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Meine 14 besten Tipps fürs rigorose Ausmisten – super für Härtefälle!

13. Juli 2018

 

Ich möchte euch heute mal meine allerbesten Tipps für das Aussortieren, vor allem von Härtefällen, verraten. Ihr findet hier gleich nur diejenigen Tricks, die sich in meiner nun eineinhalbjährigen Minimalismus-Praxis am besten bewährt haben. Es soll nicht um allgemeine Anfänger-Hilfe zum Ausmisten gehen (à la „Raum für Raum vorgehen“, „überlegen, was man im letzten Jahr nicht benutzt hat“ und so weiter), denn diese Ideen findet man zuhauf in allerlei Ratgebern. Es geht hier stattdessen um ein paar spezielle Tipps für diejenigen, die schon einigen Kram loswerden konnten, aber trotzdem noch Sachen zuhause haben, bei denen sie sich schwer tun.
Ich habe die einzelnen Punkte nicht aus anderen Blogs usw. zusammengestellt, sondern spontan aus dem Gedächtnis notiert, was mir in letzter Zeit am meisten geholfen hat. So können aber natürlich trotzdem Ideen von anderen dabei sein, wenn sie sich bei mir bewährt haben. Also los geht’s!

 

 

Mach ein Foto davon!

Diesen Tipp findet man eigentlich schon recht häufig, aber da er mir bei hunderten (!) Teilen geholfen hat, sie auszusortieren, muss er einfach mit in meine Liste und zwar an allererste Stelle.
Ich habe leider die Angewohnheit, mit allen möglichen Dingen (ob Kleidung, Deko, altes Spielzeug usw.) bestimmte Erinnerungen zu verknüpfen, so dass es mir bei unendlich vielen Sachen kaum gelungen wäre, sie wegzugeben – wenn ich nicht schon vor einigen Jahren darauf gekommen wäre, ein Foto des Gegenstandes zu machen! Die meisten Teile muss ich nicht physisch besitzen, sondern es reicht mir ein digitales Bild davon. Ich habe auf meinem PC ein paar Ordner, nach Jahren sortiert, wo die Bilder dann landen und wenn ich möchte, kann ich sie mir ansehen und in meinen schönen Erinnerungen schwelgen.

 

Nicht erst überlegen: wohin damit?

Den Fehler mache ich irgendwie noch immer und ich kann euch nur ans Herz legen, es besser zu machen als ich. ;) Wenn mir nämlich nicht spontan eine Möglichkeit einfällt, wie ich ein Teil loswerden kann (Flohmarkt, Verschenken, Müll, …), belasse ich es erst mal an Ort und Stelle. Aber das ist natürlich Quatsch. Erst mal ist wichtig: weg damit. Wenn eigentlich klar ist, dass man etwas nicht mehr haben möchte, sollte es aus dem täglichen Umkreis verschwinden und sei es erst mal in eine Kiste, die auf den Dachboden kommt. Es geht beim Minimalisieren ja darum, sich Schritt für Schritt nur noch mit den Sachen zu umgeben, die einem wichtig sind und nichts soll von diesen besonderen Sachen ablenken. Und fürs erste reicht: aus den Augen, aus dem Sinn! Wenn irgendwann ein paar Kisten voll sind, kann man ganz in Ruhe alles durchsortieren und überlegen, was wie einen neuen Besitzer findet oder entsorgt wird.

 

 

Gegen das schlechte Gewissen I: „Aber es war doch teuer.“

Ein Gedanke, der mir in solchen Fällen geholfen hat: „Ich habe zwar mal viel Geld hierfür ausgegeben, aber im Moment habe ich mir damit, jedesmal wenn ich das Teil erblicke, nur ein schlechtes Gewissen gekauft.“ Und ich gebe doch kein Geld aus, um jetzt ein schlechtes Gewissen zu haben. Dann lieber weg mit dem Ding und weg mit dem miesen Gefühl.

 

Gegen das schlechte Gewissen II: „Aber es war doch ein Geschenk.“

Hier wiederum hilft mir ein Gedanke, der in manch anderer Tippsammlung zu finden ist: Der Schenkende wollte euch mit dem Geschenk eine Freude machen, denn er wollte euch damit zeigen, dass er euch wertschätzt. Diese Freude hat er euch in dem Moment der Übergabe gemacht und damit ist der wichtigste Zweck des Geschenkes bereits voll und ganz erfüllt! Wenn das Geschenk aber eigentlich nicht euren Geschmack trifft oder euch mittlerweile nicht mehr gefällt, ist es daher in Ordnung, es wegzugeben. Wenn ihr mögt, macht vorher noch ein Foto davon (siehe oben…).
Und ich muss sagen: wenn jemand ein Geschenk von mir weitergeben würde, wäre ich auch nicht schrecklich beleidigt. Ihr etwa?

 

Würde ich es heute noch mal kaufen?

Dieser Trick ist eigentlich ganz schön fies, weil man doch wirklich viele Sachen besitzt, die man völlig ok findet, auch wenn man sie heute nicht sofort wieder kaufen würde. Daher ist dieser Tipp eher für solche Teile gedacht, bei denen ihr sowieso am hin und her überlegen seid und euch euer Bauchgefühl schon flüstert, dass es eigentlich kein Lieblingsteil mehr ist und weg kann. Oft ist dann nämlich bloß ein schlechtes Gewissen schuld, dass man das Aussortieren nicht fertig bringt. Kein guter Grund fürs Behalten (siehe oben)! Da es hier um solche Härtefälle gehen soll, die noch den letzten Schubs brauchen: überlegt euch bei diesen Sachen doch mal, ob sie so sehr eurem jetzigen Geschmack entsprechen, dass ihr sie heute wieder kaufen würdet. Einige meiner zahlreichen Dekoteile sind nach dieser Frage dann doch in die Flohmarktkiste gewandert…

 

 

Benutze ich das etwa nur noch, um es zu benutzen?

Seid mal ganz ehrlich: gibt es noch Sachen bei euch zuhause, die ihr nur noch benutzt, um sie auch ja mal zu benutzen? Also bei mir traf das zum Beispiel auf einige Kleidungsstücke zu. Ich habe ein paar Sachen nur deswegen getragen, weil ich dachte: „Oje, das müsste ich doch mal wieder anziehen, sonst hängt es hier ja ganz umsonst, das arme Teil.“ Oder: „Die Vase steht aber schon lange im Schrank herum. Gibt es nicht doch ein Plätzchen, wo ich sie mal wieder hinstellen könnte?“ Solche Gedanken sind keine Schande, aber in diesem Blogpost geht es ja wie gesagt um rigoroses Minimalisieren und da sollten Sachen, die man gebraucht, nur um sie zu gebrauchen, lieber rausfliegen.

 

Wackelkandidaten fliegen am Ende ja doch raus

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass fast alle Sachen, bei denen ich mir zunächst unsicher war und die dann erst mal geblieben sind, nach einiger Zeit doch rausgeflogen sind. Irgendwie flüsterte da schon wieder mein Bauchgefühl, dass ich das Teil irgendwie nicht mehr brauche, aber so ganz sicher war ich mir noch nicht. Ein paar Wochen oder Monate später habe ich aber gemerkt: „Tja, nun haste das wirklich nicht ein einziges Mal benutzt/getragen/dekoriert. “
Es hilft aber natürlich, wenn man selber erst mal diese Erfahrung macht. Ihr müsst mir ja nicht alles glauben. ;) Also beobachtet euch doch mal in eurem Minimalisierungs-Prozess, ob es euch auch oft so ergeht wie mir. Und dann könnt ihr beim nächsten Mal vielleicht früher die richtige Entscheidung treffen.

 

Motivationsschub durch Minimalismus-Videos

Wenn ihr vor eurer nächsten Aussortier-Aktion noch einen Motivations-Booster braucht, kann ich euch den Rat geben, vorher einfach noch ein paar sehr gute Minimalismus-/ Aussortier-Videos zu schauen. Wenn mir mal wieder ein toller Beitrag unterkommt (ich schaue alle paar Tage bei YouTube rein), kribbelt es mich jedenfalls immer richtig in den Fingern, mal wieder ne Runde auszumisten. Welcher YouTuber euch nen guten Schubs gibt, müsst ihr vielleicht selber erst mal rausfinden. Mir haben am Anfang The Minimalists, Daniel Frerix oder Minimal Mimi super Inspirationen geliefert. Mittlerweile liebe ich Carmen Elaine total für ihre intelligente und gleichzeitig lustige psychologische Durchleuchtung des Themas und Messy Minimalist deckt auch herrlich meine eigenen Schwächen beim Thema Ausmisten auf.

 

Erst mal alles raus!

Diesen Tipp kann man in verschiedenen Varianten umsetzen. Die Hardcore-Version ist die sogenannte Packing Party, bei der man seinen gesamten Besitz in Kartons packt und nur das wieder nach und nach herausnimmt, was man braucht. Nach einer bestimmten Zeit (halbes Jahr oder so) kommt alles, was noch in Kartons ist, weg.
Naja, wenn man ein bisschen crazy drauf ist oder eh grad umzieht, ist das sicher absolut ne coole Idee.
Man kann aber auch nur eine Mini Packing Party mit der Kleidung machen und dann nur wieder das hervorholen, was man anziehen möchte. Oder man macht dies mit den Küchenutensilien. Je nachdem, in welchem Bereich man seine eigenen „Härtefälle“ hat. In diesem kleinen Rahmen ist eine solche Aktion sicherlich gut umsetzbar!
Der Trick hierbei ist, dass es immer eine Hemmschwelle gibt, wenn man ein Teil aus seinem „Gefüge“ (also dem Kleiderschrank, dem Küschenschrank,…) herausnehmen möchte. Löst man das Gefüge aber rigoros auf, indem man gleich alles in Kisten packt, gibt es nun die sehr praktische Hemmschwelle, etwas wieder herauszukramen. Außerdem weiß man manchmal tatsächlich nicht, was man in letzter Zeit wirklich noch benutzt hat. Nach dieser Aktion weißt du es aber genau.

 

Mein allererstes Mal rigoroses Kleiderschrankausmisten, damals noch in der alten Wohnung: erst mal alles raus!

 

Mit Leere wohnen lernen

Bei diesem Tipp geht es vor allem um Möbel und Deko. Aber da das hier ein Interior Blog ist, wird euch ein speziellerer Tipp hierzu sicher interessieren.
Ich persönlich habe in unserer alten Wohnung eher so dekoriert, dass ich versucht habe, leere Stellen möglichst hübsch zu füllen. Oder: wenn ich etwas tolles entdeckt habe, habe ich es mit der Hoffnung gekauft „dass ich irgendwo schon noch ein Plätzchen dafür finde“. Das Ergebnis war eine eher üppig dekorierte Wohnung.
Seit ich Minimalismus und seine positiven Folgen auf mein Leben entdeckt habe, versuche ich eher nur dann eine leere Fläche zu füllen, wenn sie mir tatsächlich auch „innerlich“ leer und/oder kalt erscheint. Mit Leere zu wohnen muss man manchmal aber erst lernen. Ihr könnt dafür zum Beispiel eine Fläche, eine Ecke eines Raumes oder ein ganzes Zimmer leer räumen. Genießt dann erst mal die Leere und gewöhnt euch daran. Nach und nach könnt ihr dann eure absoluten Lieblingsstücke wieder dahin räumen, wo ihr dann wirklich noch das Bedürfnis habt, etwas schönes hinzustellen oder aufzuhängen.
Auf diese Weise macht ihr die Erfahrung, dass man mit ganz wenigen Teilen schon eine wunderbare Wirkung erzielen kann – wenn es eure Lieblingsstücke sind! Der Rest ist ein weiterer Schwung von überflüssigem Zeugs für eure Aussortiert-Kiste.

 

Ein leerer Couchtisch bei einem dekoverliebten Interior-Junkie? Ja, das gibt es!

 

Was sind eigentlich meine Lieblingsteile?

Nach diesem Verfahren sortiert man quasi im Umkehrschluss aus. Beziehungsweise man sortiert wieder ein. Ich habe es oben schon angedeutet: statt zu überlegen, was man alles nicht mehr mag, ist es manchmal leichter zu entscheiden, was eigentlich eure Lieblingsstücke sind. Das hört sich doch auch gleich viel netter an, oder? Alles, was den Titel „Lieblingsstück“ nicht verdient, kann eigentlich weg.
Da es auch völlig in Ordnung ist, auch einige nur-okay-Teile zu besitzen, ist dies natürlich auch wieder nur ein Tipp fürs sehr rigorose Ausmisten. Aber darum soll es hier ja schließlich auch gehen. :)

 

Praktische Mengen-Limits setzen

Wenn es ums super gründliche Minimalisieren geht, können die folgenden drei Mengen-Limits helfen, ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Überlege dir doch vor dem Aussortieren mal, wieviele Teile du von etwas im Alltag überhaupt brauchst. Beispiel: drei Jeans, eine trendige Coulotte, eine Chino und eine elegante Hose können dem ein oder anderen schon reichen, ohne dass man je unten ohne gehen muss. ;) Reduziere auf genau diese Menge, indem du von allem dein Lieblingsstück auswählst. Der Rest darf dann gehen.
Oder: Nein, man braucht meist keine zehn Lippenstifte. Den meisten reicht z.B. ein roter, ein pinker und ein natürlicher Ton.

 

Räumliche Mengen-Limits setzen 

Wenn der Platz trotz Aussortierens immer noch nicht reicht, muss man dann doch mal der Wahrheit ins Auge sehen. Quillt der Küchenschrank irgendwie nach wie vor über vor Kochutensilien? Hängen die Kleiderbügel immer noch dicht an dicht? Hast du in deinem Bücherregal keinen Zentimeter Platz für neue Bücher? Dann geh doch noch mal alle meine Härtefall-Tipps durch und sortiere radikal so viel aus, bis in allen Schränken locker Platz für alles ist. Ich habe zum Beispiel die Erfahrung gemacht, dass es fast immer Quatsch ist, zusätzlichen Stauraum oder weitere Ordnungsutensilien zu kaufen. Mit konsequentem Minimalisieren löst sich fast jedes Platz-Problem. Also das Ziel ist hier, nur so viel zu besitzen, wie in deine Schränke passt. Punkt. Aus. Ende.

 

 

 

Emotionale Mengen-Limits setzen 

Höre doch mal in dich hinein, welche Menge von xy sich für dich aus dem Bauch heraus richtig anfühlt. Fändest du es „einfach bloß irgendwie schön“, einen eher luftig-leeren Kleiderschrank zu haben? Dann stell dir vor, wie leer er ungefähr sein soll und miste mit meinen und anderen Tipps so lange aus, bis du deinen Wunsch erreicht hast.
Oder: Fühlt es sich einfach noch immer nach Reizüberflutung an, wenn du dich in deiner Wohnung umschaust? Dann vertrau und folge diesem Eindruck.
Wichtig ist schlussendlich vor allem, was sich für dich persönlich richtig und gut anfühlt.

 

So, das wäre es mit meinen super duper Härtefall-Tipps aus meiner bisherigen Minimalisierungs-Erfahrung. Ich hoffe wie immer, für euch war die eine oder andere gute Idee dabei, mit der ich euch einen weiteren Schubs in Richtung weniger Zeugs geben konnte. Und falls jemand von euch noch den eigenen Lieblingstipp beisteuern möchte: immer her damit in die Kommentare!

Liebste Grüße
Karina

 

Mein Minimalismus: mein ganz persönlicher Weg, minimalistische Ideen umzusetzen

4. März 2018

 

Was bedeutet es für mich persönlich, minimalistischer leben zu wollen und wie setze ich es bisher konkret um? Darüber möchte ich euch heute etwas erzählen. Denn eigentlich, wenn ich ganz ehrlich bin: ich würde mich selber niemals als Minimalistin bezeichnen. Dafür bin ich noch zu weit weg von dem, was ich mir selber so drunter vorstelle. Viele Blogger und YouTuber, die sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigen, meinen immer wieder: es gibt nicht DEN Minimalismus, nicht die EINE Art und Weise zu leben, wenn man Minimalist ist. Und dem stimme ich durchaus zu! Nur wie gesagt: ich stehe noch zu sehr am Anfang meiner Reise. Aber ich weiß immerhin schon recht genau, wo ich jetzt stehe und wo diese Reise hingehen soll.

Was für mich persönlich Minimalismus bedeutet, darüber gab es sogar vor einiger Zeit einen Radiobeitrag im NDR. Ja, cool, oder? Die haben mich zu dem Thema interviewt und nicht nur hier auf dem Blog könnte ich dazu ewig quatschen, auch während des Gesprächs mit der Redakteurin sprudelte es nur so aus mir heraus. :D Unter diesem Link könnt ihr euch den Beitrag online anhören, in dem übrigens nicht nur ich zu Wort komme, sondern untern anderem auch Schirin vom Blog Schmasonnen.

 

 

Zunächst einmal, eher zum Spaß, ein paar typische Minimalisten-Merkmale, die auf mich NICHT zutreffen:

Ich esse nicht vegan.

Ich bin kein zero waster und werde wohl auch nie einer werden (aber ich gebe mein bestes, weniger Plastikmüll zu produzieren!).

Ich würde niemals alles zurücklassen und monate- oder jahrelang reisen, weil ich dann all das, was mir Freude macht, nicht tun kann: all die kreativen Sachen wie handwerken, herumdekorieren, DIYs und mir den Kopf über neue Wohnlösungen zu zerbrechen. Außerdem würde ich dann meine Familie (Mama, Papa, Oma, Bruder,…) und meine engen Freunden ja ewig nicht sehen.

Es wird nie dazu kommen, dass ich auf nur 25 m² wohne und von allem nur ein Exemplar besitze. Denn 1. geht das ja nicht mit Kind und Mann und 2. ich bin und bleibe interior addicted.

 

ABER WAS IST DENN NUN MEIN MINIMALISMUS? 

 

 

Ich kaufe nur noch, was ich brauche und mein Leben wirklich nachhaltig bereichert

Früher habe ich oft spontan etwas gekauft, das ich einfach schick fand. Das traf vor allem auf Deko und Kleidung zu. Heute suche ich nur noch gezielt nach Dingen, die ich brauche (davon gibt es seit dem Umzug derzeit auch genug, haha) und suche mir davon das schönste aus. Ich schaffe es mittlerweile, tolle Dinge einfach im Laden zu bewundern und sie nicht mehr auch besitzen zu müssen. Hm, ja, ok, es klappt nicht immer, aber wirklich allermeistens. So kommt es, dass ich inzwischen nur noch Sachen mit Funktion kaufe und nur solche, die hier im Haus noch fehlen wie Handtuchhalter, ein Gästebett oder ein Schrank für Levis Spielzeug. Auch bei Kleidung fülle ich nur noch Lücken auf. Hosen kaufe ich grade nur dann, wenn eine kaputt geht. Und sollten sich meine vier T-Shirts im Sommer als ausreichend herausstellen, wird es wohl auch kein fünftes geben. All das lief bei mir früher ganz anders. Für mich also ein großer Schritt in die richtige Richtung.

 

 

Interior ist mir immer noch super wichtig

Manch ein Minimalist hat eine total leere Wohnung. Das wäre nix für mich. Denn dann kann ich das, was mir echt Spaß macht, nicht mehr tun: mich tagein, tagaus mit Interior zu beschäftigen, unser Haus einzurichten und hier und da immer mal wieder etwas umzudekorieren. Beim Minimalismus geht es ja darum, auch mehr Zeit für die Interessen zu haben, die einem wirklich wichtig sind und das wäre bei mir: Wohnen. Und wenn ich dafür nun mal gewisse Dinge als „Werkzeug“ brauche, dürfen sie auch liebend gern bleiben und so habe ich immer noch an die fünfzehn Vasen.
Außerdem bin ich was Wohnen angeht keine „ich kaufe gar nix mehr“-Minimalistin, sondern eher von der Sorte, bei der man sich genau überlegt, was man noch liebt und es nach dem Aussortieren AB UND ZU auch mal durch etwas neues, schöneres ersetzt. Das gilt natürlich nur für benötigte Dinge wie zum Beispiel unser vintage Gästebett, das mir einfach nicht mehr gefallen hat und das wir durch eine einfache, große, auf dem Boden liegende Matratze ersetzt haben.
Also nein, ich werde nicht ALLEM Materiellen entsagen und auch in Zukunft immer mal wieder etwas neues kaufen. Wie gesagt: forever Interiorista. ;)

Daher hatte auch Freude daran, mit Wayfair ein Moodboard meiner Lieblingsstyles aus deren Onlineshop zusammen zu stellen. Eine kleine Übersicht über meine derzeitige Vorstellung eines minimalistischen, aber gemütlichen Wohnstils. :)

 

Teppich rund Betten weiß Couchtische Marmor
Handgewebter Teppich 

Ich mag cleanes Design, aber nur in Kombi mit gemütlichen Highlights. Dieser Teppich ist aus Jute und macht jeden Wohnraum schön cosy.

Metallbett Pure

Ein herrlich schlichtes Bett, dessen Design auf das absolut nötige reduziert ist. Im Schlafzimmer braucht man schließlich Ruhe.

Couchtisch Manitoba

Marmor hat bewiesen, dass es nicht nur ein kurzlebiges Trendmaterial ist. Dieser Couchtisch wird einem daher sicher lange Freude bereiten.

Korb aus Bambus Sessel aus Rattan Lampenschirm aus Papier
Korb Titus aus Bambus

Hübsche Körbe sind ein Muss in jedem Zuhause. Wenn schönes gleichzeitig praktisch ist, kann man sich überflüssige Deko sparen.

Einzelsessel mit Auflage 

Rattan ist Trend und dieser Sessel sieht dazu einfach noch urgemütlich aus.

Lampenschirm aus Papier

Ich stehe gerade sehr auf Papierlampen. Sie passen zu jeder Einrichtung und da sie günstig sind, kann man sich auch easy ein großes imposantes Stück leisten.

 

Deko ja, aber weniger ist nun echt mehr

Ok, es wird also nicht all mein Zeugs dem Flohmarkt zum Opfer fallen. Aber ich habe, seit ich mich für Minimalismus interessiere, viel weniger herumstehen. Gegen kleinteilige Deko bin ich regelrecht allergisch geworden. Und jedes Teil, was ein Styling nicht wesentlich verschönert, wird wieder weggenommen. Die ganze Dekoration ist daher weniger komplex, was wiederum das Umdekorieren zu einer wahren Freude macht. Es geht so leicht. Stelle ich ein, zwei Stücke um, sieht alles schon ganz anders aus! Das radikale Ausmisten hat mir meine Freude am Dekorieren eigentlich erst wieder zurückgegeben. Juhu!

 

 

Willkommen „clear surfaces“!

Zum Beispiel ist unsere große eingebaute Bank am Esstisch frei von Deko. Die Vorbesitzer des Hauses hatten da drauf auch ein paar Vasen stehen oder große Bilder. Es ist ja auch zu verführerisch, dort ein paar Lieblingsstücke auszustellen. Ich habe es aber mit einer ganz leeren Oberfläche versucht. Naja, was heißt, leer? Levi hat dort nun genug Platz, mit seinen Bauklötze zu bauen, was doch viel netter ist als Mamas Stehrumchens. ;)
Bei den leeren Flächen, die nicht von Levi genutzt werden, genieße ich ganz einfach die optische Ruhe und dass mein Blick wenigstens in einigen Ecken an nichts hängen bleibt. Das sorgt bei mir für mehr gedankliche Ruhe. Im bereits erwähnten Radiobeitrag wird das noch mal ganz witzig erwähnt.
Der klassische Vorteil leerer Oberflächen (von Sideboards, Fensterbänken, Regalen etc.) ist aber, dass das Staubwischen wesentlich leichter und schneller geht. Und alles, was leicht und schnell geht, mache ich Faulpelz auch gerne öfter. Wen Staub nicht stört, dem kann das natürlich egal sein. Aber irgendwie hat eine saubere Oberfläche für mich einfach eine andere, frischere, lebendigere Ausstrahlung, als eine (im doppelten Wortsinn) angestaubte. Warum das so ist, dazu hab ich auch mal etwas im empfehlenswerten Buch „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags“ gelesen, was ganz hilfreich war, um mir zu zeigen: es ist ok, wenn Staub für mich nicht ok ist.
Jedenfalls bin ich nun ein Freund leerer Oberflächen und habe schon eine kleine Sammlung davon in unserem Waldhaus. Es ist übrigens gar nicht so leicht, diese Leere zuzulassen, aber man lernt es mit der Zeit.

 

Konsequentes Ausmisten und „One in, one out“

Weniger kaufen ist das eine, aber natürlich: konsequentes Ausmisten ist nach wie vor sehr angesagt bei mir. Es dauert sehr lange und der Umzug hat es noch mal schwerer für mich gemacht, weil ich oft nicht weiß, was ich in dieser neuen Umgebung behalten möchte. Aber ich komme voran und bin mittlerweile wirklich immer härter bei meiner Auswahl, was bleiben darf. Und bei mir gilt auch nun die goldene Regal: One in, one out. Kommt etwas neues hinzu, muss ein altes Teil gehen. Das setze ich vor allem bei Deko und Kleidung super konsequent um, damit es nie wieder so viel wird wie vorher.

 

 

Hier hab ich bereits echt wenig Zeugs und bin schon fast Profi-Minimalist

Alles klar, ich werde auf jeden Fall immer mehr Einrichtungs-Krams besitzen als der Durchschnittsmensch. Aber in folgenden Bereichen haben wir glaub ich weniger Zeugs als die meisten: Alles rund ums Kind. Wir haben keine riesen Mengen Spielzeug, leihen oft Bücher und Hörspiele in der Bibliothek aus, besaßen keinen Kinderwagen, haben nach wie vor kein Kinderbett usw. Wer mehr darüber lesen möchte, wie ich versuche, mit Kind krempelfrei zu bleiben, liest sich gerne noch mal meinen Blogpost dazu durch. Dann zum Beispiel Küchenutensilien. Wir haben eigentlich fast nur Basics in der Küche, die täglich benutzt werden. Hochleistungsmixer, Kaffeemaschine, Wasserkocher, so Zeugs. Und alles nur in der Menge, wie wir es brauchen. Ich sammel nix, weder Holzlöffel, noch -bretter, auch keine Speiseöle, weil sie in schönen Flaschen verkauft werden. Ähnlich basicmäßig geht es auch im Bad zu. Statt einer Duschgelsammlung benutze ich zum Besipiel nur Lavaerde von Logona für Körper und Haare. Seit kurzem probiere ich zusätzlich noch saure Rinse mit Apfelessig aus. Auch im Bad habe ich nichts doppelt und besitze nur das, was ich benutze.

 

„Das möcht‘ ich nicht geschenkt haben“

Ich bin inzwischen echt ganz gut darin, Gratis-Gaben abzulehnen. Sie lauern ja an jeder Ecke. Flyer, Tüten auf dem Wochenmarkt, Kosmetikproben, … Auch aussortierte Sachen, die uns von anderen gegeben werden (zum Beispiel Spielzeug für Levi), lehne ich freundlich ab, wenn wir es nicht benötigen. Ich habe mich sogar schon zwei Mal auf PR-Veranstaltungen an den Goodie-Bags vorbeigeschlichen, ohne eine Tüte mitzunehmen. :D

 

 

Rohkost – mein minimalistischer Weg, zu essen

Ich esse nur Rohkost, weil es mir damit viel besser geht als mit der „normalen“ Ernährung von früher. Warum Rohkost zu essen für mich etwas mit Minimalismus zu tun hat? Es gibt viele Gründe, die ich kurz anreiße. Meine Lebensqualität ist höher, weil ich mich einfach besser fühle. Viele meiner körperlichen „Anormalien“ (die ich früher für normal hielt) sind verschwunden und brauchen keine Reparatur mehr mit zum Beispiel Kopfschmerztabletten, Bodylotion oder Kaffee. Ich muss diese und andere Dinge nicht mehr konsumieren, weil mein Körper auch so bestens funktioniert.
Außerdem habe ich einen viiiel engeren Bezug zur Natur gefunden, weil ich sie nun als absolute Quelle meines Wohlbefindens ansehe und ich es zutiefst bewundere, wie viele Lebensmittel sie uns bereit stellt, die, so wie sie sind, einfach perfekt sind. Daher sind mir mittlerweile schöne Erlebnisse in der Natur wichtiger als meine Zeit in Cafés und Einkaufszentren zu verbringen (was nicht heißt, dass so etwas nicht auch mal herrlich sein kann!).
Ich lege großen Wert auf qualitativ hochwertige Lebensmittel, da unreifes und minderwertiges Zeug roh einfach nicht schmeckt. Ich unterstütze so automatisch Erzeuger, die nachhaltig arbeiten wie zum Beispiel Biobetriebe und Kleinbauern.
Und schlussendlich hat mir Rohkost irgendwie den Einstieg in eine Sichtweise bereitet, mit der man das „normale“ nicht unbedingt immer für das richtige hält. Schließlich ist auch Minimalismus ein Infragestellen der Normalität, in diesem Fall des übertriebenen Konsums von Dingen.

 

 

Collect moments, not things.

Das gilt ja quasi als die Kernaussage des Minimalismus und sie ist auch mir unheimlich wichtig. Viele machen deswegen eine Weltreise oder werden gleich zu Nomaden. Das ist aber nicht mein Ding. Das Wichtigste im Leben ist für mich mein Kind. Mein beste Entscheidung war es daher, nicht mehr arbeiten zu gehen und mich stattdessen als Vollzeit-Mama um Levi zu kümmern. Finanziell kommen wir mit einem Gehalt gut zurecht. Mit einem eigenen Gehalt würde ich mich sicher freier in meinen Konsum-Entscheidungen fühlen (ab und zu muss ich mich ja doch dafür rechtfertigen, was ich hier so an Deko oder teurem Rohkost-Essen anschleppe), aber dank des Minimalismus bin ich mit viel weniger Dingen zufrieden und ich habe gelernt, klüger zu kaufen.
So bin ich also glückliche Vollzeit-Mama und verwirkliche nebenbei meine eigenen Interessen, indem ich blogge. Ohne Frage hat das Vollzeit-Mutterdasein auch eine Menge schwierige, anstrengende, nervige Seiten. Aber diese ersten drei Jahre, in denen ich mich rund um die Uhr um meinen Sohn gekümmert habe (im Juni kommt Levi in einen wunderbaren Waldkindergarten), haben mich unglaublich bereichert und verändert. Mag zum Beispiel sein, dass ich ohne Kind nie auf Minimalismus gekommen wäre. Und ich bin sehr dankbar, dass wir mit dieser Aufgabenteilung einen halbwegs entspannten Familienalltag genießen können. Es stimmt, diese Konstellation – der Mann geht arbeiten, die Frau zieht die Kinder groß – ist eigentlich schrecklich konservativ. Aber ich habe mich freiwillig dafür entschieden und es ist unser Weg, als Familie „Slow Living“ zu leben.

 

Und schlussendlich: Ich habe kein Smartphone

Eine große Hilfe dabei, den Moment zu genießen, ist, dass ich bewusst kein Smartphone besitze. Wenn ich sehe, wie manche draußen an ihrem Handy hängen, ist mir das Abschreckung genug (bitte nicht böse sein, Leute). Ich verbringe zu Hause bereits genug Zeit im Internet (sonst gäbe es den Blog ja schließlich nicht), da möchte ich wenigstens unterwegs völlig frei davon sein. Schöne Erlebnisse möchte ich nicht durch die Smartphone-Kamera betrachten, sondern einfach in dem Moment mit meinen eigenen Augen. Es ist mir zum Beispiel ein Rätsel, wie diese spontanen, wunderschönen Instagram-Bilder entstehen. Vor allem von Kindern, die doch immer in Bewegung sind. Warten die Leute den ganzen Tag mit dem Handy in der Hosentasche auf Instagram-fähige Momente? Ich weiß es wirklich nicht, denn ich habe keine Erfahrung darin, wie es sich als Influencer mit Smartphone lebt. :D Ach so, und es ist unterwegs immer wieder eine Freude, mit echten Menschen zu sprechen, um sie nach dem richtigen Weg zu fragen. Statt mit Google Maps. ;)

 

So, das wäre, „my way of minimalism“. In welchen Bereichen klappt es bei euch schon gut und in welchen seid ihr eher Minimalismus-Loser? Und was mich auch brennend interessieren würde: gibt es eines von meinen angerissenen Themen, von denen ihr gerne mehr erfahren möchtet? Ich freue mich über eure Kommentare! Ich hab ja nun wirklich mal wieder genug gequatscht.

Liebste Grüße
Karina

 

Minimalismus-Update: was sich bisher getan hat – 12 Erkenntnisse und Fakten

7. Oktober 2017

 

Nach einem dreiviertel Jahr des Minimalisierens und kurz vor meinem Wohn-Neustart in unserem Waldhaus möchte ich euch mit einem bunten Erkenntnisse-und-Fakten-Mix berichten, was sich bisher so getan hat!

 

 

Wieviel habe ich bisher eigentlich ausgemistet?
Etwa die Hälfte unserer Möbel kommt nicht mit ins Haus und nein, ich habe nicht vor, alles mit neuen Stücken zu ersetzen. Zusätzlich habe ich wohl etwa einen Mini-Container an Kleinkram aussortiert. Oder anders geschätzt waren es wohl 20 Umzugskartons voll, die wir nicht ins Waldhaus schleppen müssen.
Das komische ist: ich habe vorher schon öfter mal im normalen Rahmen aussortiert und dachte, all die verbliebenen Dingen hätten eine Berechtigung, sich in meinem Besitz zu befinden. Dann kam der Minimalismus und damit die Erkenntnis, dass ich vieles eben doch nicht brauche. Würde jetzt jemand mit dem Inhalt dieser 20 Kartons vor meiner Tür stehen und mir eine Million Euro bieten, wenn ich sie wieder in unsere Schränke sortiere – NEVER! Ich bin sehr froh, dass all das weg ist.

 

Wo ist das Zeug hin?
Keine Sorge, ich habe nicht alles à la KonMari weggeschmissen. Das meiste habe ich via Ebay verschenkt oder an die Straße gestellt, ich war ein Mal auf dem Flohmarkt und die Möbel gingen an unsere Nachmieter oder an Bekannte. Zum Beispiel haben wir die Kommode mit Levis Kleidung abgegeben, da ich inzwischen genug Platz in meinem Kleiderschrank habe, um dort auch seine Sachen unterzubringen. Was übrigens sehr praktisch ist! Derzeit steht an der Stelle der Kommode unsere Gästeliege, da sich im Gästezimmer bereits die Umzugskartons stapeln (uäääh…).

 

 

Was habe ich denn so aussortiert?
Hier meine Hitliste: Ganz klassisch habe ich SEHR viel Kleidung aussortiert. Dann folgen Deko-Accessoires, Bücher, Bastel-, Schreib- und Nähsachen, Unterlagen/Dokumente, Kabel- und Elektrokram und Kosmetik/Schminke.

 

Es ist tatsächlich sehr aufwendig, das Zeug loszuwerden.
Ich hatte die letzten Monate wirklich Freude am Aussortieren. Aber es ist echt ganz schön aufwendig, das Zeug loszuwerden. Wegschmeißen geht natürlich am schnellsten, aber das halte ich für absolut unverantwortlich und dafür waren die meisten Sachen wirklich zu schade. Wie oben bereits erwähnt, habe ich sehr viel verschenkt. Dabei war an die Straße stellen natürlich am einfachsten, denn selbst via Ebay muss das Verschenken „gemanagt“ werden (Termin zum Abholen ausmachen etc.). Mein Rat an euch: überlegt es euch dreimal, ob ihr all eure Sachen wirklich verKAUFEN wollt. Ich habe durchs Verschenken insgesamt vielleicht auf 150 Euro verzichtet, aber damit viele Stunden Zeit gewonnen.

 

 

Ordnungs- und Aufbewahrungsutensilien sind riesengroßer Quatsch!
… und Tipps und Strategien zum Ordnunghalten auch. Behalte nur die Dinge, die du wirklich benutzt und man braucht das alles nicht. Meiner Meinung nach gibt es kaum einen Bereich im Zuhause, der so viele Dinge enthalten muss, das man sie umständlich sortieren müsste. Ausnahmen sind vielleicht einige besondere Bereiche wie Werkzeuge oder wenn man ein spezielles Hobby hat, zum Beispiel wenn man wirklich viel näht oder bastelt. Aber selbst ich mache gerne mal DIYs, nähe hin und wieder und heimwerken tue ich gerne und regelmäßig. Trotzdem habe ich meine Dinge in diesen Bereichen so sehr reduziert, dass ganze Schränke und Boxen leer und somit überflüssig wurden. Ich habe mittlerweile einen BERG an Aufbewahrungsutensilien angesammelt, die leer wurden.

 

Huch, ich bin doch ein Fashion-Victim!
Hä. Irgendwie musste ich in den letzten Monaten feststellen, dass ich zwar echt wenig neue Deko geshoppt habe, dafür aber in meinem Kleiderschrank einiges los war. Bei Mode kann ich mich überraschenderweise schlechter zurückhalten als bei Interior. Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen, dass ich unterm Strich durchs Aussortieren wirklich viiiel weniger Sachen in meinem Schrank habe als vorher und es eher ein Update als ein Aufstocken des Bestands war (auch dank des schönen Buches „Das Kleiderschrank-Projekt“ von Anuschka Rees). Und viele Sachen hatten einen Austausch wirklich nötig, weil sie inzwischen einfach lumpig aussahen.

 

 

Langfristig erfreue ich mich mehr an Dingen, die ich auch benutze.
Das war eine recht interessante Erkenntnis, die ich vor Kurzem hatte. Reine Dekogegenstände machen mir nur kurze Zeit bewusst Freude. Besteht die Qualität eines Gegenstandes einzig und allein in seiner schönen Optik, gewöhne ich mich irgendwann an ihn und wertschätze ihn nicht mehr. Ich sehe sozusagen an ihm vorbei.
Wenn stattdessen aber meine Gebrauchsgegenstände von besonderer Qualität sind, das heißt für mich: schön sind, sie gut funktionieren und sich vielleicht sogar gut anfühlen, ist das tatsächlich auch eine Bereicherung meines Alltags.

 

Carmen Elaine – meine neue Lieblings-Minimalismus-YouTuberin.
Seit einigen Monaten gibt es einen YouTube Kanal von einer Minimalistin, deren Videos mir sehr gut gefallen, da sie auch viel und überaus klug von den psychologischen Gründen fürs Viel-Kaufen und Nicht-Loslassen-Können spricht. Diese Einsichten haben mir beim Minimalisieren noch mal einen kleinen Schubs gegeben. Zu meinen Favoriten zählen zum Beispiel ihre drei Videos zu „Minimalism for Beginners“ sowie ihr shopping hack.

 

Ich habe neue Wohn-Vorbilder.
Nach wie vor finde ich viele Arten des Wohnens schön und interessant. Richtige Stil-Vorbilder sind Wohnungen mit „normaler“ Menge an Möbeln und Deko (und das ist so ziemlich das meiste, was man auf Pinterest und Co. findet) aber nicht mehr. Ich sehe hauptsächlich die Arbeit dahinter. Die Arbeit, die es macht, so zu dekorieren, alles auch mal umzudekorieren und sauber zu halten. Das klingt erst mal irgendwie traurig und spießig, aber in Wirklichkeit ist es für mich sehr befreiend. Um es mal konkret auszudrücken: ein Wohn-Vorbild mit 20 Dingen ist leichter zu erreichen als eines mit 100. Ohne Minimalismus hätte ich jetzt wahrscheinlich den Anspruch, ein bis ins Details stylisch dekoriertes neues Haus zu haben, was mich sehr unter Druck setzen würde. Stattdessen gehe ich einigermaßen entspannt und mit Freude ans Einrichten unseres Hauses mit möglichst wenigen Dingen.

 

 

Die stylischen Pinterest-Kinderzimmer gibt es so nicht.
Vor allem die werdenden und frisch gebackenen Mamas unter euch kennen sie sicher alle: die schicken Kinderzimmer mit stylischen, auf dem frisch gemachten Bettchen arrangierten Kissen, coolen Spielsachen, die in Reih und Glied auf dem String-Pocket-Regal stehen, tollen Häkel-Kuscheltieren, die brav auf vintage Stühlchen sitzen und in die Kamera schauen und einem Regal mit hübschen, grafisch gemusterten Körben, in denen fein sortiert die Spielsachen auf ihren Einsatz warten. Liebe Leute: so etwas existiert nicht. Wer glaubt, solche Kinderzimmer gäbe es tatsächlich (ich meine länger als fünf Minuten nachdem das Foto für den Blog/Instagram/Pinterest geknipst wurde), kann genau so gut an den Weihnachtsmann glauben (das gilt übrigens auch für unsere schicke Spielecke im Wohnzimmer). Die Kissen liegen kreuz und quer in dem zerwühlten Bett, Spielsachen und Kuscheltiere liegen dort herum, wo gerade gespielt wurde (und das nicht mal unbedingt im Kinderzimmer) und finden irgendwie nur schwerlich wieder von alleine zurück in die stylischen Körbe. Und wisst ihr was? Das ist ganz normal.
Soll ein Kinderzimmer hübsch und ordentlich sein, hilft nur Zurückhaltung bei der Menge der Dinge, die ihren Weg hinein finden, sei es Deko oder Spielzeug. Dass weniger Zeug auch für die Kinder besser ist, darüber gibt es hinreichend Infos im Netz zu finden (ein schöner Blogbeitrag dazu ist zum Beispiel dieser hier von Birgit).
Und was hat diese Erkenntnis mit mir zu tun? Tja, ganz aktuell hab ich nämlich bisher keinen Plan, wie Levis Zimmer im Haus aussehen soll, eben weil ich mir über unsere wirklichen Kinderzimmer-Bedürfnisse erst mal klar werden muss.

 

Es liegt noch ein seeehr weiter Weg vor mir.
Auch wenn ich hier immer so schlau daherrede, denkt bloß nicht, es läuft alles glatt und vorbildlich mit meinem Minimalisieren. Ich bin nach wie vor eine absolute Amateurin und habe sicher noch einen langen Weg vor mir. Aber schon jetzt kann ich sagen:

 

Ich bin glücklicher als früher!
Und das hat auch ein wenig etwas mit meinem Interesse am Minimalismus zu tun. Ich habe in den letzten Monaten angefangen, die nicht-materiellen Dinge mehr wert zu schätzen und wirklich für das dankbar zu sein, was ich habe: Ich und all meine Lieben sind gesund und leben in Sicherheit und diesen Luxus besitzen sehr viele Menschen heutzutage leider nicht. Wenn ich abends und morgens das kleine Menschlein betrachte, das neben mir liegt, überschwemmt mich jedes Mal eine Welle tiefen Glücks und tiefer Dankbarkeit. Und auch die vielen kleinen besonderen Momente am Tage nehme ich heute bewusster wahr. Danke, lieber Minimalismus für dieses Geschenk! :)

 

Und das war doch ein schöner Abschlusssatz. Ach ne, ich wollte heute unbedingt noch Bescheid geben, dass ich mich nun wohl für eine Weile verabschieden muss, denn nächste Woche geht unsere Renovierung los und Ende des Monats steht auch schon der Umzugswagen vor der Tür. Da hab ich erst mal andere Pflichten und Freuden. :) Irgendwann im November geht es dann hier weiter!

Bis dahin liebste Grüße
Karina

 

Cozy Minimalism: mit wenigen Dingen gemütlich wohnen – 7 Ideen

23. Juli 2017

 

Wohnen mit wenigen Dingen fände ich für mich eine wunderbare Sache. Wie ihr wisst, habe ich mich, inspiriert durch Minimalismus und Mari Kondos Buch, auf eine große Reise begeben, bei der ich einerseits extrem aussortieren und andererseits anders (das heißt vor allem weniger) kaufen möchte. Gleichzeitig ziehen wir im Herbst in ein Haus ein. Ich freue mich totaaal über diese Gelegenheit eines Wohn-Neustarts, bei dem ich meinen Wunsch nach einem einfacheren Wohn-Leben umsetzen kann! Es soll sich vieles ändern… was, das versuche ich derzeit noch genauer herauszufinden, aber über eine Sache mache ich mir besonders Gedanken:

Wie schaffe ich es, mit wenigen Dingen gemütlich zu wohnen?

Ich meine: kennt ihr diese Architektur-Reportagen aus Wohnzeitschriften, wo man nach der Präsentation der Außenfassade die Gestaltung des Innenraums zeigt und dann nur diese völlig leergefegten Räume sieht? Ein langer Flur mit einer Bodenvase. Ein offener Wohn-Essbereich mit einer Salz- und einer Pfeffermühle auf der Kücheninsel und einer Obstschale auf dem Esstisch. Ich fand diese Bilder immer schrecklich. So tot. Aber auf eine Art und Weise waren sie eben auch minimalistisch. Ich möchte aber nicht, dass es in unserem Haus so steril aussieht. Also bin ich gerade dabei, mir Ideen zu überlegen, wie es bei uns mit wenigen Dingen schön, gemütlich und einladend aussieht. Cozy Minimalism eben.

 

1. Lieber eine große Sache statt vieler kleiner Kleckerdinge wählen
Wenn man beginnt, Minimalismus für sich zu entdecken, lernt man auch, leeren Raum wert zu schätzen. Dabei muss jeder für sich die richtige Balance finden. Wie ich oben schon schrieb: ich möchte es nicht ganz leer und steril haben. Meine Idee ist, die vielen kleinen Dinge mit wenigen großen zu ersetzen. Ich sage nur: Statement Pieces.
Beispiele: Statt drei kleiner Vasen eine große, statt vieler Pflänzchen eine große Palme, statt drei Stühlen am Esstisch lieber eine lange Bank. Die „raumfüllende Wirkung“ ist die gleiche. Man hat aber weniger rumzuräumen, kann sich bei den Pflanzen pflegemäßig auf einen Kandidaten konzentrieren und die Optik einer Bank mit vier Beinen ist viel ruhiger als die zwölfbeinige Stuhl-Gang.

 

 

2. Mit echten Sachen einrichten
Achtung, nun wird’s esoterisch. ;) Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass für mich Dinge aus künstlichen Materialien in ihrer „Ausstrahlung“ zu wenig Raum einnehmen. Die positive Wirkung auf den Raum ist eher gering, manchmal sogar negativ, so dass ich früher versucht habe, durch Masse fehlende Klasse zu ersetzen. Also mit viel Deko eine schönere und „wärmere“ Wirkung zu erzielen. Das funktioniert natürlich, aber wenn man in Zukunft auf viel Deko verzichten möchten, muss man andere Wege finden. Ich möchte daher unser Haus mit (noch) mehr natürlichen Materialien einrichten.
Beispiele: Statt Spanplatten-Möbel massives Holz. Statt neuer mehr alte Möbel mit Geschichte. Statt synthetischer Stoffe Naturmaterialien wie Leinen, Wolle oder Baumwolle.
Ich erhoffe mir, dass wenige dieser natürlichen „Zutaten“ ausreichen werden, um unser neues Zuhause super wohnlich zu machen!

Mein Vorbild hierfür ist Rebekka, deren Instagram-Account silentandcalm eine wunderbare Inspiration für das Wohnen mit ganz wenigen, aber echten Dinge ist. Und findet ihr, es fehlt bei ihr etwas? Ich finde, nein! Es sieht sooo gemütlich und einfach wunderschön bei ihr aus!

 

 

 

3. Mit lebendigen Sachen einrichten
Wie praktisch, dass Pflanzen gerade modern sind. ;) Ein einzelnes, großes Exemplar kann nämlich meiner Meinung nach ein halbes Zimmer mit Leben füllen und somit eine Menge „toter“ Dekorationsteile ersetzen. Dasselbe gilt für Schnittblumen. Gut, ganz lebendig sind sie ja nun nicht mehr. :/ Aber ich finde, dass ein einfacher, größerer Blumenstrauß oder einige grüne Zweige weitere Dekorationsteile oft überflüssig machen.
Beispiele: Siehe mein Bild aus unserem Flur unten, den neuerdings eine üppige Fischschwanzpalme ziert. Oder: Statt gewöhnlicher Weihnachtsdeko kann man das Zuhause lieber mit natürlichen Materialien wie Lärchenzweigen schmücken (hier geht es zu meinem Blogpost zu natürlicher Weihnachtsdekoration).

 

 

4. Leeren Raum mit Bildern füllen
Eine weitere Idee von mir ist, Stellen, die einem doch zu leer erscheinen, mit einem Bild zu schmücken. Ich finde, das ist eine gute Alternative zu üppiger Deko, da Bilder an der Wand wenig Arbeit machen: sie stören beim Staubwischen nicht, fangen auch selber kaum Staub, verrücken nicht und können viel Kleinkram ersetzen. Wer Tipp 1 beherzigen möchte, greift auch hier lieber zu einem einzigen, größeren Exemplar statt zu vielen Bilderchen.
Beispiele: Statt eine Kommode mit viel Deko vollzustellen, lieber ein Bild drüber hängen. Statt eine Wand mit einem Regal zu zieren, das man wieder mit Dingen füllt, auch hier lieber ein Poster, Foto oder Gemälde wählen.

 

5. Gebrauchsgegenstände als Deko benutzen
Wenn man seine Menge an Deko-Teilen gering halten möchte, ist es ganz praktisch, wenn Gebrauchsgegenstände hübsch anzusehen sind. Dann kann man diese in (wenigen) offenen Regalen ausstellen und ohne rein dekorative Dinge wie Vasen, Kerzen und Co. eine wohnliche Wirkung erzielen.
Beispiele: Eine Schürze aus Leinen, ein stylisches Kehrset und ein schicker Staubwedel hängen an Haken an unserem Küchenbuffet und sind ein schöner Hingucker.

 

 

6. Die richtigen Dinge besitzen
Ach herrje… welche Dinge aus meinem Besitz mir wirklich wichtig sind und ich daher behalten möchte, versuche ich seit Monaten Stück für Stück heraus zu finden. Mittlerweile habe ich dabei schon unglaublich viel gelernt und weiß, dass ich in Zukunft viel klüger einkaufen kann (hier findet ihr meinen Blogpost zum Thema Fehlkäufe vermeiden). Denn es ist ja offensichtlich: wenn man mit möglichst wenigen Dingen wohnen möchte, muss die Trefferquote in Bezug auf Praktikabilität, Qualität und Ästhetik extrem hoch sein! Aber wenn man es schafft, sich mit den richtigen Dingen zu umgeben (und dieses „richtig“ kann und soll für jeden etwas anderes bedeuten!), dann kann man auf viel Brimborium verzichten, das nur irgendwelche Lücken füllen soll.
Beispiele: Der absolute Lieblingskerzenständer statt eines Tischs voller kleiner Teelichthalter. Eine schöne, hochwertige Bettwäsche statt einer Armada an Dekokissen. Ein hübscher, warmer, robuster Wintermantel statt drei Mäntel für jede Gelegenheit (uuuaaah, hat da jemand ne Idee?!).

 

Minimalistisches Schlafzimmer

 

Und wenn ich mich an den paar Dingen, mit denen ich mein Zuhause einrichte, irgendwann sattgesehen habe? Dann kommt hier Tipp Nummer

 

7. mal eben flott umdekorieren
Wenn das ganze Wohnszenario mit zig Dekoteilen, Möbelstücken und Gebrauchsgegenständen zu komplex ist, ist es ziemlich aufwendig, mal eben umzudekorieren. Man räumt ein Teil von A nach B, zwei andere Teile müssen dafür nach C umziehen. Für die Sachen, die auf C standen, findet man irgendwie keinen passenden Platz. Grübelgrübel, räumräum… Ok, manchen macht das total Spaß, aber ab einer gewissen Grenze fand ich es doch ziemlich anstrengend. Wenn man aber nur ein paar wenige, ausgesuchte Sachen hat, kann man in recht kurzer Zeit einen Raum umdekorieren. Ich habe dann viel mehr Lust, mit einer kurzen Umräumaktion frischen Wind in unser Zuhause zu bringen, damit Langeweile bei der Einrichtung keine Chance hat.
Beispiel: Frische Blumen in die Vase auf dem Esstisch, zwei Kerzenständer miteinander vertauschen, ein Bild von A nach B hängen. Fertig. Ich hoff’s zumindest. ;)

Was meint ihr, schaffe ich es, mit meinen Ideen ein minimalistisches Zuhause mit wenigen Dingen zu haben, das trotzdem warm, gemütlich und lebendig wirkt? Habt ihr noch weitere Tipps und Erfahrungen für mich? Ich bin nach wie vor auf Ideensuche!

Liebste Grüße
Karina

Möbel zu verkaufen :)

19. Juli 2017

Ihr Lieben, unser Umzug ins Haus rückt näher (2 Monate nur noch!) und bevor es losgeht, möchten wir uns von drei Möbelstücken trennen, die wir zwar nach wie vor super schön finden, aber im neuen Zuhause stilistisch oder platzmäßig leider nicht mehr passen. Bevor ich sie bei Ebay reinstelle, wollte ich einfach mal hier auf meinem Blog anfragen, ob jemand Interesse hat. Irgendwie scheint ihr meinen Stil ja zu mögen, also müssten dem ein oder anderen doch bestimmt diese Möbel gefallen. ;)

 

Unser geliebtes Daybed! Da ich im Haus gerne ein ganz normales Bett für Gäste hätte, muss ich dem Schlafsofa leider Tschüss sagen. Es ist von Knoll und natürlich Vintage. Der Velours-Bezug und das Polster sind soweit ich weiß noch Original und beides ist noch gut erhalten. Maße: Länge wie auf dem oberen Bild 210 cm, ausgezogen wie auf dem unteren 250 cm, die Liegefläche ist dabei 200 cm lang und 80 cm tief. Gesamttiefe 82 cm, Höhe 81 cm.
Der Preis für dieses Bett ist recht hoch, da es schon Sammlerwert hat. Mit diesem praktischen und sehr hübschen Beistelltischchen am rechten Ende findet man es sogar fast gar nicht. Ich steige hier also mal mit 890 Euro ein und freue mich auf Angebote. :)

 

VERKAUFT
Ach, leider ist in unserer neuen Küche kein Platz hierfür: unser cooles Vintage Buffet. Die Maße sind: Höhe 175 cm, Tiefe 36 cm, Breite 78 cm. Leider hat es Wasserflecken auf der unteren Ablage, die sich aber nicht allzu schwer entfernen lassen müssten. Klar kann man auch einfach etwas drauf stellen. ;)  180 Euro VHB.

 

 

Die Konsole von IKEA Stockholm in Farbe Eiche ist bis auf unauffällige Kratzer am rechten Bein gut erhalten. Die Maße sind Länge 150 cm, Höhe 70 cm, Tiefe 38 cm. Neupreis war 199 Euro, ich verkaufe es für 125 Euro VHB.

Verschicken kann ich die Möbel leider nicht, daher kann ich nur Selbstabholung anbieten oder evtl. noch Abholung durch eine Möbelspedition. Wer Interesse hat, kann sich die Sachen natürlich gerne mal ansehen. :) Schreibt mir einfach einen Kommentar oder eine Email an karina@ohwhataroom.de!

Liebste Grüße
Karina

 

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