiner Nähe bewegt (also kein neugieriges Hinterherlatschen mehr). Gesagt, getan, Levi und ich lassen in Zukunft sehr gerne den Kobold schuften, während wir auf dem Bett gemütlich ein Buch anschauen. :)

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Übrigens: nicht nur ich finde den Kobold richtig „gut“. Bei Stiftung Warentest ist er erst im Februar dieses Jahres als Testsieger ausgezeichnet worden. In einem Test mit fünf Mitstreitern hat er als einziger das Qualitätsurteil „Gut“ erhalten. Glückwunsch!
Unseren 08/15 Staubsauger werde ich übrigens trotz immer noch laufenden Groß-Entrümpelns behalten. Für die Sandhäufchen im Flur, die schnell mal weggesaugt werden müssen. Ihr wisst schon, siehe oben.

Liebste Grüße
Karina

 

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